Johanna Schwarz
Umwelt | Ressourcen, 01.03.2025
Das zweite Leben der E-Bikes
Wie aufgearbeitete E-Bikes nachhaltige Mobilität für alle erschwinglich machen
Nachhaltige Mobilität muss nicht teuer sein! Refurbished E-Bikes bieten eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zum Neukauf. Erfahren Sie, wie ausgediente Räder durch professionelle Aufbereitung zu einem wichtigen Faktor der Mobilitätswende werden – und wie Kunden, Anbieter und die Umwelt davon profitieren.

E-Bikes boomen: Laut dem Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) gibt es in Deutschland über elf Millionen E-Bikes – das Land ist weltweit führend bei der Nutzung dieser Form der Mikromobilität. Allein 2023 wurden in Deutschland 2,1 Millionen neue E-Bikes verkauft, fast so viele wie Autos. Doch hohe Preise und eine oft unzureichende Infrastruktur bremsen den Umstieg auf diese umweltfreundliche Fortbewegungsart. Refurbishment, also die professionelle Wiederaufbereitung, bietet eine erschwingliche Lösung, die Ressourcen schont und Elektroschrott vermeidet. Anders als bei der mechanischen Reparatur nicht-elektrifizierter Fahrräder liegt die Besonderheit bei der Reparatur von E-Bikes auf deren Akkus: Sie enthalten wertvolle Ressourcen und können im Normalfall nicht von der Kundschaft selbst repariert werden. Deshalb ist hier ein Refurbishment besonders wichtig und sinnvoll, und zahlt sich nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch aus: Studien zeigen, dass die Wiederaufbereitung eines E-Bikes bis zu 70 Prozent der CO?-Emissionen einsparen kann, die bei der Produktion eines neuen Modells entstehen würden.
Um das volle Potenzial einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft im E-Bike-Sektor auszuschöpfen, müssen Verbraucher, die Fahrradindustrie und Arbeitgeber zusammenarbeiten.
Die Rolle der Verbraucher: (E-) Motoren des Wandels
Immer mehr Konsumenten schätzen den Wert von wiederaufbereiteten E-Bikes. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Juni 2023 wären 41 Prozent der Deutschen bereit, ein gebrauchtes E-Bike zu kaufen. Dabei ist es entscheidend, beim Kauf auf reparaturfreundliche Modelle zu achten und alte oder defekte Räder zur Wiederaufbereitung zurückzugeben, anstatt sie zu entsorgen.
Die Rolle der Fahrradindustrie: Nachhaltige Lösungen fördern
Die Fahrradindustrie spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung der Wiederaufbereitung von E-Bikes. Hersteller und Händler können beispielsweise Rücknahme- und Refurbishment-Programme einführen, um defekte Modelle zu reparieren und generalüberholte E-Bikes zu günstigeren Preisen anzubieten.
Unternehmen wie Heskon, Liofit und Upway setzen sich intensiv dafür ein, Elektroschrott zu reduzieren und defekte Lithiumbatterien von E-Bikes wieder nutzbar zu machen. Heskon etwa spezialisiert sich auf die Reparatur von mehr als 300 verschiedenen Akkutypen, indem defekte Zellen ausgetauscht werden. Diese Kompetenz macht Firmen wie Heskon auch für Produzenten und Händler zu unverzichtbaren Partnern bei großen Reparaturprojekten und Rückrufaktionen.Ähnlich denkt Ralf Günther, Gründer von Liofit: Sein Refurbishment-Unternehmen repariert nicht nur die Batteriezellen, sondern auch Elektronikkomponenten und Gehäuse. Liofit setzt außerdem auf innovative Verfahren zur Behebung von Softwareproblemen, um Batterien wieder voll funktionsfähig zu machen. Auch Upway verfolgt das Ziel, den Zugang zur E-Mobilität zu erleichtern und Elektroschrott zu verringern. Toussaint Wattinne, CEO von Upway und selbst begeisterter Radfahrer, treibt dieses Anliegen mit Leidenschaft voran, indem er gebrauchte E-Bikes wieder in Top-Zustand versetzt und damit eine nachhaltige Alternative zur Neuproduktion schafft.
Die Rolle der Arbeitgeber: E-Bike-Leasing als Anreiz
Auch Arbeitgeber können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie E-Bike-Leasingprogramme anbieten. Dabei profitieren Angestellte von steuerlichen Vorteilen und können hochwertige E-Bikes zu günstigen Konditionen nutzen. Diese Programme eröffnen Unternehmen die Möglichkeit, Leasingräder nach Vertragsende generalüberholen und wieder verkaufen zu lassen.
JobRad, Erfinder des Dienstradleasings, hat seit der Gründung bereits über 1,5 Millionen Jobräder auf die Straße gebracht. Als Mobilitätsdienstleisterin organisiert JobRad über ein digitales Portal unkompliziert und kostenneutral die Dienstrad-Überlassung zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden. Zusammen mit bravobike sorgt JobRad dafür, dass die Leasingrückläufer professionell aufbereitet und in den Gebrauchtmarkt eingeführt werden.
Johanna Schwarz ist Redakteurin bei forum und betreut unter anderem die Themenschwerpunkte Kreislaufwirtschaft, Gesellschaft & Soziales sowie Solutions & Start-ups.
Anbieter von ...
... refurbished E-Bikes
- BackMarket
Generalüberholte Elektronik inklusive E-Bikes, arbeitet mit verschiedenen Refurbishern zusammen. - BikeExchange
Neue und gebrauchte E-Bikes. Bietet auch wiederaufbereitete Optionen an. - BikeResale
Gebrauchte, generalüberholte E-Bikes aus ehemaligen Leasingbeständen. - Bravobike | Onlineshop
Neue und gebrauchte E-Bikes, bietet auch E-Bike-Leasing und -Finanzierung an. - Buycycle
Plattform für den Kauf und Verkauf von gebrauchten E-Bikes, mit Zertifizierungsservice. - Greenfinder
Kauf und Verkauf von gebrauchten E-Bikes, bietet auch Refurbishing-Service an. - Rebike
Gebrauchte und wiederaufbereitete E-Bikes, bietet auch Leasing- und Mietoptionen an. - Refurbed
Gebrauchte wiederaufbereitete E-Bikes, mit mindestens 12 Monaten Garantie. - Upway
refurbished E-Bikes mit breiter Auswahl an Marken und Modellen. - Velio
Wiederaufbereitete Leasingrückläufer oder Testräder mit einem Jahr Garantie.
... Akku- und Motoren- Reparaturen bei E-Bikes:
Deutschland:Dieser Artikel ist in forum 01/2025 - Pioniere der Hoffnung erschienen.
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