Umwelt | Naturschutz, 19.04.2026
Merz und Lula auf der Hannover Messe
Brasilien will Deutschland um höhere Investitionen in den Tropenwaldfonds bitten
Brasiliens Präsident Lula da Silva hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag um eine größere Investition in den Tropenwaldfonds TFFF gebeten. WWF, Plant-for-the-Planet und weitere Organisationen unterstützen diese Forderung.

Zur Eröffnung der Hannover Messe 2026 trafen die beiden Regierungschefs aufeinander. Brasilien ist in diesem Jahr Partnerland der Messe. Es wurde erwartet, dass Präsident Lula Bundeskanzler Merz um eine Aufstockung der deutschen Investition in die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) bitten würde.
In einem Bündnis mit WWF, OroVerde, Rainforest Foundation Norway, Campaign for Nature, Climate Focus und Germanwatch unterstützt Plant-for-the-Planet die Bitte des brasilianischen Präsidenten. In einem Brief fordern die Umweltschutzorganisationen die Bundesregierung auf, ihre Investition von einer Milliarde auf drei Milliarden Euro über die nächsten zehn Jahre aufzustocken. Hier können Sie den ganzen Brief lesen.
Weitere Investitionen in den Tropenwaldfonds nötig
„Es war mutig und richtig, dass Deutschland auf der Weltklimakonferenz in Brasilien als eines der ersten Länder eine Investition in die TFFF verkündet hat", sagt Felix Finkbeiner, Gründer von Plant-for-the-Planet. „Doch eine Milliarde ist unzureichend. Wir sollten mit Norwegen gleichziehen und damit absichern, dass die TFFF erfolgreich ihre wichtige Arbeit für die Finanzierung von Tropenwaldschutz aufnehmen kann."
Norwegen hat auf der Weltklimakonferenz eine Investition von drei Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese ist an die Kondition geknüpft, dass bis zum Jahresende 2026 insgesamt 10 Milliarden US-Dollar an Investitionen zugesagt werden. Bisher liegen die Zusagen bei 6,7 Milliarden US-Dollar. Die Umweltschutzorganisationen sind der Meinung, dass Deutschland dabei helfen sollte, diese Lücke zu schließen. Andere wesentliche TFFF-Investoren sind Brasilien, Indonesien und Frankreich.
Regierungen verkünden erste Fortschritte beim Fonds-Aufbau
Anlässlich der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington verkündeten Brasilien, Norwegen und Deutschland Fortschritte in der Ausgestaltung und Operationalisierung des Tropenwaldfonds. Brasilien und Norwegen werden als Co-Vorsitzende des Interims-Vorstands die Aufbauphase leiten. Ein CEO wird derzeit noch gesucht.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan sagte am Donnerstag auf der Frühjahrstagung, Waldschutz sei eine der klügsten Investitionen, die die Weltgemeinschaft machen könne, und lobte besonders den Wert der TFFF für indigene Menschen.
Über die Tropical Forest Forever Facility
Die tropischen Regenwälder der Welt sollen durch einen insgesamt 125 Mrd. US-Dollar Fonds (zusammengesetzt aus 20 Prozent öffentlichen und 80 Prozent privaten Mitteln) geschützt werden. Teile der Gewinne des Fonds sollen genutzt werden, um Regenwaldländer zu belohnen, wenn sie ihre Wälder schützen. Das Modell sieht vor, bis zu 4 US-Dollar pro Hektar geschützten Regenwald auszuzahlen. Bei Entwaldung sind wiederum Abzüge in Höhe von 400 und 800 US-Dollar pro Hektar vorhergesehen.
Über Plant-for-the-Planet
Plant-for-the-Planet ist eine globale Initiative, die für Klimagerechtigkeit kämpft. Dazu empowern wir junge Menschen, sich jetzt für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen, und schützen und renaturieren Waldökosysteme. Außerdem betreiben wir Forschung und bieten kostenlose Software-Tools sowie Beratung für Renaturierungsorganisationen auf der ganzen Welt. Wir sind davon überzeugt, dass die drei Billionen Bäume der Welt geschützt werden müssen und tragen dazu bei, eine weitere Billion Bäume zurückzubringen.
Hinweis: In der kommenden forum-Ausgabe 03/2026 werden wir uns intensiv mit dem Thema Wald & Biodiversität auseinandersetzen.
Kontakt: Plant-for-the-Planet Foundation, Victoria Krumbeck | victoria.krumbeck@plant-for-the-planet.org | plant-for-the-planet.org
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