Christoph Herzog
Umwelt | Ressourcen, 20.05.2025
Ja, aber
Quadratur des Kreises – geht Bauen und Wohnen zirkulär?
Knapp 45 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs entfallen auf den Bausektor. In Deutschland besteht mehr als die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens aus Bauschutt, der beim Abriss von Gebäuden anfällt. Das muss doch anders gehen. Ist Wohnen kreislauffähig? Ja, aber ...
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) hat bereits 2022 eine Grundlage für kreislauffähiges Bauen geschaffen: Das „Materialkataster Deutschland" listet auf, welche Materialien in Gebäuden verbaut sind. Wenig überraschend: Mit einem Anteil von 46 Prozent ist Beton der dominierende Baustoff. Er wäre nach einem Abriss zumindest theoretisch recyclingfähig.Bauen im Klimawandel heißt aber nicht nur Abriss und Neubau, sondern muss auch heißen: Bauen im Bestand. Und die Sanierungsquote in Deutschland ist viel zu niedrig, 2024 betrug sie nur 0,7 Prozent. Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre eine Quote von rund 2 Prozent notwendig.
Politische Diskussionen über die „Abschaffung" des Heizungsgesetzes helfen bei der Erhöhung der Quote ebenso wenig wie Greenwashing-Geschichten. Heizen mit „klimaneutralem" Erdgas? Da beiße ich doch gleich in den „wohngesunden" Designboden aus PVC!
Schließlich geht es nicht nur darum, wer wie wohnt – sondern auch wo. „Zirkulär" kann auch bedeuten, den Wohnraum zu nutzen, der zur Lebensphase passt. Die Realität zeigt allerdings oft junge Familien in Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen, während nebenan auf 120 Quadratmetern allein gewohnt wird. Aber das ist ein Thema, an das sich die Politik eher nicht heranwagt.
Christoph Herzog ist Chefredakteur von Haufe Sustainability, dem Portal für nachhaltige Unternehmensführung. www.haufe.de/sustainability
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Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum 03/2025 - Der Wert der Böden erschienen.
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