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Wahre Preise

Experten fordern neue Bedingungen für Lebensmittelpreise

Die Preise in den Lebensmittelregalen haben wenig mit der Realität zu tun. Folgekosten der Produktion werden nicht berücksichtigt. Bio-Hersteller sind dadurch im Nachteil und bei den landwirtschaftlichen Erzeugern kommt zu wenig an. Wie können wir das ändern? Darüber haben Expert:innen anlässlich der Verleihung des Neumarkter Lammsbräu Preis für Nachhaltigkeit 2022 diskutiert.

Stolze Preisträger des Neumarkter Lammsbräu Preises für Nachhaltigkeit. © Neumarkter Lammsbräu, Andreas Büttner"Angesichts der Multikrisen, die wir haben, ist es endlich an der Zeit, ins Handeln zu kommen." Mit eindringlichen Worten hat Lammsbräu-Inhaber Johannes Ehrnsperger das Forum anlässlich der Verleihung des Neumarkter Lammsbräu Preis für Nachhaltigkeit 2022 eröffnet. Bei der Podiumsdebatte drehte sich alles um "Wahre Preise". Denn dass die Lebensmittelpreise nicht die Realität abbilden, weil sie die Folgekosten der Produktion außer Acht lassen, benachteiligt die ökologische Landwirtschaft und wirkt sich negativ auf Klima, Natur und Gesundheit aus.

Zwei Sachen nehmen, eine bezahlen
Wir als Gesellschaft verhalten uns Prof. Dr. Tobias Gaugler zufolge bei jedem Einkauf so: "Wir nehmen zwei Sachen, bezahlen eine und die andere Hälfte bürden wir jemand anderem auf – späteren Generationen oder Menschen, die mit Extremwetter zu kämpfen haben." Der Professor für Betriebswirtschaft an der TH Nürnberg war einer der Experten beim Forum. Er forderte, Ernährungssysteme anders zu denken und anders zu handeln, um nicht sehenden Auges gegen die Wand zu fahren.

Hanna Kehl, Expertin für Verbraucherverhalten bei der GfK, erklärte, es sei essentiell, Konsumentinnen und Konsumenten transparent zu kommunizieren, wie Kosten für Lebensmittel zustande kommen. Bio-Bauer Karl Stephan schilderte den bedenklichen Strukturwandel in der Landwirtschaft, der durch die schlechten Rahmenbedingungen für potentielle Hofnachfolger noch verschärft werde. Dies könne langfristig zu Versorgungsengpässen führen. Christian Hiß von der Regionalwert AG forderte, dass endlich "richtig gerechnet" werden müsse. Die Leistungen, die die Landwirtschaft für Umwelt und Gesellschaft erbringe, müssten hier mit einfließen und als öffentliche Leistungen auch von der öffentlichen Hand bezahlt werden. Dies würde Bio-Lebensmittel günstiger machen als konventionelle und damit die notwendige Transformation beschleunigen.

Die Verleihung
Bei der anschließenden Preisverleihung wurden Awards in sechs Kategorien vergeben. Ausgezeichnet wurden die Flip GmbH, die Umweltdruckerei Lokay, A.ckerwert, die Fairnica GmbH, die Project Wings gGmbH und Dr. Felix Prinz zu Löwenstein.

Die Veranstaltung in Neumarkt war ein kurzweiliges Netzwerk-Event mit einem jungen Format in entspannter Atmosphäre und mit einem vielfältigen Rahmenprogramm.

Ein Mitschnitt des Forums und ein Best-of-Video zur Preisverleihung sind auf der Website www.lammsbraeu.de zu finden. Das Forum ist darüber hinaus als Podcast auf allen gängigen Plattformen wie Spotify etc. verfügbar ("Im Sudhaus – der Podcast der Neumarkter Lammsbräu").

Die Bewerbungszeit fürs nächste Jahr läuft
Auch 2023 verleiht die Neumarkter Lammsbräu wieder Preise. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 31.01.2023 auf der genannten Website der Bio-Brauerei möglich. Der Neumarkter Lammsbräu Preis für Nachhaltigkeit ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Er wird im nächsten Jahr verliehen in den Kategorien Medienschaffende, Unternehmerisches Handeln im Verbund, Nachhaltige Geschäftsmodellinnovation, Unternehmerischer Klimaschutz, Non-Profit-Organisation und Herausragendes Engagement. Es können auch Dritte für einen der Preise vorgeschlagen werden. Die Gewinner werden in einem mehrstufigen Verfahren von einer unabhängigen Jury bestimmt. Die Preisverleihung findet am 15. Juni 2023 in Neumarkt statt.
 
Kontakt: Neumarkter Lammsbräu | nachhaltigkeitspreis@lammsbraeu.de | www.lammsbraeu.de


     
        
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