82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Eine harmonische Verbindung

Industrietextilien auf den Spuren der Natur

In vielen Industrien ist Kunststoff unersetzlich. Biobasierte Lösungen sind auf dem Vormarsch. Vor allem in der Autoindustrie ist man auf der Suche nach Werkstoffen für die Fahrzeuge der Zukunft und dabei spielen Fasern und Industrietextilien eine entscheidende Rolle.
 
Biobasierte Lösungen sind auf dem Vormarsch. © ITV DenkendorfBasierten Mobilitätslösungen im 20. Jahrhundert nahezu vollständig auf der Ausnutzung fossiler Energieressourcen, so werden wir im nächsten Jahrzehnt eine deutliche Ressourcenverknappung und somit eine Umorientierung der Mobilitätskonzepte erleben. Zur Verringerung des Gewichts in der Automobilindustrie und der Luftfahrt wurden in den letzten Jahren neue Werkstofflösungen und Fertigungsprozesse entwickelt, um metallische Strukturelemente durch leichtgewichtige Verbundmaterialien aus Kunststoffen zu ersetzen. Vor allem der Erfolg der Elektromobilität wird entscheidend davon abhängen, inwieweit es den Konstrukteuren gelingt, das Fahrzeuggewicht zu reduzieren. Immer häufiger werden schwere metallische Strukturelemente durch faserverstärkte Kunststoffteile ersetzt. Die sogenannten Organobleche stehen als plattenförmige und thermoverformbare Halbzeuge zur Verfügung und gehen zunehmend auf nachwachsende Rohstoffe zurück.
 
Blech aus Naturfasern
So wurden an der TU Dresden Organobleche mit metallähnlicher Festigkeit unter Einsatz von Naturfasern und Biokunststoffen realisiert. Durch die naturgemäß gute Haftung zwischen Naturfaser und Biopolymer konnte dabei ohne Haftvermittler gearbeitet werden. Die entstehenden Verbundwerkstoffe basieren damit vollständig auf nachwachsenden Rohstoffen und zeigen für bestimmte Anwendungen bessere technische Eigenschaften als bisherige Lösungen. Sie haben meist ein geringeres Gewicht, splittern im Crashfall nicht und bilden keine scharfen Bruchkanten aus. Zudem dämpfen sie Vibrationen sehr viel besser, wirken schallabsorbierend und weisen eine wesentlich günstigere Energiebilanz auf.
 
Nachwachsende Rohstoffe statt Petrochemie
Üblicherweise bestehen die Werkstoffverbunde aus synthetischen Fasern wie Glas-, Kohle- oder Aramidfasern und einem Matrixsystem aus einem thermoplastischen Kunststoff der Petrochemie. Mit Blick auf die Verknappung der Ausgangsstoffe petrochemischer Prozesse und die Abfallproblematik versuchen die Hersteller und Wissenschaftler immer mehr, konventionelle Kunststoffe durch biologisch abbaubare zu ersetzen. So werden derzeit textile Gewebe und Vliesstoffe für die Innenausstattung von Fahrzeugen aus biologisch abbaubaren Polylactid (PLA)-Fasern entwickelt, die die gegenwärtig eingesetzten Polyesterfasern substituieren sollen. Die Herstellung der Fasern erfolgt mit nachwachsenden Rohstoffen. Partner des Verbundvorhabens sind unter anderen das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen und das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI).
 
Innovationen auf den Spuren der Natur
Zur Realisierung besonders leichtgewichtiger Sandwich- oder Hohlstrukturen wurden am ITV in Denkendorf neue Verfahrensansätze entwickelt, um neben planparallelen Abstandsgewirken bis zu zweifach gekrümmte Gewebestrukturen zu realisieren. Die Wissenschaftler nutzen für die Entwicklung eine Analogie zum Schalenskelett einer Seeigelgattung und übertrugen den Aufbau auf gekrümmte Abstandsgewebe. Der Seeigel verfügt über eine gewölbte Außenschale mit dünnen Innenverstrebungen, was sie sehr leicht und gleichzeitig druckstabil macht.
 
Auf das Recycling kommt es an
Die Faserverstärkung in Leichtbaukompositen bietet ein hohes Potenzial zur Schonung von Ressourcen. Doch da sich Faser- und Matrixwerkstoff üblicherweise voneinander unterscheiden, ist eine sortenreine Trennung und die Rückführung in Materialkreisläufe nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren. Abhilfe bieten hier selbstverstärkende Polymerverbundwerkstoffe (SRPC), die sogar bessere mechanische Qualitäten aufweisen können als die faserverstärkten Varianten. Großer Vorteil gegenüber den konventionellen faserverstärkten Verbundmaterialien ist, dass für selbst­verstärkende Polymerverbundwerkstoffe (SRPC) nur eine Polymerfamilie verwendet wird und das Recyceln am Lebensende des Produktes damit wesentlich einfacher ist.
 
Weiterführende Informationen finden Sie auf www.techtextil.com und die Links zu den einzelnen Forschungsinstituten unter www.forum-csr.net
 
Von Fritz Lietsch

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2015 - Jahr des Bodens erschienen.

Weitere Artikel von :

Accelerating Integrated Energy Solutions
…dieses Ziel verfolgt The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft.
Im Kontext einer zukunftsfähigen Energiewelt stehen erneuerbare Energien, Dezentralisierung und Digitalisierung sowie branchenübergreifende Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung 24/7 in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr im Fokus. forum präsentiert für Sie Themen, Highlights und Termine 2024.


Lösungen für die Verteilnetze von Morgen
Verteilnetze - Schauplatz der Energiewende
Die Verteilnetze werden in immer höherem Maße
zum entscheidenden Schauplatz der Energiewende.
Die Gründe dafür liegen sowohl in der Stromerzeugung und -einspeisung als auch im Verbrauch.


Bayer in der Krise – wann nimmt der Größenwahnsinn machtgieriger Manager ab?
Der aktuelle Kommentar von Fritz Lietsch
Auf 38,7 Milliarden Euro belaufen sich die Schulden des Chemiekonzerns Bayer. Nicht genug, dass Bayer auf aggressive Weise sein genmanipuliertes Saatgut und sein giftiges Glyphosat durchsetzt. Jetzt stellt der Konzern auch finanziell eine Bedrohung dar – wie andere Konzerne auch, deren Manager mit ihrer Machtgier die Allgemeinheit schädigen.


Ein Fazit nach 2 Wochen Klimakonferenz in Dubai
forum-Chefredakteur Fritz Lietsch verabschiedet sich von der COP 28
Diese Klimakonferenz war voller Widersprüche und damit ein perfektes Abbild unserer globalen Gesellschaft. Doch beginnen wir von vorne: Nach dem riesigen Zuspruch unserer täglichen Veranstaltungen in der „Bio-Villa" am Meer in Sharm el Sheik zur COP 27, waren wir nun auf der COP 28 mit unserem future economy forum Stand erstmals in der blue zone der COP vertreten.


Was wurde eigentlich aus … 's Fachl?
Zukunft gestalten – Nachgefragt | Tops oder Flops in forum Nachhaltig Wirtschaften?
Seit 2007 stellt forum vielversprechende Projekte, Start-ups und Social Business-Initiativen vor. Häufig werden nur Mega Flops bekannt, wie etwa das Projekt Cargolifter, wo riesige Luftschiffe kniffelige Transportaufgaben übernehmen sollten. Nachfolgend zeigen wir die Entwicklung von mutigen Projekten, über deren Start wir schon einmal vor Jahren berichteten.




     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Naturschutz

Wer an die Sonnenfinsternis glaubt, kann den Klimawandel nicht leugnen
Christoph Quarchs Überlegungen zur Sonnenfinsternis am 12. August
Munich Climate Week 2026
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Alle sind aufgerufen, einen Atomkrieg zu verhindern

BN-Donauschifffahrt zeigt den Wert der frei fließenden Donau auf

Konkrete Gefahren für Betriebe

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

B.A.U.M. Insights
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • 66 seconds for the future
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • WWF Deutschland
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Zendure DE GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • ZamWirken e.V.