Anzeige, Technik | Digitalisierung, 16.11.2025

"Benutzmich!"

Europas nachhaltigste Suchmaschine fordert echte Souveränität statt Symbolpolitik

Das Digitalunternehmen übt Kritik an den Widersprüchen beim EU-Gipfel zur Digitalen Souveränität. Ecosia-CEO Christian Kroll ruft Politik und Verwaltung zum Umstieg auf europäische Alternativen auf.

Christian Kroll, CEO and Founder © Pako Quijada
Unter dem Motto „Benutzmich!" fordert Ecosia stellvertretend für europäische Technologieunternehmen mehr Eigenständigkeit Europas in der digitalen Infrastruktur. Der Appell richtet sich an Politik, Verwaltungen und Institutionen.
 
Anlass ist der Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität, der am 18. November 2025 auf dem EUREF-Campus Berlin stattfindet.
 
Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren dort laut Bundesregierung „zentrale Aspekte für eine unabhängige, sichere und innovationsfreundliche digitale Zukunft Europas" - mit Schwerpunkten auf Künstliche Intelligenz (KI), Start-ups, Cloud-Infrastrukturen und Datenökonomie.
 
Doch ausgerechnet zeigt sich schon im Umfeld des Gipfels wie weit Anspruch und Realität auseinanderliegen: Livestreams und Kommunikation laufen u.a. über US-Plattformen wie Youtube (Google) und Instagram (Meta).
 
Mehrere Organisatoren der offiziellen Side-Events des Gipfels sind institutionell mit Unternehmen wie Microsoft, Google, Capgemini, Accenture oder AWS verflochten, z. B. durch Mitgliedschaften, Sponsoring und gemeinsame Projekte. Das zeigt, wie eng Europas Digitalpolitik weiterhin in globale Konzernstrukturen eingebettet ist – und das bei einer Konferenz, die europäische Unabhängigkeit zum Ziel hat.
 
„Digitale Souveränität beginnt nicht mit Beschlüssen"
„Europa verfügt längst über leistungsfähige Alternativen - sie müssen nur endlich eingesetzt werden. Denn digitale Souveränität beginnt nicht mit Beschlüssen, sondern damit, europäische Technologien tatsächlich zu nutzen," sagt Christian Kroll, CEO Ecosia.
 
Beispiele für souveräne Digitalisierung
  • Das Land Schleswig-Holstein migriert derzeit 30 000 Arbeitsplätze von Microsoft auf LibreOffice und Linux.
  • Dänemark stellt Behörden ebenfalls auf LibreOffice und Linux um.
  • Der Internationale Gerichtshof in Den Haag stellt nach wiederholter Sabotage von Microsoft auf die deutsche Open-Source-Software OpenDesk um.
  • Frankreich betreibt zentrale Verwaltungs-IT auf eigener Open-Source-Infrastruktur.
„Solange Europa über digitale Souveränität diskutiert, aber die Debatte selbst mithilfe und über fremde Plattformen führt, bleibt das Konzept eine Fassade," so Kroll. „Souveränität heißt, die Kontrolle über Daten, Kommunikation und Infrastruktur selbst in der Hand zu behalten."
 
Europa verfügt längst über starke Alternativen: von Suchmaschinen und Browsern (Ecosia, Vivaldi, Qwant usw.) über Cloud-Services (Nextcloud, IONOS, Leitz-Cloud) bis hin zu sozialen Netzwerken im Fediverse (Mastodon, Pixelfed, PeerTube).
 

Q&A
  • Was ist das Ziel des EU-Gipfels zur Digitalen Souveränität?
    Der Gipfel bringt Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um laut Bundesregierung „zentrale Aspekte für eine unabhängige, sichere und innovationsfreundliche digitale Zukunft Europas" zu entwickeln - mit Fokus auf KI, Start-ups, Cloud-Infrastruktur und Datenökonomie.
  • Wo liegen die Widersprüche?
    Während über Unabhängigkeit diskutiert wird, wird die Veranstaltung selbst u.a. über US-Plattformen gestreamt und kommuniziert. Zudem sind Partner und Sprecher beteiligt, die eng mit US-Konzernen verflochten sind – etwa Capgemini und Accenture (Microsoft- und Palantir-Implementierungen), Google Cloud und Microsoft. Das zeigt, wie schwer sich Europa tut, digitale Souveränität tatsächlich zu leben.
  • Sind europäische Alternativen konkurrenzfähig?
    Ja. Lösungen wie Nextcloud, KNIME, RapidMiner, LibreOffice oder OpenDesk sind leistungsstark, DSGVO-konform und werden bereits in öffentlichen Verwaltungen eingesetzt. Sie bieten volle Datenkontrolle und langfristige Kostenvorteile.
  • Was spricht konkret für Ecosia?
    Ecosia ist Europas größte gemeinwohlorientierte Suchmaschine. Sie verkauft keine Nutzerdaten, arbeitet mit 100 % erneuerbarer Energie und investiert alle Gewinne in weltweite Aufforstungs- und Klimaprojekte.
  • Über den Appell „Benutzmich!"
  • Der Appell „Benutzmich!" setzt sich für digitale Eigenständigkeit, Datenschutz und offene Standards ein - und fordert die öffentliche Hand auf, konsequent europäische digitale Dienste einzusetzen
Ecosia ist Europas größte gemeinwohlorientierte Suchmaschine. Sie verkauft keine Nutzerdaten, arbeitet mit 100 % erneuerbarer Energie und investiert alle Gewinne in weltweite Aufforstungs- und Klimaprojekte.

Kontakt: Ecosia GmbH, Jade Devay | presse@ecosia.org | www.ecosia.org



     
        
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