Die tec4U-Solutions GmbH stellt mit dem KI-basierten CoChecker ein Tool zur Verfügung, um fehlende Nachhaltigkeits- und Compliance-Daten rechtssicher zu substituieren. Elementar dabei ist, dass die Daten im Vergleich zu anderen gängigen Datenbanken über eine vertrauenswürdige Datenherkunft verfügen und hinsichtlich ihrer Aktualität der hohen Dynamik der Compliance-Anforderungen Rechnung tragen.
Warum ist das wichtig?
Die Umsetzungsnorm DIN EN IEC 63000 gibt vor, welche Schritte zu unternehmen sind, um die Material Compliance rechtssicher darzustellen. Allerdings ist die von vielen Unternehmen gelebte Praxis, Materialdaten entlang der Lieferantenkette zu hinterfragen, zu konsolidieren und zu bewerten, um sie nachfolgend interessierten Dritten, wie zum Beispiel Kunden oder Behörden, zur Verfügung zu stellen, allein nicht ausreichend. Vielmehr ist eine eigene, abgesicherte Datenbank als Materialdatenquelle notwendig. tec4U-Solutions hat daher in den vergangenen zwei Jahren erhebliches Know-how in die Entwicklung des CoCheckers, eines KI-gestützten Tools innerhalb der etablierten Material-Compliance-Software DataCross, zur Schließung dieser haftungsrelevanten Compliance-Lücke einfließen lassen.
Wie funktioniert der CoChecker?
Der CoChecker ermöglicht es, basierend auf Methoden der künstlichen Intelligenz, fehlende Materialdaten zu substituieren. Hierzu nutzt er die relative und technische Attributsverwandtschaft der Artikel, um mithilfe statistischer Methoden und integrierter Logikmodelle einen Wahrscheinlichkeitswert zu ermitteln, der die Material Compliance des hinterfragten Artikels darstellt. Hierbei greift der CoChecker in einem ersten Schritt auf eine eigene umfangreiche Materialdatenbank zurück, in der unter anderem 75.000 Bestückungselemente von Platinen hinterlegt sind. Sind die Daten nicht in der Datenbank verfügbar, werden sie über einen eigenen Datencrawler im World Wide Web gesucht. Konzipiert wurde das intelligente Assistenzsystem gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).
Was macht den CoChecker gegenüber anderen Datenbanken so besonders?
Eine große Besonderheit der im CoChecker hinterlegten Materialdatenbank besteht darin, dass alle Daten entweder öffentlich zugänglich sind und kontinuierlich auf ihre Aktualität geprüft werden oder im Einvernehmen mit den Dateninhabern (Hersteller, Händler oder Importeure) veröffentlicht werden dürfen. Eine datenrechtliche Verletzung stellt einen elementaren Verstoß gegen das Urheberrecht und oftmals auch gegen Geheimhaltungsvorgaben dar. Gleichwohl halten sich einige Datenbankanbieter nur teilweise oder gar nicht an diese Vorgaben – insbesondere dann, wenn die Daten im Ausland beschafft oder gepflegt werden. Gerade im Hinblick auf unternehmerische Haftungsrisiken ist es von entscheidender Bedeutung, ein besonderes Augenmerk auf die Datenherkunft zu richten. In einem Haftungsfall wird stets hinterfragt werden, woher die betreffenden Daten stammen. Ist deren Herkunft nicht belegbar oder stammen die Daten aus Quellen, die die Datennutzung nicht freigegeben haben, sind sie nicht werthaltig. Darüber hinaus drohen aus einem solchen Sachverhalt weitere Haftungsansprüche.
Welche Rolle spielt die Aktualität der Materialdaten?
Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Zeitpunkt, zu dem die genutzten Daten erhoben wurden. Häufig werden Daten aus technischen Erwägungen nur einmalig erhoben, um die Funktionalität eines Produktes sicherzustellen. Dabei wird jedoch häufig nicht die dynamische Welt der Material Compliance berücksichtigt. Dies bedeutet, dass in vielen verfügbaren Datenbanken Datensätze hinterlegt sind, die beispielsweise eine RoHS-Compliance suggerieren, obwohl der RoHS-Status dieser Artikel entweder nicht bekannt ist oder zwischenzeitlich veraltet sein kann. Unternehmen können dadurch in eine erweiterte Haftungssituation geraten. Sind bestehende Mängel bekannt, werden die Daten jedoch in der Datenbank nicht aktualisiert, gelten sie trotz besseren Wissens als veraltet und damit möglicherweise nicht mehr rechtskonform. Dies kann den Vorwurf fahrlässigen Handelns oder – je nach Einzelfall – sogar bedingten Vorsatzes begründen.
Werthaltige Datenherkunft und Datenaktualität vereint in der CoChecker-KI
In Summe bedeutet dies, dass Material-Compliance-Datenbanken beziehungsweise Suchmaschinen, die diese Daten im Feld generieren, mit großer Vorsicht zu bewerten sind. Vor diesem Hintergrund verfolgte die Entwicklung des CoCheckers von Beginn an das Ziel, eine konforme Alternative zu bestehenden Datenbanken bereitzustellen, die sowohl eine rechtssichere Herkunft der Daten als auch deren Aktualität gewährleistet. Dieser hohe Qualitätsanspruch hat dazu geführt, dass sich die Entwicklung trotz des gezielten Einsatzes von KI-Technologien als anspruchsvoll und zeitintensiv erwiesen hat.
Gleichzeitig ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen: Innerhalb der nächsten geplanten Releases der Material-Compliance-Software DataCross werden weitere KI-Elemente integriert, die die Generierung verlässlicher und rechtssicherer Daten gewährleisten. Als neues Mitglied der Banyan-Gruppe erhält tec4U-Solutions dabei maximale Unterstützung durch Kooperationen mit Schwesterunternehmen, die beim Einsatz von KI-Technologien zu den Spitzenreitern gehören. Dadurch werden die Entwicklungszyklen insbesondere bei Prozesserweiterungen in DataCross maßgeblich verkürzt. Zur zukünftigen Roadmap gehören Neuentwicklungen beziehungsweise funktionale Anpassungen im Kontext der Erstellung digitaler Produktpässe sowie einer nachhaltigen und kreislauforientierten Produktentwicklung.
Kontakt: tec4U-Solutions, Stefanie Huber | s.huber@tec4U-solutions.com | tec4U-solutions.com