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„Es ist alles viel langsamer und viel natürlicher und fühlt sich gut an.“

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sammelt Erfahrungsberichte zur Corona-Krise im Logbuch der Veränderungen

„War heute gar nicht draußen. Es gab keinen Grund und ich nehme das Zuhause-Bleiben sehr ernst."
„Es fällt natürlich auf, dass generell weniger Autos fahren. Es ist wunderschön still - auch tagsüber! Mehr Menschen als vorher gehen jetzt spazieren oder fahren Rad. Vielleicht behalten sie das bei."
Das sind Zitate aus dem „Logbuch der Veränderungen", einem Forschungsprojekt der Hochschule Eberswalde. 

© Aaron Burden, unsplashDie Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberwalde lädt Bürgerinnen und Bürger ein, ihre Beobachtungen in einem persönlichen Logbuch festzuhalten, um gesellschaftlichen Wandel in Zeiten der Corona-Pandemie zu dokumentieren. Alle können ohne Anmeldung oder Registrierung teilnehmen und mitforschen unter: www.logbuch-der-veraenderungen.org

Corona setzt Veränderungen in Gang, die für jede und jeden persönlich spürbar sind und bis hin zu einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel reichen. Aber was hat das mit nachhaltiger Entwicklung zu tun?

„Die Corona-Krise ist erstmal weder gut noch schlecht für nachhaltige Entwicklung," erläutert Prof. Benjamin Nölting aus dem Eberswalder Forschungsteam. „Aber aus den Beobachtungen können wir ganz viel über Veränderungen lernen. In kürzester Zeit haben sehr viele Menschen – erzwungenermaßen – einen drastischen Wandel erlebt. Aber die Logbucheinträge zeigen, dass diese Erfahrungen sehr differenziert eingeschätzt werden. Veränderungen werden als nicht so schlimm wahrgenommen, wie man vorher gedacht hätte. Sie können durchaus auch befreiend sein." 

Gemüseregal am Donnerstag vor Ostern © Bettina König, HNEEDie Teilnehmer*innen berichten über Veränderungen bei sich, in ihrem Umfeld und auf gesellschaftlicher Ebene zu Themen wie Mobilität, Einkaufen, Familie, Arbeit, Versorgung. Das Forschungsteam will aus der Ausnahmesituation der Corona-Krise Erkenntnisse über gesellschaftliche Transformationsprozesse ableiten. Dieses Erfahrungs- und Lernpotenzial soll für nachhaltige Entwicklung nutzbar gemacht werden, wenn die Corona-Krise überwunden ist. 

„Das Logbuch stößt auf eine überraschend große Resonanz. Wir haben schon über 500 Einträge. Das Logbuch bietet die Möglichkeit, Gesellschaft zu beobachten und Überlegungen anzustellen, was ein gutes Leben ausmacht. Da scheint es einen großen Bedarf zu geben", vermutet Nölting. So haben sich Prioritätensetzungen geändert. Waren es in der Bankenkrise noch die Banken, die als „systemrelevant" eingestuft wurden, sind es heute Krankenpflegerinnen und -pfleger. In den Einträgen finden sich Anzeichen dafür, dass die Logbuchschreiber*innen nicht unhinterfragt zur Situation vor Corona zurückkehren wollen. Das könnte den Ausgangspunkt für größere Debatten bilden, wohin sich die Gesellschaft entwickeln möchte. 

Sie sind eingeladen, sich am Logbuch der Veränderungen zu beteiligen. Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen und Einschätzungen unter www.logbuch-der-veraenderungen.org.

Die Einträge dauern nur ein paar Minuten und können auch über das Smartphone gemacht werden. Der Datenschutz ist garantiert. 
Die Befragung läuft bis zum 24. Mai 2020.

Für Fragen steht das Forschungsteam der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberwalde zur Verfügung:
Dr. Wibke Crewett, Dr. Uwe Demele, Dr. Bettina König, Prof. Dr. Benjamin Nölting
Forschungszentrum [Nachhaltigkeit : Transformation : Transfer]


     
        
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