Christoph Herzog
Wirtschaft | Branchen & Verbände, 01.03.2024
Gibt es wirklich nachhaltige Events?
Christoph Herzog ruft dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen, Awareness zu schaffen
Ja, aber nicht so, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Denn „klimaneutral" kann eine Veranstaltung streng genommen nicht sein – trotz kompensatorischer Rechenspiele: Ob durch die Mobilität der Teilnehmenden, das Catering oder den Energieverbrauch am Veranstaltungsort: Veranstaltungen haben immer einen CO2-Fußabdruck.
Und es spricht nichts dagegen, diesen mit Hilfe seriöser Partner auszugleichen. Veranstalterinnen und Veranstalter dürfen die Sache damit aber nicht einfach abhaken. Ihnen steht eine ganze Klaviatur von Maßnahmen zur Verfügung, mit denen sie ihr Veranstaltungsmanagement nachhaltiger gestalten können. Diese sollten sie nutzen. Das fängt bei der Wahl des Veranstaltungsorts und -zeitraums an und hört bei Abfallvermeidungskonzepten noch lange nicht auf. Veranstaltungen können aber noch mehr, als ihren Fußabdruck zu verkleinern. Nämlich: ihren Handabdruck vergrößern. Den größten Nachhaltigkeitshebel haben sie nicht dadurch, welches Essen sie servieren, sondern wie viele Köpfe sie berühren. Jedes Event ist eine Gelegenheit, Menschen in einem emotionalen Moment zu erreichen und Awareness zu schaffen.
Wieso nicht zusammen mit Besucher:innen und der lokalen Community einen Veranstaltungsort grüner zurücklassen, als er vorgefunden wurde? Oder mit einer Schnibbeldisco auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen? Mit einem kinetischen Tanzboden Strom erzeugen? Es gibt so viel kreativere Ideen, als „nur" Bäume zu pflanzen!
Christoph Herzog ist Chefredakteur von Haufe Sustainability, dem Portal für nachhaltige Unternehmensführung.
Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum 02/2024 - Jede Menge gute Nachrichten erschienen.
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