Der Stoff, aus dem die Träume sind
Baumwolle und Hanf im Vergleich
Der Rohstoff Hanf überbietet mit seiner vorbildlichen Bilanz die der Baumwolle in fast allen Disziplinen: vom geringeren Verbrauch an Dünger, Pestizideinsatz und Wasserverbrauch beim Anbau, über die Vorteile für Umwelt und Gesundheit bis hin zu den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und der hohen Widerstandsfähigkeit. Dazu ein paar Fakten:
Diese Eigenschaft ist auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie interessant, besonders im Bereich der Unterwäsche sowie der Funktions- und Sportbekleidung. Durch die Feuchtigkeitsregulierung kühlt die Hanffaser im Sommer und wärmt im Winter. Sie kann bis zu 30 Prozent der vom Körper abgegebenen Feuchtigkeit aufnehmen, die während des Tragens entsteht, und fühlt sich dennoch angenehm trocken auf der Haut an. Das, wie auch die glatte Oberflächenstruktur, trägt dazu bei, dass Bakterien und Pilze sich gar nicht erst oder nur sehr schlecht bilden und vermehren können, und wirkt somit auch der Geruchsbildung entgegen. Doch es geht noch mehr: Die spezifische mikroelektrische Spannung der Faser, die genau dem Spannungsklima der menschlichen Haut entspricht, verhindert die statische Aufladung von Bekleidungsstücken aus Hanf.|
„Fibres of Freedom"
Durch unser Konsumverhalten können wir technische Entwicklungen vorantreiben, regionale Produktionen fördern und für einen diversifizierten Markt sorgen, der nicht nur von Großkonzernen regiert wird. Baumwolle als Nutzpflanze zu verteufeln, ist hier nicht das Ziel, sondern Bewusstsein zu schaffen für die Auswirkung unserer Entscheidung, in welchen Stoff wir uns hüllen. Für viele Länder ist die Baumwolle ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Vandana Shiva, Wissenschaftlerin und Globalisierungskritikerin, unterstreicht nicht umsonst die Bedeutung der Baumwolle und sie bricht eine Lanze für Bio-Baumwollanbau, denn damit kann – nicht nur in Indien – viel bewirkt werden.
Doch der Hanf bietet noch ganz andere Möglichkeiten: Er kann verlassene Gegenden und zerstörte Böden regenerieren. In zahlreichen Regionen Europas machen sich Verbände, Vereine und Initiativen stark für den Nutzhanf, damit Landwirte und Produzenten von Hanfprodukten regional existenzgesichert sind. Einer davon ist „Allerhand am Alpenrand" – ein Verein, der seit ein paar Jahren durch die Unterstützung von lokalen Initiativen für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsform einsteht. Deshalb entscheiden Sie sich für Fibres of Freedom! |
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Zum Weiterlesen
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InoCottonGROW – der deutsche Wasserfußabdruck in Pakistan
Pakistan ist weltweit der viertgrößte Baumwollproduzent und ein wichtiger Textilexporteur für den deutschen Markt. Das Forschungsprojekt InoCottonGROW verfolgt das Ziel, in Pakistan zur nachhaltigen Wassernutzung entlang der Baumwoll-Textillieferkette „vom Baumwollfeld zum Bügel" beizutragen. Unter der Leitung des Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft?an der RWTH Aachen (FiW) e. V. arbeiten vierzehn deutsche Forschungs- und Industriepartner mit dreizehn pakistanischen Partnern zusammen. Sie wollen Wege zur Steigerung der Effizienz und Produktivität der Wassernutzung entlang der gesamten Baumwoll-Textil-Wertschöpfungskette in Pakistan aufzuzeigen, die vor Ort technisch, wirtschaftlich und institutionell umsetzbar sind. Das Konzept des Wasserfußabdrucks soll sich zu einem Steuerungsinstrument weiterentwickeln, um pakistanische Entscheidungsträger bei der Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen zu unterstützen und deutschen Konsumenten Kriterien für bewusste Kaufentscheidungen an die Hand zu geben.
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Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/03 2018 - Wasser - Grundlage des Lebens | Bildung erschienen.
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