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Technik | Energie, 16.03.2024

Von Anfang an gerecht:

Zivilgesellschaft fordert konkrete und verbindliche Nachhaltigkeitsvorgaben in der Wasserstoff-Importstrategie

Die Bundesregierung muss konkrete und verbindliche Nachhaltigkeitsstandards in ihrer Wasserstoff-Importstrategie verankern. Das fordert ein Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen unter Koordination der Klima-Allianz Deutschland in einem Forderungspapier. Darüber hinaus zeigt das Wuppertal Institut in einer von Brot für die Welt und der Heinrich-Böll Stiftung beauftragten neuen Studie auf, mit welchen politischen Instrumenten diese Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt werden können. Die Studie zeigt, dass ein umfassender und abgestimmter Instrumenten-Mix notwendig ist, um einen gerechten Handel mit Wasserstoff und -derivaten wie Methanol und Ammoniak aufzubauen.
 
Dr. Joachim Fünfgelt, Referent für Energiepolitik von Brot für die Welt, Mitzeichner des Forderungspapiers und Auftraggeber der Studie:
© akitada31; pixabay.com"Unsere Partner im globalen Süden befürchten, dass der Export von Wasserstoff zu verschärfter Wasserknappheit und Landnutzungskonflikten führt. Die Importstrategie der Bundesregierung muss daran ausgerichtet sein, Exportländer dabei zu unterstützen, negative Folgen der Wasserstoffproduktion zu vermeiden. Sie muss außerdem eine verbesserte Energieversorgung, steigende Wertschöpfung und den Aufbau nachhaltiger Industrien in den Exportländern mitdenken. Es reicht nicht aus, sich lediglich zu Nachhaltigkeitszielen und -kriterien zu bekennen. Die Strategie muss einen gut abgestimmten Mix aus verschiedenen Politikinstrumenten benennen, um einen gerechten Handel mit Wasserstoff aufzubauen. Dazu gehört, die Einhaltung der Nachhaltigkeitsstandards zum Beispiel durch niedrigschwellige Beschwerdemechanismen sicherzustellen."

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Strategie zeitnah zu veröffentlichen. Sie soll darlegen, wie die beno?tigten Mengen Wasserstoff sichergestellt werden und dabei nachhaltige Lieferketten und Standards der Wasserstoffproduktion etabliert werden können. Deutschland steht dabei an einem Scheideweg: Will es möglichst günstig und viel erneuerbaren und fossilen Wasserstoff importieren, auch wenn künftige Exportländer im globalen Süden mit negativen Folgen der Produktion konfrontiert wären? Oder will es einen nachhaltigen und gerechten globalen Markt aufbauen, wie in der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie angekündigt?

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführende Vorständin der Klima-Allianz Deutschland und Mitglied des Nationalen Wasserstoffrates:
"In der Importstrategie sollte ausschließlich eine Förderung von grünem Wasserstoff zum zielgerichteten Einsatz in den richtigen Anwendungen zugesagt werden. Nur dann wird ein effizienter Beitrag zum globalen Klimaschutz geleistet. Außerdem sollten weitere, umfassende Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitskriterien für Wasserstoffimporte gelten, wie wir sie bereits 2021 mit dem Nationalen Wasserstoffrat aufgestellt haben.

Die Kriterien sollten nun verbindlich verankert und kontinuierlich mit der Zivilgesellschaft Deutschlands und der Partnerländer weiterentwickelt werden.

So können Win-Win-Kooperationen entstehen - andernfalls sind die Integrität und Akzeptanz deutscher Projekte gefährdet. Deutschland sollte zudem den Schulterschluss mit der EU und den G7-Staaten bei der internationalen Entwicklung nachhaltiger Wasserstoffstandards suchen."

Das Forderungspapier der Zivilgesellschaft konkretisiert die Erwartung nach verbindlichen Nachhaltigkeitsstandards für Wasserstoffprojekte, indem es einen umfassenden Kriterienkatalog vorlegt. Dazu gehören ökologische Kriterien wie die Vermeidung von Wasserknappheit, sowie soziale und Governance-Aspekte wie Transparenz, Landrechte und die frühzeitige Mitbestimmung der lokalen Bevölkerung.

Links

Kontakt: Klima-Allianz Deutschland e.V., Lukas Schreiner | lukas.schreiner@klima-allianz.de | www.klima-allianz.de



     
        
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