Technik | Energie, 27.02.2025
Entbürokratisierung für Kleinspeicher
Solarverbände starten Petition beim Bundestag
Solarverbände fordern schon seit geraumer Zeit, dass die Nutzung von
Kleinspeichern in Haushalten entbürokratisiert wird. Nun wurde eine
Petition beim Bundestag gestartet.
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt seit Jahren, während
Kraftwerke mit fossilen Energieträgern heruntergefahren werden. Dass
damit aufgrund der variierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne die
Notwendigkeit der Zwischenspeicherung von Strom immer wichtiger wird,
ist seit langem bekannt. Obwohl bereits Anschlussanfragen für
Großspeicher mit einer Gesamtleistung von über 200 Gigawatt vorliegen,
kann es bis zu deren Umsetzung allerdings noch Jahre dauern. Anders
sieht es bei Kleinspeichern aus. Von diesen wurden allein im vergangenen
Jahr über eine halbe Million in deutschen Haushalten installiert.
Insgesamt liegt hier bereits eine Gesamtkapazität von 15,4
Gigawattstunden vor. Allerdings wird selbige bislang nicht netzdienlich
eingesetzt. Der Grund: Bürokratie.Kleinspeicher bieten heute bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten, Strom intelligent zu speichern und zu nutzen. Daher könnten sie in weiten Teilen auch heute schon verwendet werden, um Engpässe im Stromnetz auszugleichen. Ist zu viel Strom da, können sie ihn speichern, ist es zu wenig, geben sie ihn wieder ab. Dazu genügt ein einfaches Preissignal. Bei Überschuss im Netz wird der Strom günstiger, ist zu wenig da, wird er teuer. So entsteht ein natürlicher Anreiz, günstigen Strom zu speichern und diesen dann in teuren Zeiten selbst zu verbrauchen und damit Stromkosten einzusparen und zugleich das Netz zu entlasten. Dies ist über variable Netzentgelte möglich, welche den Strompreis unabhängig vom jeweiligen Tarif und vom Börsenstrompreis mal teurer und mal günstiger machen können, je nach Situation im lokalen Stromnetz. Allerdings lässt die Energiegesetzgebung das aktuell nicht zu.
Eine aktuelle Petition beim Bundestag fordert dazu auf, dies zu ändern. Dahinter steht die Gruppe von Organisationen und Personen um den Energiewende-Experten Dr. Andreas Schmitz, auch bekannt als "Akkudoktor", welche vor zwei Jahren bereits erfolgreich Vereinfachungen für Steckersolargeräte bei der Bundesregierung erstritten hatte. Die Petition fordert die Zulassung variabler Netzentgelte für Kleinspeicher, die Freigabe von einfachen Messgeräten zum günstigen Nachweis der netzdienlichen Nutzung, den Abbau von Hürden für laienbedienbare Speicher und die verpflichtende Transparenz bei Netzentgelten, Steuern und Umlagen, um diese als Grundlage für den netzdienlichen Speichereinsatz nutzen zu können.
Die Petition läuft noch bis zum 10. April und kann unter folgendem Link unterzeichnet werden: petition.akkudoktor.net
Weitere Infos
Kontakt: Bundesverband Steckersolar e.V. | presse@bundesverband-steckersolar.de | www.bundesverband-steckersolar.de
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