Christoph Herzog
Lifestyle | Geld & Investment, 24.11.2024
Ja, aber
Nachhaltig in Panzer investieren?
Der Klimawandel wird teuer. Allein in Deutschland könnten sich die Kosten bis 2050 auf 280 bis 900 Milliarden Euro belaufen, so eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.
Deshalb erscheint es sinnvoll, Investitionen – auch aus dem Privatsektor – frühzeitig in nachhaltige Unternehmungen zu lenken. Genau das will die EU mit ihrem Sustainable Finance Framework fördern. Und das mit Erfolg: Laut dem FNG-Marktbericht „Nachhaltige Geldanlagen 2024" verwalteten Investmentfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen Ende Dezember 2023 in Deutschland ein Vermögen von 905 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Alles in Butter für nachhaltige Geldanlagen? Nicht ganz. Noch immer gibt es Fonds, die nach dem Best-in-Class-Prinzip auch in die „nachhaltigsten" Öl-oder Rüstungskonzerne investieren. Vor dem Hintergrund der „Zeitenwende" in der europäischen Sicherheitspolitik wird die Lage nicht klarer: Die Politik appelliert an die Finanzbranche, mehr in Sicherheit und Verteidigung zu investieren und dies nicht wegen Nachhaltigkeitsbedenken zu unterlassen. Im Mai 2024 beschloss die Europäische Wertpapier-und Marktaufsichtsbehörde, dass nur noch Rüstungsunternehmen, die völkerrechtlich geächtete Waffen wie etwa Streubomben herstellen, von sogenannten ESG-Fonds ausgeschlossen werden sollen. Im Klartext: Wer sein Geld bewusst in nachhaltige Fonds investiert, könnte künftig auch vermehrt die Produktion von Panzern und Granaten mitfinanzieren. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Denn Rüstung ist in diesen Zeiten notwendig – aber niemals nachhaltig.
Christoph Herzog ist Chefredakteur von Haufe Sustainability, dem Portal für nachhaltige Unternehmensführung. www.haufe.de/sustainability
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Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum 01/2025 - Pioniere der Hoffnung erschienen.
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Vor einiger Zeit blieb ich auf LinkedIn an einem Bild hängen. Eine Bekannte hatte ein Foto von sich als Actionfigur veröffentlicht, ausgestattet mit passenden Accessoires. In der Blisterverpackung waren eine Topfpflanze, ein CSRD-Handbuch und eine Packung Bio-Kaffee zu sehen – irgendwie knuffig.
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Knapp 45 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs entfallen auf den Bausektor. In Deutschland besteht mehr als die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens aus Bauschutt, der beim Abriss von Gebäuden anfällt. Das muss doch anders gehen. Ist Wohnen kreislauffähig? Ja, aber ...
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Vorsicht an der Bahnsteigkante!
„Der Anschlusszug verspätet sich, weil der Lokführer mit einem verspäteten Zug kommt.“ Ach, wie schön. Heute geht's auf Dienstreise mit der Bahn, dem erhabensten aller Verkehrsmittel. Sicher, mit dem Fahrrad ginge es luftiger, mit der privaten Propellermaschine schneller. Aber nur eine Bahnfahrt lässt den Reisenden schaudern und erhebt ihn zugleich über seine irdischen Schranken, indem er das Schaudern überwindet.
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Gibt es wirklich nachhaltige Events?
Christoph Herzog ruft dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen, Awareness zu schaffen
Ja, aber nicht so, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Denn „klimaneutral“ kann eine Veranstaltung streng genommen nicht sein – trotz kompensatorischer Rechenspiele: Ob durch die Mobilität der Teilnehmenden, das Catering oder den Energieverbrauch am Veranstaltungsort: Veranstaltungen haben immer einen CO2-Fußabdruck.
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