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Verhaltens-Check für Waldfreunde

Tipps, damit es bei Aktivitäten im Wald zu keinen Konflikten kommt

Unsere Wälder sind ein beliebter Freizeit- und Erholungsort. Und gerade, wenn es draußen blüht und summt, zieht es uns hinaus in die Natur. Damit sich Pflanzen, Tiere und Waldbesucher gemeinsam wohlfühlen, hat die Waldschutzorganisation PEFC einige praktische Tipps zusammengestellt.
 
Welche Dinge Besucher im Wald besser tun oder lassen sollten, zeigt auf charmante Art die neue PEFC-Infografik. © PEFC Deutschland e. V.Für Viele zählt der Frühling zu den schönsten Jahreszeiten im Wald. Auf den Böden sorgen blau blühende Leberblümchen und weiße Buschwindröschen für erste Farbtupfer und an den Bäumen öffnen sich saftige Knospen. Die Sonne, die durch die noch lichten Baumkronen scheint, lässt den Wald in einem faszinierenden Licht erstrahlen. Nicht nur Pflanzen und Wildtiere werden jetzt wieder aktiv, auch uns Menschen zieht es verstärkt hinaus in den Wald – ob gemütlich mit dem Hund, sportlich in Laufschuhen, hoch zu Ross oder rasant auf dem Mountainbike.
 
Dass unsere Wälder auch nach Stürmen und Dürre so schön aufgeräumt und zugänglich für uns sind, ist den Förstern und Waldbesitzern zu verdanken. Sie pflegen und bewirtschaften bereits zwei Drittel unserer Wälder nachhaltig nach den Regeln der Waldschutzorganisation PEFC. Ihr Ziel ist unter anderem der Aufbau artenreicher und klimastabiler Mischwälder. PEFC-zertifizierte Forstbetriebe ernten auf besonders schonende Weise den nachwachsenden Rohstoff Holz, aus dem sich wunderbare nachhaltige Produkte herstellen lassen.
 
Damit es bei so vielen unterschiedlichen Aktivitäten im Wald zu keinen größeren Konflikten kommt, hat PEFC einige Tipps parat, wie Waldbesucher gut erholt und sicher durch das Waldjahr kommen:
 
Für Spaziergänger und Hundesitzer:
Über einen Ausflug in den Wald freuen sich nicht nur Herrchen und Frauchen, sondern auch unsere vierbeinigen Freunde. Um die dort lebenden Tiere nicht aufzuschrecken, sollten Hunde jedoch besser an der Leine bleiben. Zigaretten sollten getrost zu Hause oder im Auto bleiben. Zu groß ist die Gefahr, dass durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen plötzlich der ganze Wald in Flammen steht. Wie schnell das geht, zeigten die Waldbrände in den vergangenen Jahren. Aufgrund der zunehmenden Trockenheit gilt in vielen Waldgebieten Deutschlands mittlerweile sogar ganzjährig ein striktes Feuer- und Rauchverbot.
 
Für Sportler:
Joggen und Spazierengehen macht im Wald vor allem bei trockenem Wetter Spaß. Sind Gewitter, starke Niederschläge oder Windböen gemeldet, sollten wir den Wald besser meiden. Dies gilt auch für die Tage unmittelbar nach einem Sturmereignis, da schiefstehende Bäume und herabhängende Äste eine große Gefahr für Waldbesucher darstellen. Zur eigenen Sicherheit und um die Tiere im Wald nicht unnötig mit einer Stirnlampe blenden zu müssen, sollten wir sportlichen Aktivitäten besser nur am Tag nachgehen. Ein neuer und umweltfreundlicher Fitnesstrend aus Skandinavien ist übrigens das sogenannte Plogging, der das Joggen mit dem Müllsammeln im Wald kombiniert.
 
Für Sammler:
Wer aufmerksam durch den Wald geht, findet schmackhafte Leckereien. Im Frühling können Wildkräuter wie Bärlauch, Löwenzahn oder Giersch sowie Holunderblüten gesammelt werden, im Sommer findet man Walderdbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren. Der Herbst ist dann die große Zeit für Pilze und Maronen. Wichtig zu wissen: Es dürfen nur kleine Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden, sonst droht eine Anzeige durch das Forstamt. Abseits der Waldwege ist auf junge Pflanzen und Bäumchen zu achten, die den Wald von morgen bilden.
 
Für Abenteuerlustige:
Sie sind lang, kräftig und besitzen nicht nur für Kinder einen gewissen Reiz – große Baumstämme, die zu Holzpoltern aufgestapelt wurden. Hier am Wegesrand liegt das frisch geerntete Holz, aus dem viele großartige nachhaltige Produkte gemacht werden können. Darauf herumklettern oder balancieren sollte man jedoch keinesfalls. Es besteht die Gefahr, sich auf oder zwischen den schweren Bäumen lebensgefährlich zu verletzen.
 
Für Outdoor-Fans:
Eine Nacht im Wald zu verbringen, ist etwas ganz besonders. Zelt, Schlafsack oder Hängematte einfach an einer beliebigen Stelle zu platzieren, gilt jedoch als illegales Kampieren und ist laut dem Landesforstgesetz nicht erlaubt. Besonders hoch sind die Strafen bei offenen Feuern. Eine weitaus bessere Alternative sind Baumhäuser, Grill- und sogenannte Trekking-Zeltplätze, auf denen sich ebenfalls spannende Waldabenteuer erleben lassen.
 
Lust auf einen Ausflug in den Wald bekommen? Dann hält PEFC noch einen Tipp bereit: Der neue Wanderführer „Erleben & Auftanken" führt zu den schönsten Wanderzielen in PEFC-zertifizierten Erholungswäldern und ausgewählten PEFC-Waldhauptstädten. Mehr Informationen unter www.pefc.de.
 
PEFC
PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.
 
PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,5 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Quelle: PEFC Deutschland e. V.

Umwelt | Biodiversität, 30.04.2019
     
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