Christoph Herzog
Technik | Digitalisierung, 26.08.2025
Ja, aber
Künstliche Intelligenz oder menschliche Dummheit?
Vor einiger Zeit blieb ich auf LinkedIn an einem Bild hängen. Eine Bekannte hatte ein Foto von sich als Actionfigur veröffentlicht, ausgestattet mit passenden Accessoires. In der Blisterverpackung waren eine Topfpflanze, ein CSRD-Handbuch und eine Packung Bio-Kaffee zu sehen – irgendwie knuffig.
Doch es war nur der Anfang. Kurz darauf wurden mir Dutzende „Chief Executive Heroes", „Sustainability-Matadorinnen" und auch Ministerpräsident „Winfried" mit VFB-Schal und Gartenschere in die Timeline gespült. Da fiel der Groschen: ein KI-Trend, ach herrje.Denn laut einer Studie des Umweltbundesamtes wird KI bald ein Prozent des weltweiten Stroms verbrauchen. Bis 2028 wird der Energieverbrauch in KI-Rechenzentren auf 300 Terawattstunden steigen. Und mit jeder Anfrage – egal, ob für die Erstellung knuffiger Grafiken oder bissiger Kolumnen – steigt der Bedarf. Das birgt auch das Risiko, dass Tech-Unternehmen die damit verbundenen CO2-Emissionen in Länder mit laxer Klimapolitik verlagern.
Dabei bietet KI, bewusst eingesetzt, großartige Anwendungsmöglichkeiten: Sei es bei der Vorhersage von Sturmfluten, zur Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion oder zur Aggregation von ESG-Daten. Einige Beispiele finden Sie in diesem Heft. Die Frage ist: Schaffen wir es, den Nutzen von KI für Nachhaltigkeit so zu gestalten, dass er die Nachteile überwiegt? Fest steht: KI kann einen echten Impact für Klima- und Umweltschutz ermöglichen. Halten wir uns also nicht mit digitaler Selbstdarstellung auf, sondern nutzen wir die technischen Möglichkeiten sinnvoll!
Christoph Herzog ist Chefredakteur von Haufe Sustainability, dem Portal für nachhaltige Unternehmensführung. www.haufe.de/sustainability
Unter "Der aktuelle Kommentar" stellen wir die Meinung engagierter Zeitgenossen vor und möchten damit unserer Rolle als forum zur gewaltfreien Begegnung unterschiedlicher Meinungen gerecht werden. Die Kommentare spiegeln deshalb nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider, sondern laden ein zur Diskussion, Meinungsbildung und persönlichem Engagement. Wenn auch Sie einen Kommentar einbringen oder erwidern wollen, schreiben Sie an kommentar@forum-csr.net.
Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum 04/2025 - Zukunft gestalten erschienen.
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„Der Anschlusszug verspätet sich, weil der Lokführer mit einem verspäteten Zug kommt.“ Ach, wie schön. Heute geht's auf Dienstreise mit der Bahn, dem erhabensten aller Verkehrsmittel. Sicher, mit dem Fahrrad ginge es luftiger, mit der privaten Propellermaschine schneller. Aber nur eine Bahnfahrt lässt den Reisenden schaudern und erhebt ihn zugleich über seine irdischen Schranken, indem er das Schaudern überwindet.
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Ja, aber nicht so, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Denn „klimaneutral“ kann eine Veranstaltung streng genommen nicht sein – trotz kompensatorischer Rechenspiele: Ob durch die Mobilität der Teilnehmenden, das Catering oder den Energieverbrauch am Veranstaltungsort: Veranstaltungen haben immer einen CO2-Fußabdruck.
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