Umwelt | Naturschutz, 28.07.2026
Neue Hitzewelle: Intakte Natur schützt vor Hitze und Trockenheit
LBV fordert mehr Wasserrückhalt, Gewässerrenaturierungen und eine stärkere Förderung des Moorschutzes
Deutschland steht die nächste starke Hitzewelle bevor. Für die kommenden Tage werden regional Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. „Die hohen Temperaturen und langen Trockenperioden sind ein Warnsignal. Wenn wir den Folgen der Klimakrise etwas entgegensetzen wollen, brauchen wir eine intakte Natur. Die Bayerische Staatsregierung muss jetzt den Wasserrückhalt in der Landschaft vorantreiben, mehr Gewässer renaturieren, naturnahe Wälder fördern und gemeinsam mit den Kommunen unsere Städte stärker begrünen", fordert der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.
Moore, Feuchtgebiete und naturnahe Landschaften speichern Wasser und geben es langsam wieder ab. Durch Verdunstung kühlen sie ihre Umgebung. Davon profitieren Menschen, Landwirtschaft und Natur. „Mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur haben wir ein Werkzeug, um geschädigte Moore, Wälder und Flüsse wieder funktionsfähig zu machen. Wenn wir der zunehmenden Hitze und Trockenheit etwas entgegensetzen wollen, brauchen wir eine intakte Natur als zentralen Teil der Lösung. Hier darf Bayern bei der Umsetzung keine weitere Zeit verlieren", so Schäffer. Gerade Moore erfüllen mehrere Aufgaben zugleich. Sie halten Wasser zurück, können Hochwasserspitzen abmildern und speichern große Mengen Kohlenstoff. „Mit jeder Moorrenaturierung schützen wir Klima, Artenvielfalt und den Wasserhaushalt einer ganzen Landschaft. Doch solche Maßnahmen brauchen zum Beispiel im Donaumoos eine verlässliche Finanzierung. Wir fordern deshalb von der Staatsregierung, die Moorrenaturierung als überragendes öffentliches Interesse festzuschreiben", erklärt Schäffer.
Hintergrund
Intakte, strukturreiche Ökosysteme leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um Bayern auch in Hitze- und Trockenperioden lebenswert zu halten. Der von unserem bundesweiten Partner NABU kürzlich vorgestellte ECONICS-Grün-Feucht-Kühl-Index (GFKI) zeigt, wo eine Landschaft ihre Fähigkeit verloren hat, Wasser zu halten und sich selbst zu kühlen (siehe PM-60-26). Der negative Trend des Index in den letzten fünf Jahren macht den schleichenden Verlust dieser Ökosystemleistung sichtbar und zeigt deutlich, dass der Schutz und die Wiederherstellung der Natur jetzt höchste politische Priorität erhalten müssen.
Über den LBV
1909 gegründet ist der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. - der älteste Naturschutzverband in Bayern und zählt aktuell 117.000 Unterstützerinnen und Unterstützer. Der LBV setzt sich durch fachlich fundierte Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildungsmaßnahmen für den Erhalt einer vielfältigen Natur und Vogelwelt im Freistaat ein. Mehr Infos: www.lbv.de/ueber-uns.
Kontakt: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) e. V., Markus Erlwein | presse@lbv.de | www.lbv.de
Mehr zum Thema Moore und Auen lesen Sie in der aktuellen forum-Ausgabe 03/2026 und in der nächsten forum-Ausgabe 04/2026.
Kontakt: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) e. V., Markus Erlwein | presse@lbv.de | www.lbv.de
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