Reisen mit positivem Impact für Mensch, Natur und Klima
Wie Reiseunternehmen mit Projektentwicklern zusammenarbeiten können
Lasst uns mal die Perspektive weiten. Reisen kann eine großartige Möglichkeit sein, den eigenen Horizont zu erweitern, fremde und üppige Natur zu entdecken, die eigene Vorstellung vom Leben im Spiegel anderer Kulturen zu hinterfragen. Nach jeder echten Reise kommt man ein bisschen verändert zurück. Und: Idealerweise hat man dazu beigetragen, dass die Menschen, die man besucht hat, Einkommen und wirtschaftlich-soziale Perspektiven bekommen. Ein Beispiel: Der Tourismus in Vietnam hat laut ourworldindata einen Anteil von über neun Prozent am Bruttoinlandsprodukt.- Ökologische Nachhaltigkeit ist mehr als CO?: Natürlich müssen wir kompensieren und zwar mehr als wir emittieren und doch können wir auf mehr achten. Welche Ressourcen werden verwendet, um die Gäste mit Essen zu versorgen? Wie bewegt man sich im Land und wie können Tiere in ihrer natürlichen Umgebung geschützt werden? Wie ist der Umgang mit Abfall? Welche Energie wird verwendet?
- Soziale Nachhaltigkeit ist mehr als faire Bezahlung: Wie kann man ganze lokale Wertschöpfungsketten aufbauen von der Rohware, über Verarbeitung bis Zubereitung? Wie kann man für Energieversorgung der Landbevölkerung sorgen? Wie ein naturpositives Wirtschaftswachstum unterstützen? Wie kann man Bildung von Kindern fördern?
- Kulturelle Nachhaltigkeit ist mehr als Musik & Tanz: Wie können wir einen echten Einblick in das Leben der Menschen bekommen, ohne dass deren Lebensweise zur Folklore verkommt? Wie können Traditionen erhalten werden, wenn Kontakt zu anderen Kulturen besteht? Wie erfolgt kultureller Austausch auf Augenhöhe?
TripLegend, ein Berliner Start-up, hat sich diese Fragen zu Herzen genommen und kooperiert mit dem Münchner Social Business Unternehmen ClimateNuts, um echten sozialen und ökologischen Impact zu generieren. Sie arbeiten mit kleinen, lokalen Reiseveranstaltern zusammen, die Geheimtipps und Kontakt zu den Einheimischen haben, sie kaufen bei kleinen Unternehmen vor Ort ein und tragen damit dazu bei, dass Geld vor Ort nachhaltig verwendet und die Lebenssituation der einfachen Menschen verbessert wird. Sie kompensieren 110 Prozent der CO?-Emissionen jeder Reise. Und es gibt weitere Pioniere wie etwa REnatour oder Tourythm. Zertifizierer wie etwa TourCert und TravelLife und engagierte Berater wie Andreas Koch von blueContec oder Herbert Hamele von ecotrans. Sie haben es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, Reisen wieder zu dem zu machen, was es einmal war. Sie alle wollen dazu beitragen, Reisen zukunftsfähig zu gestalten.Auch hier gibt es großartige Lösungsansätze. Auf der Restor Plattform, einer Ausgründung der ETH Universität Zürich werden Renaturierungsprojekte gesammelt, dokumentiert und vernetzt, mittlerweile sind es 130.000 (!) Projekte in der ganzen Welt. Eine Schatztruhe an Kooperationsmöglichkeiten! ClimateNuts ist einer dieser Projektentwickler in Afrika, der die Herausforderungen Klimawandel, Artenschwund und globale Armut adressiert. Die Organisation pflanzt in Afrika zusammen mit Kleinbauern Nahrungswälder, die CO? binden, Wildtieren ein Zuhause bieten und für die Menschen in den Dörfern Ernährungssicherung und Einkommen bieten.
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Gut zu wissen
Es gibt mittlerweile einige Initiativen, Verbände und Organisationen, die sich für nachhaltiges Reisen im Geschäfts- und Privatumfeld einsetzen. Eine Auswahl davon finden Sie nachfolgend:
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Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2023 mit dem Schwerpunkt Innovationen & Lösungen - Innovationen und Lösungen für Klima und Umwelt erschienen.
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