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Mobilität und Geschäftsreisen:

Unverzichtbarer Bestandteil der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Wollen Unternehmen die Anforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllen, sind auch betriebliche Mobilität und insbesondere Geschäftsreisen einzubeziehen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und reichen von der Notwendigkeit einer umfassenderen ökologischen Verantwortung bis hin zu regulatorischen Anforderungen, die durch die Einführung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) verstärkt wurden.

© Olga Lukjanenko; stock.adobe.com
Betriebliche Mobilität und Geschäftsreisen spielen eine wesentliche Rolle in der Klimabilanz eines Unternehmens. Geschäftsreisen, insbesondere mit dem Flugzeug, aber auch mit dem Pkw, tragen erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei. Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur schätzt, dass die Luftfahrt für etwa 3,5 Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen verantwortlich ist – und die Emissionen aus dem Flugverkehr steigen rapide. Daher ist es unerlässlich, dass Unternehmen diesen Aspekt in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung berücksichtigen.

Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hebt in ihrem Entwurf der ESRS von 2023 hervor, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Nachhaltigkeit auch die Berücksichtigung von Emissionen aus Geschäftsreisen und betrieblicher Mobilität umfasst: „Die Treibhausgasemissionen, die durch Geschäftsreisen und andere Formen der betrieblichen Mobilität verursacht werden, sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtökobilanz eines Unternehmens."

Regulatorische Anforderungen und ESRS
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) verlangen von Unternehmen eine umfassende Berichterstattung über ihre Nachhaltigkeitspraktiken, einschließlich der betrieblichen Mobilität. Die ESRS-Bestimmungen beinhalten spezifische Richtlinien für die Erfassung und Berichterstattung von Emissionen, die durch Geschäftsreisen entstehen. Diese Standards wurden entwickelt, um eine einheitliche und transparente Berichterstattung zu gewährleisten und Unternehmen dazu zu bewegen, ihre Umweltauswirkungen zu minimieren.

Stakeholder-Erwartungen und Unternehmens­verantwortung
Öffentlichkeit und Stakeholder von Unternehmen – einschließlich Investoren, Kunden und Mitarbeitenden – erwarten zunehmend Transparenz und Verantwortlichkeit in Bezug auf die Umweltauswirkungen. Geschäftsreisen und betriebliche Mobilität sind Bereiche, in denen die Unternehmen oft signifikante ökologische Fußabdrücke hinterlassen, und Stakeholder fordern, dass diese Auswirkungen gemessen und gemindert werden.

„In einer Zeit zunehmender Umweltbewusstheit und Nachfrage nach nachhaltigen Geschäftspraktiken ist die detaillierte Berichterstattung über alle relevanten Emissionsquellen, einschließlich der durch Geschäftsreisen verursachten, von entscheidender Bedeutung", so die Europäische Kommission 2024 in ihrer Initiative zu den ESRS. Die Berichterstattung über die betriebliche Mobilität ermöglicht es den Unternehmen, Transparenz zu schaffen und ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu demonstrieren.
 
„Die Berichterstattung über die betriebliche Mobilität ermöglicht es den Unternehmen, Transparenz zu schaffen und ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu demonstrieren."

Interne Vorteile und Optimierungspotenziale
Die Erfassung und Berichterstattung von Emissionen aus Geschäftsreisen und betrieblicher Mobilität kann auch intern Vorteile bieten. Unternehmen, die sich dieser Herausforderung stellen, haben die Möglichkeit, ihre betrieblichen Prozesse zu überprüfen und zu optimieren. Durch die Analyse von Reisedaten können beispielsweise unnötige Geschäftsreisen identifiziert und alternative Kommunikationsmethoden wie Videokonferenzen gefördert werden. Zudem tragen diese Analysen und daraus resultierend eine Reduzierung der Geschäftsreisen und die Förderung nachhaltigerer Alternativen dazu bei, nicht nur die Umweltbilanz zu verbessern, sondern auch betriebliche Effizienzgewinne zu erzielen.

Wettbewerbsfähigkeit und Markenwert
In einem zunehmend wettbewerbsorientierten Marktumfeld kann die Berichterstattung über nachhaltige Praktiken einschließlich der betrieblichen Mobilität auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens stärken. Unternehmen, die ihre Emissionen aktiv managen und darüber berichten, positionieren sich als verantwortungsbewusste Akteure und können sich von Wettbewerbern abheben, die dies nicht tun. Eine klare und transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung kann das Vertrauen der Stakeholder stärken und den
Markenwert erhöhen.

Die Europäische Kommission betont, dass „eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung, die alle relevanten Bereiche einschließlich der Geschäftsreisen abdeckt, nicht nur zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen beiträgt, sondern auch als Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend umweltbewussten Markt dienen kann".

Fazit
Unternehmen müssen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung auch über die betriebliche Mobilität, insbesondere die Geschäftsreisen, berichten, um sowohl den regulatorischen Anforderungen der ESRS als auch den Erwartungen ihrer Stakeholder gerecht zu werden. Die Einbeziehung dieses Aspekts bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren, interne Prozesse zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. In einer Zeit zunehmender regulatorischer Anforderungen und öffentlicher Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit ist dies ein unverzichtbarer Bestandteil einer umfassenden und glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategie.
 
Dieter Brübach, Diplom-Betriebswirt, seit 1989 bei BAUM e.V., seit Mai 2009 Mitglied des Vorstands, aktuell stellvertretender Vorsitzender. Themen u.a.: Klimaschutz, nachhaltige Mobilität, betriebliches Mobilitätsmanagement, Geschäftsreisen, SDGs, Mitarbeitermotivation zu Nachhaltigkeit.

Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften

Dieser Artikel ist in forum 02/2025 - Save the Ocean erschienen.

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