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Kai Platz

Klimahouse 2026: Wenn Nachhaltigkeit zur DNA einer Messe wird

Die Messe Bozen zeigt, wie zukunftsfähiges Wirtschaften in der Messewirtschaft funktioniert

Mit über 400 Ausstellern und 27.000 Besuchern hat die Klimahouse 2026 ihre Position als zentrale Plattform für verantwortungsbewusstes und energieeffizientes Bauen in Italien eindrucksvoll bestätigt. Die 21. Auflage der Fachmesse bewies vom 28. bis 31. Januar in Bozen erneut: Nachhaltigkeit ist hier kein Marketing-Versprechen, sondern gelebte Unternehmenskultur – und das seit jeher.

© Marco ParisiNachhaltigkeit als Kernthema – nicht erst seit der EarthCheck-Zertifizierung
Dass die Messe Bozen 2025 mit EarthCheck Silver ausgezeichnet wurde – einer weltweit führenden Nachhaltigkeitszertifizierung für die Tourismus- und Veranstaltungsbranche – überrascht nicht. Die Auszeichnung ist vielmehr die logische Konsequenz jahrzehntelangen Engagements. Mit Vorzeigeformaten wie der Klimahouse, der Biolife und dem BEAM Summit für zukunftsfähige Hospitality setzt die Messe Bozen seit Jahrzehnten Maßstäbe.
 
Und das zeigt sich auch in der Weiterentwicklung der Messen und des Rahmenprogramms.  
 
Klimahouse Congress: "Können wir uns Nachhaltigkeit noch leisten?"
Die zentrale Frage der 21. Auflage stellte sich mutig einer der drängendsten Herausforderungen der Branche: der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und sozialen Zugänglichkeit nachhaltigen Bauens. Rund 600 Fachleute und internationale Experten formulierten beim Klimahouse Congress am 30. und 31. Januar 2026 einen klaren Konsens: Ja, aber nur durch verstärkte Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure im Ökosystem des verantwortungsvollen Bauens.
 
Zentrale Erkenntnisse:
Tag 1 – Wirtschaftliche Dimension:
  • Prof. Stefan Brunnhuber (Wirtschaftswissenschaftler) analysierte innovative Finanzierungsmodelle und verdeutlichte, dass es einer Neubewertung der Ressourcenallokation bedarf
  • Prof. Thomas Auer (TU München) zeigte am Beispiel "Einfach Bauen" in Bad Aibling (B&O Forschungscampus), dass moderne Technologien Bauprozesse vereinfachen können. Weniger Materialeinsatz bedeutet geringere Kosten und deutlich reduzierte Umweltauswirkungen
Tag 2 – Soziale Dimension:
  • Thomas Schuster (Wiener Wohnen) demonstrierte anhand des über 100 Jahre bewährten Modells der öffentlichen Wohnungswirtschaft in Wien, dass Nachhaltigkeit kein Privileg sein darf, sondern ein zugängliches Recht sein muss
Diese Diskussionen machten deutlich: Die Herausforderungen sind real, aber lösbar. Sie erfordern koordinierte Maßnahmen von innovativen Finanzierungsmodellen über technologische Lösungen bis hin zu unterstützenden Instrumenten der öffentlichen Hand. Und sie zeigen auch, dass es die erfolgreichen und funktionierenden Beispiele bereits gibt, zur Nachahmung empfohlen!
 
Wood Architecture Prize 2026: Exzellenz in Holzarchitektur
Mit knapp 100 Einreichungen verzeichnete der Wood Architecture Prize – der erste italienische Preis für exzellente Holzarchitektur – in seiner vierten Auflage einen neuen Rekord. Am 29. Januar wurden die Gewinner aus 12 Finalisten bekannt gegeben:
 
Die Hauptpreisträger:
  • "The Big Zip - A House for Happy Cows" (Kuhstall in Mantello, SO, 2022) – für außergewöhnliche architektonische Qualität einer oft vernachlässigten Nutzung mit replizierrbarem Modellcharakter
  • Neue Mittelschule Fiera di Primiero (TN, 2024) – eine Schule als Haus konzipiert, die Schüler mit Schlichtheit und Eleganz empfängt
  • Multifunktionales Gebäude Barbian (BZ, 2025) – PNRR-gefördertes Projekt mit besonderer landschaftlicher Sensibilität
 
Innovation trifft Tradition: Weitere Highlights
Future Hub: 20 Start-ups präsentierten marktreife Lösungen in den Bereichen Digitalisierung & KI, neue Baumaterialien und Energiemanagement – in Zusammenarbeit mit PoliHub, dem Innovation Park des Politecnico di Milano.
Klimahouse [R]evolution: Die neue strategische Veranstaltung analysierte, wie Künstliche Intelligenz und Robotik die Bauwirtschaft verändern und Prozesse optimieren.
Südtirol@Klimahouse: Erstmals ein eigener Bereich für die regionale Baubranche mit kostenlosem Eintritt – ein Signal für die Rückbindung an das lokale Ökosystem.
 
Die Messe Bozen als Vorbild
Was die Klimahouse exemplarisch zeigt, gilt für das gesamte Messeportfolio der Messe Bozen:
BEAM Summit (nächste Auflage: 19.-20. Mai 2026) – der internationale Gamechanger-Summit für zukunftsfähige Hospitality mit über 250 Teilnehmern und 18 internationalen Speakern.
Biolife & Herbstmesse (nächste Auflage als "Good Life": 13.-15. Oktober 2026) – mit über 360 Ausstellern, davon 200+ Bio-Produzenten, und mehr als 3.000 zertifizierten Bio-Produkten. 37% der Besucher nutzten 2025 den kostenlosen ÖPNV.
 
Fazit: Nachhaltigkeit als gelebte Praxis
Die Messe Bozen beweist, dass Nachhaltigkeit und Innovationskraft keine Gegensätze sind – im Gegenteil. Mit der EarthCheck Silver Zertifizierung, konkreten Klimaschutzmaßnahmen im Messebetrieb und Formaten wie Klimahouse, BEAM Summit und Good Life wird sichtbar: Hier ist Nachhaltigkeit seit jeher Kernthema und Wettbewerbsvorteil zugleich.
 
Die Klimahouse 2026 zeigte eindrucksvoll, wie eine Messe als Katalysator für gesellschaftlichen Wandel wirken kann – durch inhaltlich hochwertige Kongresse mit internationalen Experten, Auszeichnungen wie den Wood Architecture Prize, die Best Practices sichtbar machen, und nicht zuletzt durch das eigene, konsequente Handeln.
 
Kai Platz ist Redakteur bei forum und betreut unter anderem das Kooperationsmanagement mit dem Themenschwerpunkt Tagen & Tourismus.

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