"Münchner Kindl Brauerei"

Ökologische Brauerei statt Tankstelle

Im Münchner Süden plant der Traunsteiner Dietrich Sailer eine Brauerei. Direkt an der A995 soll die "Münchner Kindl Brauerei" entstehen. Momentan ist das Grundstück noch mit einer alten Tankstelle bebaut, doch bald gibt es hier Bio-Bier, Pferde und eine Wildbienenwiese.
 
Entsiegelung für Wildbienen
Im Münchner Süden plant der Traunsteiner Dietrich Sailer eine Brauerei. © Goergens Miklautz Partner GmbB"München ist die am stärksten versiegelte Großstadt Deutschlands", sagt Dietrich Sailer, der seit 40 Jahren Bierbrauer ist und die Münchner Kindl Brauerei initiiert hat. Die traditionsreiche Münchner Brauerei wurde 1905 vom Unionsbräu aufgekauft und geriet so in Vergessenheit. Nun hat sich Sailer die Marke, die eine der ältesten Biermarken Bayerns ist, gesichert und will die Brauerei wiederaufleben lassen. Dafür hat er eine Tankstelle in der Tegernseer Landstraße gekauft, die Autobahn A995 verläuft parallel nur 25 Meter entfernt. Die Tankstelle ist Teil der Amerikanersiedlung und wurde von den Amerikanischen Streitkräften u.a. zum Auftanken der Panzer verwendet. Alle 4107qm des Grundstücks sind zugeteert. Das möchte Sailer ändern: "Es wird in München vermutlich der einzige Fall sein, wo bei einer Neubebauung nicht ver- sondern entsiegelt wird." Tatsächlich steht auf dem Grundstück kein einziger Grashalm. Mit dem Bau der Brauerei sollen die Altlasten beseitigt und 1000qm der Natur zurückgegeben werden, in Form einer speziellen Wiese für Wildbienen, einer Weide für Brauereipferde und eines Hopfengartens.
 
Ökologischer Gewinn für München
Seit anderthalb Jahren konnte mit dem Bau allerdings nicht begonnen werden. Der Flächennutzungsplan sieht auf dem Grundstück eine "ökologische Vorrangfläche" vor, was auf den ersten Blick nicht zu einer Neubebauung passt. Allerdings ist das Gebäude und die hundertprozentige Versiegelung genehmigt, weshalb eine Renaturierung ausgeschlossen ist. "Die Brauerei ist das Beste, was der Natur passieren kann", sagt der Brauer Dietrich Sailer. Je eher er die Baugenehmigung vom Planungsreferat erhalte, desto schneller könnten die 1000qm entsiegelt werden. "Die Bienen werden es der Behörde danken.", so Sailer. Die Politik ist weitestgehend für das Projekt. Deshalb werde er weiterhin alles versuchen, um das Planungsreferat mit Argumenten zu überzeugen.
 
Bio-Bier und Malz aus dem Chiemgau
Mit dem Bau der Brauerei sollen die Altlasten beseitigt und 1000qm der Natur zurückgegeben werden. © Goergens Miklautz Partner GmbBRund 10.000 Hektoliter sollen in der neuen Brauerei pro Jahr gebraut werden. Das entspricht in etwa der Menge, die die Augustiner-Brauerei in zwei Tagen produziert. Während das Wasser aus der Münchner Schotterebene kommen wird, möchte Sailer den Hopfen klassisch aus der nahegelegenen Hallertau beziehen. Die Gerste wird biologisch am Chiemsee angebaut und anschließend in der Umgebung gemälzt. So will der Brauer neben Qualität auch Regionalität gewährleisten.
 
Aufleben von Münchner Kultur und Biertradition
Aufgrund des starken Wachstums kämpft München damit, dass der Charakter der Stadt teilweise verloren geht. Viele Investoren bauen einfach und architektonisch einfallslos, was auch im Stadtrat bereits häufig kritisiert wurde. "Den Ruf als 'Welthauptstadt des Bieres' gilt es zu bewahren", sagt Sailer. "Wir planen eine dreischiffige Basilika mit Backstein, so wie man auch im 19. Jahrhundert gebaut hat. Die Brauerei muss schön anzuschauen sein, die soll ja ein paar hundert Jahre stehen." Im Inneren wird es eine kleine Gastronomie, Kochkurse für Biergerichte und ein Museum für die Münchner Biergeschichte geben. Sohn Luis, der mit 16 Jahren jüngster Biersommelier war, wird außerdem Bierverkostungen und Gaumenschulungen anbieten. Wann die Brauerei eröffnet wird, das kann Sailer nicht sagen. "Das hängt entscheidend vom Planungsreferat ab. 14 Monate nach dem Erhalt der Baugenehmigung wird die Brauerei stehen. Die ersten Wildbienen werden dann sicher auch schon da sein."

Ein Beitrag von Fritz Lietsch

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