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Warum schlafen wir schlechter, wenn es kalt ist?

Die Auswirkungen des Klimas auf den Schlaf

Schlaf hängt eng mit der Fähigkeit des Körpers zusammen, seine Temperatur zu regulieren und auf äußere Bedingungen zu reagieren. Wird es im Schlafzimmer zu kalt, gerät dieser fein abgestimmte Prozess aus dem Gleichgewicht, was Einschlafzeit, Schlafdauer und Erholungsgefühl beeinträchtigen kann.

Wie der Körper Temperatur und Schlaf steuert

© manbob86, pixabay.comDer Schlaf ist an den circadianen Rhythmus und damit an einen täglichen Temperaturverlauf des Körpers gekoppelt. Vor dem Einschlafen sinkt die Körperkerntemperatur leicht ab, während die Wärme über die Haut und die Extremitäten abgegeben wird. Dieses Absenken erleichtert das Einschlafen und begünstigt die Einleitung von Tiefschlafphasen, in denen Regeneration und Immunprozesse verstärkt ablaufen.

Wird die Umgebung sehr kalt, reagiert der Körper mit Muskeltätigkeit und Vasokonstriktion, also einem Zusammenziehen der Blutgefäße an der Hautoberfläche. Dadurch steigt der Wärmeverlust zwar weniger stark an, jedoch muss mehr Energie aufgebracht werden, um die Kerntemperatur stabil zu halten, was Unruhe, häufiges Aufwachen und verlängerte Einschlafzeiten fördern kann.

Wenn das Schlafzimmer zu kalt ist

Schlafmediziner verweisen auf einen Temperaturbereich, in dem viele Menschen relativ gut schlafen, meist zwischen etwa 16 und 19 Grad Celsius. In klinischen und experimentellen Beobachtungen zeigte sich, dass deutlich darunter liegende Raumtemperaturen häufiger mit verlängerten Einschlafzeiten, mehr Muskelanspannung und subjektiv als „unruhig" empfundenem Schlaf einhergehen.

Kalte Füße oder Hände gelten als klassischer Störfaktor, weil die Durchblutung reduziert ist und die periphere Wärmeabgabe nicht reibungslos funktioniert. Bei manchen Personen kann eine gezielte Erwärmung der Extremitäten vor dem Zubettgehen die Einschlafzeit verkürzen und den Übergang in stabilere Schlafstadien erleichtern. Wird dagegen nur die Raumluft stark gekühlt, ohne dass Matratze, Schlafkleidung oder Bettmaterial ausreichend isolieren, kann Kälte den Schlaf fortlaufend fragmentieren.

Matratze, Bettwaren und Mikroklima im Bett

Neben der Raumluft bestimmt das Mikroklima im Bett, ob eine Person friert oder sich ausreichend temperiert fühlt. Matratze, Auflagen und Decken beeinflussen Wärmespeicherung, Feuchtetransport und Luftzirkulation nahe der Haut. Materialien mit hohem Feuchtetransport können Schweiß schneller ableiten, während geschlossene Schäume oder sehr dichte Textilien Wärme länger halten, was in kalten Räumen vorteilhaft, bei wärmeren Bedingungen aber belastend sein kann.

Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Gesundheit

Auch Luftfeuchtigkeit, Luftzug und Schadstoffbelastung tragen zur wahrgenommenen Behaglichkeit bei. Ideal ist eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent, da in diesem Bereich Schleimhäute weniger austrocknen und Schimmelbildung eher vermieden wird. Bei tiefer Temperatur und zusätzlich sehr trockener Luft klagen manche Personen auch über Reizungen der Atemwege und der Haut, was wiederum zu häufigem Aufwachen führen kann. Umgekehrt kann eine dauerhaft zu feuchte, aber kalte Umgebung das Risiko für Schimmelbildung und damit für Atemwegsbeschwerden erhöhen. Eine Kombination aus moderater Temperatur, ausgewogener Luftfeuchte und guter Luftqualität fördert die nächtliche Regeneration stärker als extreme Kälte bei schlechter Luft.
 

Individuelle Unterschiede und Anpassungsstrategien

Die große Spannweite individueller Vorlieben. In Untersuchungen mit älteren Erwachsenen zeigten sich teilweise bessere Ergebnisse bei etwas höheren Temperaturen, während jüngere Personen häufig kühlere Umgebungen bevorzugen. Geschlecht, Körperbau, Stoffwechselrate, zirkadianer Chronotyp und Vorerkrankungen beeinflussen, wie schnell jemand friert und wie stark die Kälte den Schlaf beeinträchtigt. Daher umfassen Anpassungsstrategien mehrere Ebenen. Häufig genannte Maßnahmen sind:
  • flexibles Heiz- und Lüftungsverhalten
  • mehrlagige Bettdecken
  • wärmende oder atmungsaktive Schlafkleidung
  • der Einsatz von Wärmflaschen 
  • eine Anpassung der Matratzen- und Materialwahl an das eigene Temperaturempfinden 

Klimabewusst schlafen und Gesundheit schützen

Temperaturschwankungen und Klimaveränderungen werden den Umgang mit Schlaf weiterhin prägen. Ein bewusster Blick auf Heizverhalten, Dämmung, Lüftung, Materialien und persönliche Schlafgewohnheiten hilft, Kältestress im Schlafzimmer zu verringern, ohne die Heizenergie unnötig zu erhöhen. Wer auf ein stimmiges Zusammenspiel aus Raumtemperatur, Bettausstattung und individuellem Bedarf achtet, schafft bessere Voraussetzungen dafür, dass der Körper seine Temperaturregulation im Schlaf aufrechterhalten kann und Kälte nicht zur dauerhaften Schlafbremse wird.


     
        
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