Technik | Energie, 24.08.2024
Freistaat bietet straßennahe Flächen für Photovoltaik an
Mehr als 2.000 Hektar Fläche an Bundes- und Staatstraßen für Photovoltaik geeignet
- Freistaat setzt neben eigenen Projekten auf private Investoren
- 30.000 Einzelflächen in Solarflächenbörse des Energieatlas Bayern eingestellt
- Strompotenzial für rund 700.000 Haushalte
Der
Freistaat Bayern nutzt die Energie der Sonne: Die Flächen entlang von
Straßen bieten großes Potenzial, um mittels Photovoltaikanlagen
klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Konkret eignen sich laut einer
Untersuchung insgesamt rund 30.000 Einzelflächen an Bundes- oder
Staatsstraßen mit einer Gesamtfläche von knapp 2.150 Hektar. Das
theoretisch erschließbare Photovoltaik-Potenzial liegt bei etwa 2,5
Terawattstunden pro Jahr - Strom für rund 700.000 Einfamilienhäuser. Die
ermittelten Potenzialflächen sind jetzt auf der Solarflächenbörse des
Energie-Atlas Bayern eingestellt und damit für alle Interessierten
zugänglich.
Eine Schlüsselfunktion bei der Bewältigung der Herausforderung des
Klimawandels nimmt die stete Zunahme der erneuerbaren Energien an der
Stromproduktion ein. Das sonnenreiche Bayern verfügt im
deutschlandweiten Vergleich über günstige Voraussetzungen zur Nutzung
der Solarenergie. Auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für
Wohnen, Bau und Verkehr sollen künftig deutlich mehr Flächen an Bundes-
und Staatsstraßen für die solare Stromerzeugung genutzt werden. "Die
Vorteile liegen dabei klar auf der Hand", sagt Verkehrsminister Christian Bernreiter.
"Die Flächen entlang von Verkehrsachsen sind bereits vorbelastet, daher
sind die notwendigen Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild
vergleichsweise gering. Zudem müssen keine neuen Flächen in Anspruch
genommen werden." Neben eigenen Aktivitäten setzt der Freistaat nun
verstärkt auch auf den privaten Sektor. Dazu wurde das
Photovoltaik-Potenzial an Straßenrandflächen (Böschungen, Innenbereiche
von Anschlussstellen und Nebenflächen) der rund 5.800 Kilometer Bundes-
und 14.300 Kilometer Staatsstraßen sowie an den über 400 bestehenden
Lärmschutzwänden erhoben. Die für eine Photovoltaik-Nutzung
identifizierten Freiflächen sind in der Solarflächenbörse des
Energie-Atlas Bayern unter v.bayern.de/WvFPW zur Verpachtung angeboten. Interessierte können hier gezielt nach
geeigneten Flächen für die Errichtung einer Photovoltaikanlage bzw.
eines Solarparks suchen.Jede Einzelfläche, sowohl bei den Straßenrandflächen als auch bei den Lärmschutzwänden, umfasst einen für potenzielle Investoren relevanten Grunddatensatz wie den möglichen solaren Stromertrag pro Jahr sowie weitere spezifische Kennwerte zur Fläche. Es wurden nur Flächen ab einer Größe von 100 Quadratmetern ausgewiesen, deren Verschattungsgrad unter 20 Prozent liegt und deren spezifischer Stromertrag mindestens 650 kWh/kWp beträgt. Die technischen Datensätze beinhalten zudem noch Kontaktinformationen über das jeweils zuständige Staatliche Bauamt. Damit haben Interessierte die Möglichkeit, sich weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen vor Ort einzuholen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kommunen, Stadtwerke, Bürgerenergiegenossenschaften, Projektentwickler und Privatpersonen.
"Wir hoffen, dass das Angebot auf möglichst großes Interesse stößt. Denn wir wollen damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit unseres Landes leisten", so Verkehrsminister Bernreiter bei der Freigabe der Potenzialflächen in der Solarflächenbörse des Energie-Atlas Bayern.
Kontakt: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr | buergerservice@stmb.bayern.de | www.stmb.bayern.de
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