Wirtschaft | Marketing & Kommunikation, 17.11.2015
public value: „Organisationen machen Gesellschaft“
Warum sollten Unternehmen sich für Public Value entscheiden?
Wie Firmen mit Public Value ihren Wert steuern können, ist ein Thema der Nachhaltigkeitskonferenz am 8. Dezember 2015. Im Interview verrät Prof. Dr. Timo Meynhardt, Lehrstuhl Wirtschaftspsychologie und Führung an der HHL Leipzig Graduate School of Management, und und Managing Director des Center for Leadership and Values in Society an der Universität St.Gallen, was die Besucher erwartet.
Herr Professor Meynhardt, kann man Public Value in drei Sätzen erklären?
Meynhardt:
Public Value fragt nach dem Wert und Nutzen eines Unternehmens für die Gesellschaft. Das Neue daran ist, die Erfahrungswelt der Menschen in einem konkreten gesellschaftlichen Umfeld in den Mittelpunkt zu rücken. Public Value ist letztlich eine moderne Gemeinwohldiskussion, die nicht mit dem Zeigefinger daherkommt.
Meynhardt:
Public Value fragt nach dem Wert und Nutzen eines Unternehmens für die Gesellschaft. Das Neue daran ist, die Erfahrungswelt der Menschen in einem konkreten gesellschaftlichen Umfeld in den Mittelpunkt zu rücken. Public Value ist letztlich eine moderne Gemeinwohldiskussion, die nicht mit dem Zeigefinger daherkommt.Wie grenzt sich der Begriff zu anderen CSR-Management-Ansätzen ab?
Meynhardt: Beim Public-Value-Ansatz steht die Wiederentdeckung menschlicher Grundbedürfnisse als Handlungsmaßstab im Zentrum. Corporate Social Responsibility (CSR) ist eine recht junge Disziplin, von der man nicht weiß, ob sie nicht auch wieder in den Hintergrund tritt, wenn die Dinge sich ändern und andere Fragen wichtiger werden. Der Public- Value-Ansatz hinterfragt kritisch den Wertbeitrag durch CSR. Er prüft, ob CSR tatsächlich Public Value schafft und ob sich die CSR-Absichten überhaupt aus Sicht der Gesellschaft auszahlen.
Meynhardt: Beim Public-Value-Ansatz steht die Wiederentdeckung menschlicher Grundbedürfnisse als Handlungsmaßstab im Zentrum. Corporate Social Responsibility (CSR) ist eine recht junge Disziplin, von der man nicht weiß, ob sie nicht auch wieder in den Hintergrund tritt, wenn die Dinge sich ändern und andere Fragen wichtiger werden. Der Public- Value-Ansatz hinterfragt kritisch den Wertbeitrag durch CSR. Er prüft, ob CSR tatsächlich Public Value schafft und ob sich die CSR-Absichten überhaupt aus Sicht der Gesellschaft auszahlen.
Was ist das Besondere an diesem Ansatz?
Meynhardt: Mit Public Value wird ein neues Verständnis von „Wertschöpfung" gefördert, das die Einflüsse auf das Umfeld und die sozialen Strukturen, in denen ein Unternehmen aktiv ist, als gesellschaftliche Wertschöpfung definiert. Es geht um eine neue Aufmerksamkeit für die gesellschaftsprägenden Werte, die durch Firmen beeinflusst werden. Man kann argumentative Purzelbäume schlagen, um Unternehmen vom Gemeinwohl fernzuhalten. Aber in der Praxis ist völlig klar: Gerade die Wirtschaft leistet wichtige Beiträge, die weit über die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Zahlung von Steuern und Abgaben hinausgehen. Wie würden Sie Public Value zuspitzen? meynhardt: Auf den Punkt gebracht heißt das: Organisationen machen Gesellschaft. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass Firmen heute diesen Beitrag teils selbst zu wenig kennen und sich unter Wert verkaufen.
Meynhardt: Mit Public Value wird ein neues Verständnis von „Wertschöpfung" gefördert, das die Einflüsse auf das Umfeld und die sozialen Strukturen, in denen ein Unternehmen aktiv ist, als gesellschaftliche Wertschöpfung definiert. Es geht um eine neue Aufmerksamkeit für die gesellschaftsprägenden Werte, die durch Firmen beeinflusst werden. Man kann argumentative Purzelbäume schlagen, um Unternehmen vom Gemeinwohl fernzuhalten. Aber in der Praxis ist völlig klar: Gerade die Wirtschaft leistet wichtige Beiträge, die weit über die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Zahlung von Steuern und Abgaben hinausgehen. Wie würden Sie Public Value zuspitzen? meynhardt: Auf den Punkt gebracht heißt das: Organisationen machen Gesellschaft. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass Firmen heute diesen Beitrag teils selbst zu wenig kennen und sich unter Wert verkaufen.
Warum sollten Unternehmen sich für Public Value entscheiden?
Meynhardt: Es gibt verschiedene Gründe: Sei es, weil bisherige Nachhaltigkeitsansätze oder CSR-Maßnahmen auf ihre Wirkung hinterfragt werden sollen, oder weil sich ein Unternehmen vor der breiteren Öffentlichkeit rechtfertigen muss. Neu hinzugekommen ist der Aspekt, dass junge Menschen wieder verstärkt Sinn und Bedeutung ihrer Arbeit hinterfragen. Sie bevorzugen Arbeitgeber, bei denen sie gute Antworten auf die Frage nach dem gesellschaftlichen Engagement erhalten.
Meynhardt: Es gibt verschiedene Gründe: Sei es, weil bisherige Nachhaltigkeitsansätze oder CSR-Maßnahmen auf ihre Wirkung hinterfragt werden sollen, oder weil sich ein Unternehmen vor der breiteren Öffentlichkeit rechtfertigen muss. Neu hinzugekommen ist der Aspekt, dass junge Menschen wieder verstärkt Sinn und Bedeutung ihrer Arbeit hinterfragen. Sie bevorzugen Arbeitgeber, bei denen sie gute Antworten auf die Frage nach dem gesellschaftlichen Engagement erhalten.
Können Sie weitere Gründe nennen?
Meynhardt: Nicht unterschätzen sollte man die Bedeutung von Public Value in Innovations- und Wachstumsprozessen, die heute stärker denn je auf Gemeinwohlverträglichkeit hinterfragt werden. All diese Treiber lassen sich auf einen Nenner bringen: Für Public Value sollten sich Fimen dann entscheiden, wenn sie eine Perspektive benötigen, mit der man die komplexe Thematik „Gesellschaft" in Managementmodelle bringen kann.
Meynhardt: Nicht unterschätzen sollte man die Bedeutung von Public Value in Innovations- und Wachstumsprozessen, die heute stärker denn je auf Gemeinwohlverträglichkeit hinterfragt werden. All diese Treiber lassen sich auf einen Nenner bringen: Für Public Value sollten sich Fimen dann entscheiden, wenn sie eine Perspektive benötigen, mit der man die komplexe Thematik „Gesellschaft" in Managementmodelle bringen kann.
Herr Professor Meynhardt, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Mehr Informationen zum Thema - ein Film klärt auf:
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Kontakt
VDMA, Judith Herzog-Kuballa | judith.herzog@vdma.org
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