Wirtschaft | Führung & Personal, 11.06.2012
Gute Arbeit ist effektiv
Der neueste Zwischenruf des Denkwerks Zukunft von Christine Ax
Die Befunde der Neurobiologie, Gesundheitsforschung und Arbeitssoziologie sind eindeutig: Sinn und Glück sind eng verbunden mit der Entfaltung unserer körperlichen und geistigen Fähigkeiten und mit guter Arbeit. Burn-Out und Bore-Out sind inzwischen Volkskrankheiten. Das ist kein Wunder, denn die Über- und die Unterforderungen bedingen einander.
Wo der Computer den Takt vorgibt, Supermarktkassen sekundengenau zählen, wie schnell die Ware über den Scanner fliegt, immer perfekter designte Workflows keine menschlichen Entscheidungspielräume zulassen und Demenzkranke im Minutentakt so effizient gepflegt werden, bis die Pfleger selber erkranken, ist das Arbeitsleid allgegenwärtig. Wohltuend anders sind viele Arbeitswelten im Handwerk. Und damit meine ich nicht nur das Kunsthandwerk, sondern auch die vielen kleinen hightech-Schmieden und den Maschinenbauer von nebenan. Die Erfahrung von Sinn, selbstbestimmtes Arbeiten, familiäres Klima, Kreativität und die Freude am Werk sind in vielen der 286 Berufen des Handwerks noch oft zu finden. Handwerk ist nicht nur ein Segen für unserer Volkswirtschaft, sondern auch strukturell nachhaltig und ein Schlüssel für gutes Leben. Doch gute Arbeit war noch nie zum Nulltarif zu haben. Wer selber gute Arbeit möchte, muss bereit sein, für die gute Arbeit der Anderen einen guten Preis zu zahlen, damit die sich auch gute Arbeit (z.B. unsere) leisten können. So einfach ist das. Übrigens: Würden nur Dinge hergestellt und gekauft, die uns der Mühe des Gebrauchs wirklich wert sind, wäre das alles überhaupt kein Problem. Das Prinzip Effizenz ist nicht immer effektiv.
Christine Ax ist Publizistin sowie Expertin und Beraterin für Nachhaltige Entwicklung, Handwerk und Regionale Ökonomin im Büro für zukunftsfähige Entwicklung und Kommunikation, Berlin
Wo der Computer den Takt vorgibt, Supermarktkassen sekundengenau zählen, wie schnell die Ware über den Scanner fliegt, immer perfekter designte Workflows keine menschlichen Entscheidungspielräume zulassen und Demenzkranke im Minutentakt so effizient gepflegt werden, bis die Pfleger selber erkranken, ist das Arbeitsleid allgegenwärtig. Wohltuend anders sind viele Arbeitswelten im Handwerk. Und damit meine ich nicht nur das Kunsthandwerk, sondern auch die vielen kleinen hightech-Schmieden und den Maschinenbauer von nebenan. Die Erfahrung von Sinn, selbstbestimmtes Arbeiten, familiäres Klima, Kreativität und die Freude am Werk sind in vielen der 286 Berufen des Handwerks noch oft zu finden. Handwerk ist nicht nur ein Segen für unserer Volkswirtschaft, sondern auch strukturell nachhaltig und ein Schlüssel für gutes Leben. Doch gute Arbeit war noch nie zum Nulltarif zu haben. Wer selber gute Arbeit möchte, muss bereit sein, für die gute Arbeit der Anderen einen guten Preis zu zahlen, damit die sich auch gute Arbeit (z.B. unsere) leisten können. So einfach ist das. Übrigens: Würden nur Dinge hergestellt und gekauft, die uns der Mühe des Gebrauchs wirklich wert sind, wäre das alles überhaupt kein Problem. Das Prinzip Effizenz ist nicht immer effektiv. Christine Ax ist Publizistin sowie Expertin und Beraterin für Nachhaltige Entwicklung, Handwerk und Regionale Ökonomin im Büro für zukunftsfähige Entwicklung und Kommunikation, Berlin
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