Brasilien: Solarindustrie

Antwort auf die Energiekrise

Für die Fußball-WM 2014 werden in Brasilien einige Stadien auf erneuerbare Energien umgerüstet. Dies ist eine der Maßnahmen, um den Energiemix in dem südamerikanischen Schwellenland zugunsten erneuerbarer Energien zu verändern und besonders die Solarindustrie zu entwickeln.

Brasilien produziert bereits Strom aus Biomasse, Wasser- und Windkraft, die Nutzung der Solarenergie steckt noch in den Kinderschuhen
Foto: © GTZ / Jörg Böthling
Brasilien ist reichlich mit Sonnenkraft ausgestattet, doch die Ressource wird kaum ausgeschöpft. An Standorten und Anwendungsmöglichkeiten mangelt es nicht, zum Beispiel werden anlässlich der Fußball-WM Stadien vergrößert oder neu gebaut. Da bietet sich die Ausstattung mit Solarzellen zur Stromerzeugung geradezu an. Dies dachte sich auch Mauro Passos, Leiter der Nichtregierungsorganisation Instituto Ideal (Institut für die Entwicklung alternativer Energie in Lateinamerika). Als Fußball-Fan weiß er, wie stark die Sonne die Stadien aufheizt. Selbst Porto Alegre, der WM-Austragungsort mit dem schlechtesten Wetter, hat 40 Prozent mehr Sonneneinstrahlung als München.

Für sein ehrgeiziges Projekt fand Passos schnell Partner: Energievorsorger und Stadionbetreiber reisten nach Deutschland, um sich unter anderem im Bremer Fußballstadion von der Effizienz und Zuverlässigkeit der Solartechnik zu überzeugen. "Der Umbau des Mineirão-Stadions in Belo Horizonte, in dem voraussichtlich das WM-Eröffnungsspiel stattfindet, hat bereits begonnen. 2011 wird die Ausschreibung für das Solardach laufen", sagt Dirk Assmann, Programmleiter für erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH. "An weiteren Orten, zum Beispiel im weltberühmten Stadion Maracana in Rio de Janeiro, läuft die Planung auf Hochtouren." Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) begleiten und finanzieren die GTZ und die KfW Entwicklungsbank den Umbau der Stadien. Auch deutsche Unternehmen liefern die Technologie dafür.

Die Wirtschaft in Brasilien wächst seit Jahren, sie blieb von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise fast unbeeindruckt. Auch die Bevölkerungszahl steigt und wird im WM-Jahr 2014 bei 200 Millionen liegen. Entsprechend steigt der Energiebedarf. Brasilien produziert bereits Strom aus Biomasse, Wasser- und Windkraft, die Nutzung der Solarenergie steckt noch in den Kinderschuhen.

Eletrosul gehört zu den Solar-Pionieren. Auf dem Dach ihres Firmengebäudes in der südbrasilianischen Stadt Florianópolis baut der Energieversorger die größte Solaranlage Südamerikas mit einer Leistung von einem Mega-Watt - das ist fünfmal so viel wie alle bestehenden Anlagen in Brasilien zusammen. Regenerative Energien sollen fossile Brennstoffe zunehmend ersetzen und die Großwasserkraftwerke ergänzen, auch damit es nicht noch einmal zu einer Stromkrise kommt wie in den Jahren 2001 und 2002. Deutschland unterstützt Energieversorger wie Eletrosul bei ihren Plänen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) und des BMZ fördern die GTZ und die KfW Entwicklungsbank Unternehmen dabei, sich technisches Know-how und Expertise für die Vermarktung von Solarstrom anzueignen. Das Beispiel soll Schule machen und weitere private und öffentliche Investoren für umweltschonende Technologien anziehen.

Quelle: GIZ
Technik | Energie, 07.12.2011
     
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