Franz Alt

UNO: Für eine Welt ohne Atomwaffen

Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft

Endlich war es so weit: Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft, der Atomwaffenverbotsvertrag, der AVV. Mehrere Staaten, aber hauptsächlich zivilgesellschaftliche Gruppen in der ganzen Welt hatten viele Jahre dafür gekämpft, auch in Deutschland.
 
Friedensdenkmal in Hiroshima © tgrand, pixabay.comDer Vertrag war schon 2017 in der UNO von 122 Staaten angenommen worden und trat dann 2021 in Kraft. Heute unterstützen 99 Staaten, also die Mehrheit aller UN-Mitglieder, den Vertrag. Sie unterstützen damit die Notwendigkeit, Atomwaffen ebenso wie alle anderen Massenvernichtungswaffen, völkerrechtlich zu ächten.
 
In einer Zeit, in der 9 Länder (USA, Russland, China, England, Frankreich, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea) Atombomben besitzen und weitere Länder in den Besitz von Atomwaffen kommen wollen, ist dieser Vertrag ein besonders wichtiges Zeichen im Kampf für eine atomwaffenfreie Welt. „Solange es Atomwaffen gibt, besteht die Gefahr eines Atomkriegs und ein Atomkrieg wäre der letzte Krieg der Menschheit, weil es danach keine Menschen mehr gäbe, die noch einen Krieg führen könnten," hat mir der Realpolitiker Michail Gorbatschow in unserem gemeinsamen Buch „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg" gesagt.
 
Doch zurzeit reden alle Atomwaffenländer von einer „Modernisierung" ihrer Atompolitik. Der UNO-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) verkörpert aber den Willen der Menschheit, ohne Atomwaffen leben zu wollen. Er stellt zugleich den Sieg der internationalen Demokratie und der multinationalen Diplomatie über die Dominanz der atomaren Weltmächte dar. Leider wird dieses Thema und der Kampf für eine atomwaffenfreie Welt auch in der Publizistik viel zu wenig beachtet und thematisiert. Wir Journalisten haben hier viel Nachholbedarf. Auch deshalb unterstützt keines der 9 Atomwaffenländer diesen Vertrag.
 
Der AVV verbietet den Vertragsstaaten unter anderem den Einsatz von, aber auch die Drohung mit Atomwaffen sowie Entwicklung, Tests und Besitz von Atomwaffen. Auch die beiden letzten Päpste und der Dalai Lama haben gesagt, dass schon die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen eine Sünde und verboten sei. Auch die Weitergabe von Atomwaffen sind in dem AVV nicht erlaubt. Zudem verpflichten sich die Mitglieder, die Überlebenden von Atomwaffentests durch medizinische Versorgung und wirtschaftliche Integration zu unterstützen. 2023 hat die UNO einen wissenschaftlichen Beirat eingerichtet, der ein Netzwerk aufbauen und die Ziele des AVV weltweit verbreiten und propagieren soll. Die Ergebnisse dieses Beirats werden auf regelmäßigen Konferenzen der Vereinten Nationen vorgestellt.
 
Noch ist Frieden möglich
Je aktiver die Zivilgesellschaft dabei ist, – vor allem in den Ländern, die Atomwaffen besitzen oder besitzen wollen – desto erfolgreicher können wir den atomaren Wahnsinn stoppen und die weltweite Ächtung aller Atomwaffen erreichen. Jede und jeder trägt dafür Verantwortung. Es geht dabei um das Überleben allen Lebens auf unserem Planeten. Wenn es uns nicht gelingt, die Atomwaffen abzuschaffen, werden sie irgendwann uns abschaffen – durch menschlichen Größenwahn oder durch ein technisches Versehen oder Versagen. Und niemand kann dann glaubwürdig sagen, er oder sie habe nichts davon gewusst.
 
Noch ist Frieden möglich. Hiroshima ist die Friedensstadt, die nach der Atombombe von 1945 zu einem globalen Symbol für atomare Abrüstung wurde. Inzwischen haben sich über 8.000 Städte zu einem weltweiten Bündnis „Mayors for peace" (Bürgermeister für den Frieden") zusammengeschlossen, um sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Darunter auch Baden-Baden, Rastatt, Pforzheim, Gaggenau, Bühl, Bretten, Bruchsal, und Ettlingen. Aber auch Freiburg, Köln, München, Hannover, Bochum, Frankfurt/Main, und Frankfurt/Oder. Insgesamt haben über 400 deutsche Städte bei den „Mayors for Peace" unterschrieben.
Kontakt: Dr. Franz Alt | bigialt@sonnenseite.com | www.sonnenseite.com

In der forum-Ausgabe 02/2026 werden wir das Thema Aufrüstung, Militär, Krieg & Frieden ausführlich behandeln - jetzt vorbestellen! 

Weitere Artikel von Franz Alt:

Klimawandel schadet auch der Gesundheit
Extreme Hitze, frühere Pollensaison, mehr tropische Infektionskrankheiten: In vielen Ländern Europas steigt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle.
Von 52 Toten im Jahr 2015 pro einer Million Einwohner auf mehr als 122 Toten pro einer Million Menschen in Spanien, Italien, Griechenland, Deutschland und Bulgarien. Die Studie dazu vom Uniklinikum Heidelberg ist jetzt im Fachmagazin „The Lancet“ (Lancet Countdown Europe Report 2026) erschienen.


Europa ist die Lösung, nicht das Problem
Die demokratische und friedliche EU ist zum Sehnsuchtsort für Millionen Menschen auf der ganzen Welt geworden
Donald Trump ließ eine Mauer zu Mexiko bauen, AfD-Politiker faselten schon mal vom Schießbefehl an den Grenzen, und Viktor Orban ließ wieder Zäune errichten. Mauer, Schießbefehl und Zäune: das hatten wir alles schon mal.


Hilft Trump den Erneuerbaren?
Donald Trump hilft ganz unbewusst den Erneuerbaren zum Sieg
Wir seien ja sehr, sehr bescheiden geworden, schreibt die TAZ (11.4. 2026), wenn es schon eine „frohe Botschaft“ (Außenminister Wadephul) ist, dass Präsident Trump auf seine Ankündigung, die 4.000 Jahre alte iranische Zivilisation in wenigen Stunden auszulöschen „vorläufig verzichtet“. Dabei kann diese „frohe Botschaft“ schon in wenigen Tagen erneut eine Katastrophe werden.


Die Chance der Krise
Preisschock als Wendepunkt: Warum die Energiekrise den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt. Der aktuelle Kommentar von Franz Alt
Steigende Öl- und Gaspreise treffen Wirtschaft und Gesellschaft – und treiben zugleich den globalen Boom von Solar- und Windenergie voran. Analysen zeigen: Die Energiewende gewinnt an Tempo, doch ob sie nachhaltig wirkt, hängt jetzt von klugen politischen Entscheidungen ab. Aktueller Kommentar von Franz Alt.


Und wieder schießt Trump ein Eigentor
Der US-Präsident ist vergangenheitsbesessen und zukunftsvergessen
Nicht nur mit seiner Zollpolitik, sondern erst recht mit seiner Klimapolitik schießt US-Präsident Trump ein Eigentor nach dem anderen.




     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

LOHAS & Ethischer Konsum

"All You Need is Love"
Christoph Quarch verteidigt den Valentinstag als Schutzzeit für die romantische Liebe
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

Ausbau erneuerbarer Energien

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Engagement Global gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • NOW Partners Foundation
  • 66 seconds for the future
  • ZamWirken e.V.
  • TÜV SÜD Akademie
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • SUSTAYNR GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH