Bangladesh Accord für drei Jahre verlängert

Ziel: Sicherheitsmängel in Zulieferfabriken von internationalen Textilunternehmen zu beseitigen

Die internationalen Gewerkschaftsverbände IndustriALL und UNI, Vertreter von Markenunternhemen und Einzelhändler einigen sich auf eine Verlängerung des Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch. Der Accord ist ein bahnbrechendes, rechtlich verbindliches Abkommen mit dem Ziel, Sicherheitsmängel in Zulieferfabriken von internationalen Textilunternehmen zu beseitigen. Bis jetzt haben H&M, Inditex (Zara), Otto, KiK, Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Tchibo und fünf weitere internationale Unternehmen das neue Abkommen unterzeichnet. Acht Unternehmen, darunter Esprit, haben versprochen zu unterschreiben.
 
Sicherheitsmängel in Zulieferfabriken von internationalen Textilunternehmen sollen beseitigt werden. © Kampagne Saubere KleidungIndustriALL und UNI werden gemeinsam mit den Unternehmensvertretern von C&A und LC Waikiki das neue Abkommen beim OECD Global Forum on Responsible Business Conduct in Paris vorstellen. Die Mitglieder des jetzigen Accord treffen sich zur selben Zeit in Amsterdam um über das neue Abkommen zu beraten. Es wird erwartet, dass die meisten von ihnen es unterzeichnen werden.
 
Laura Ceresna-Chaturvedi von der Kampagne für Saubere Kleidung sagt: „Der Accord ersetzt freiwillige Versprechen durch rechtlich verbindliche Verpflichtungen, sieht wirtschaftliche Sanktionen für Zulieferer vor, die gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen und erwartet, dass die Mitgliedsunternehmen ihren Zulieferern bei den Kosten der nötigen Reparaturen unter die Arme greifen.”
 
„Der Accord ist (?) die Antwort auf freiwillige Sozialaudits, die in der Vergangenheit sagenhaft gescheitert sind und letztendlich zur größten Katastrophe in der Textilindustrie geführt haben, dem Rana Plaza Einsturz”, sagt Scott Nova, Geschäftsführer des Worker Rights Consortium.”
 
Der neue Accord beinhaltet einige Fortschritte, z.B. die Verpflichtung der Fabriken Abfindungen an die Arbeiter*innen zu zahlen, wenn die Fabrik wegen Sicherheitsmängeln schließen muss oder verlegt wird, Schutz von Gewerkschaftsmitgliedern, die bisher negative Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie sich für bessere Sicherheitsstandards einsetzen und eine Verbesserung des Beschwerdemechanismus. Er könnte auch weitere Fabriken, die Schuhe und Heimtextilien herstellen, und Spinnereien aufnehmen.
 
Laura Ceresna-Chaturvedi fügt hinzu, "Bei Arbeitsrechten in der Lieferkette überwiegt oft die Rhetorik. Aber die konkreten und messbaren Verbesserungen, die der Accord Arbeiter*innen in Bangladesch bietet, sind bisher einzigartig. Deshalb war es wichtig das Abkommen zu verlängern.”
 
Der neue Accord, der im Mai 2018 nach Ablauf des jetzigen Accord, in Kraft treten wird, ist eine Verlängerung des Abkommens um weitere drei Jahre. Das bedeutet, dass wichtige Baumaßnahmen und Sicherheitsinspektionen fortgesetzt und auf diese Weise an Fortschritte des ersten Accord angeknüpft werden kann. Der Accord hat mit über 100,000 Maßnahmen, wie dem den Einbau von Brandschutztüren und der Behebung von Statik Problemen, in 1500 Fabriken den Arbeitsplatz von insgesamt 2,5 Millionen Textilarbeiterinnen sicherer gemacht. Wie sein Vorgänger ist der neue Accord ein Abkommen zwischen Gewerkschaften, Textilunternehmen und Einzelhändlern, dem vier Nichtregierungsorganisationen als sogenannte "Witness Signatories” beiwohnen. Dazu zählen die Clean Clothes Campaign, das International Labor Rights Forum, das Maquila Solidarity Network und das Worker Rights Consortium.

Weitere Informationen:
 
Kontakt:
Laura Ceresna-Chaturvedi, Kampagne für Saubere Kleidung


     
        
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