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Franz Alt

Verdient Trump den Friedensnobelpreis?

Von den Vorgaben, die Alfred Nobel für die Verleihung definiert hat, ist er noch weit entfernt

Wenn ein Präsident sechs oder gar sieben Kriege tatsächlich beendet hat – wie Donald Trump über sich selbst sagt – , dann hat er natürlich den Friedensnobelpreis verdient, könnte man meinen. Doch hält Trumps Aussage einer Prüfung stand?
 
Büste von Alfred Nobel vor dem Nobel Institut in Oslo. Hier werden jeweils im Oktober die neuen Preisträger bekannt gegeben. © Brage.aronsen. CCBY-SA 4.0Der US-Präsident meint diese Konflikte:
  • Ein Abkommen zwischen Kambodscha und Thailand
  • Eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran
  • Ein Abkommen zwischen Indien und Pakistan.
  • Trump war beteiligt am sehr fragilen Abkommen zwischen dem Kongo und Ruanda.
  • Ebenso am jüngsten Abkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien und
  • Zuletzt intensiv an den Bemühungen um einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine.
Am Tag nach dem Treffen mit den europäischen Politikern im Weißen Haus behauptete Trump gar, er habe in den sechs Monaten seiner zweiten Amtszeit sieben Kriege beendet.

Richtig ist, dass Trump für sich den Friedensnobelpreis will und sich sehr erkennbar für die Lösung mehrerer militärischer Konflikte bemüht und bemühte. Vor allem im Bemühen um die Lösung des langjährigen Aserbaidschan-Armenien-Konflikts war seine Hilfe erfolgreich –zumindest vorübergehend. Beide viele Jahrzehnte verfeindeten Staatschefs schlugen Trump für den Friedensnobelpreis vor. Auch Ruanda und der Kongo unterzeichneten einen Friedensvertrag zur Beendigung des über 30-jährigen Krieges – doch dort gehen die Kämpfe inzwischen wieder weiter. Ebenso im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

Der Konflikt zwischen Indien und Pakistan konnte zumindest vorläufig entschärft werden – auch der pakistanische Regierungschef schlug Trump für den Friedensnobelpreis vor. Zwischen Israel und Irak spielten die USA eine wichtige Rolle beim Zustandekommen des Waffenstillstands vor einigen Wochen. Doch das Ziel, Iran von der Atombombe abzuhalten, wurde dadurch nicht erreicht. Trump behauptete auch hier, es sei ihm „eine Ehre gewesen, diesen Krieg zu beenden". Das war stark übertrieben wie wir es von Trump kennen. Zwischen Thailand und Kambodscha hatten die USA zusammen mit Malaysia dazu beigetragen, den Krieg zunächst zu unterbrechen, aber auch nicht, ihn wirklich zu beenden.

Im Krieg zwischen Russland gegen die Ukraine betont Trump immer wieder, dass er ein Ende des Tötens will, doch bis jetzt lässt sich Putin nicht mal auf einen Waffenstillstand ein, den die Europäer fordern, aber nicht mehr der US-Präsident.

Trump will weniger militärisches US-Engagement im Ausland, aber zugleich von den Europäern weit mehr Geld fürs Militär. Auch im Ukraine-Krieg geht es dem US-Präsidenten erkennbar mehr um einen wirtschaftlichen Deal mit Russland und der Ukraine zugunsten der USA als um den Frieden in Europa.

Donald Trump ist nun sechs Monate in seiner zweiten Amtszeit. Er will dabei „jeden Monat einen Krieg beendet haben". Das sind große Worte, aber nur kleine Wahrheiten. Die US-Politik hat bei all diesen Konflikten und Verhandlungen hierüber eine gewisse Rolle gespielt und einige mal geholfen, einer Lösung näher zu kommen. Das ist richtig. Aber es ist stark übertrieben bis falsch, wenn Trump behauptet, er habe sechs oder sieben Kriege beendet. Während Trump bereits vom Frieden in der Ukraine spricht, lässt Putin weiter gnadenlos und erbarmungslos bomben und töten.

Ein Ziel kann man Trump wirklich abnehmen: Er will unbedingt den Friedensnobelpreis. „Ich möchte wirklich in den Himmel kommen", sagte er in diesen Tagen. Auch das kann man ihm glauben. 

In seinem Testament verfügt der Stifter des Friedensnobelpreises, Alfred Nobel: Den Preis soll bekommen, „wer am meisten oder bestens für die Verbrüderung der Völker, für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat". Davon ist Trump heute noch weit entfernt. Aber vielleicht verdient er ihn doch noch. Kann Donald Trump ein Mahatma Gandhi des 21. Jahrhunderts werden?

Das Problem dabei: Putin hat eine Strategie: Von Frieden reden, aber die Waffen sprechen lassen. Aber Trump hat keine wirkliche Gegenstrategie. Eitelkeit allein reicht wohl nicht für den Friedensnobelpreis

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