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Technik | Energie, 12.08.2026

E-Auto abrechnen & vom eigenen Sonnenstrom profitieren

Ergänzung zum Beitrag "Wem gehört diese Kilowattstunde", forum-Ausgabe 04/2026

Linkvolt setzt die Messung auf bereits installierte Ladepunkte auf, sofern diese die Messkette unterstützen. Der Eigentümer muss deshalb in der Regel die vorhandene Hardware nicht tauschen. Wer am Ladepunkt im Mehrfamilienhaus laden will, wird vom Eigentümer einmal eingeladen und ist damit hinterlegt. Von da an steht bei jedem Ladevorgang fest, wem die folgende Kilowattstunde gehört, ohne dass jemand etwas melden muss. Am Ende steht ein Einzelnachweis je Ladevorgang, den der Nutzer unabhängig prüfen kann. Das ist der Unterschied zu einem Screenshot einer Verbrauchsanzeige, den jeder Prüfer zerlegt.

© THM - the mobility house

Die weiteren Anbieter und Methoden im Vergleich

reev (München)

Lademanagement- und Energiemanagement-Plattform, Segment reev Living für Wohnimmobilien, eigener dynamischer Stromtarif. Über 7.000 Kunden europaweit.
Dahinter: N-ERGIE und Städtische Werke Nürnberg als Gesellschafter, also ein Energieversorger. ABL, ein Wallbox-Hersteller, war laut electrive 2020 mit 55 Prozent Mehrheitseigner, heutiger Status nicht belegt. Series A über 10 Mio. Euro im Mai 2024, Co-Lead Future Energy Ventures, ein Fonds mit E.ON als Ankerinvestor.
Unterschied: reev wird Vertragspartner der Mieter, der Strom kommt aus dem reev-eigenen Ökostromtarif. Ein Vergütungsfluss an einen dritten Erzeuger ist in keiner Quelle belegt. Der Vault fasst es so: „reev löst das Problem des Betreibers. Linkvolt löst das Problem des PV-Besitzers."

Polarstern (München)

Vom Ökostromanbieter zum Full-Stack-Anbieter für Ladeinfrastruktur, Produktlinie Polaris in vier Paketen von Planung über Installation bis Abrechnung und Stromlieferung.
Dahinter: Seit August 2023 Melchior Ventures mit 51 Prozent und die Landwärme GmbH, ein Biomethanhändler, mit 49 Prozent. Der Schweizer Versorger Energie 360° ist 2023 ausgestiegen.
Unterschied: Der Versorgerwechsel ist Teil des Modells, die Hardware ist gebündelt. Polaris ProM ist klassischer Mieterstrom nach § 21 EEG, also Vermieter beliefert Mieter, nicht Vermittlung mit Direktvergütung des Anlagenbesitzers.

ChargePoint (München)

Ladehardware plus hardware-agnostisches Software-Backend, im Wohngebäude geteilte Ladepunkte mit individueller Abrechnung, dazu ein Arbeitgeber-Erstattungsmodell fürs Heimladen.
Dahinter: Börsennotiert an der NYSE, Streubesitz, kein Mehrheitseigner. Größte Anteilseigner BlackRock, Quantum und Vanguard, also reine Finanzinvestoren. Kein Versorger, kein Automobilkonzern.
Unterschied: Der einzige im Feld, der den Dienstwagenpfad wirklich besetzt. Aber: „Geteilte-Ladepunkt-Abrechnung ist nicht lokale Stromvermittlung." Netzgemessen je Ladevorgang, keine Zuordnung lokal erzeugten Stroms, keine Erzeugervergütung in irgendeiner Quelle.

Metergrid (Stuttgart)

Mieterstrom-Plattform, tritt selbst als Stromlieferant nach § 21 EEG auf, plant die Integration von Ladeinfrastruktur.
Dahinter: Hager Group, seit Januar 2025 mit 3,5 Mio. Euro investiert und in der Series A über 10 Mio. Euro im Februar 2026 nachgelegt, dazu SET Ventures und LBBW Venture Capital.
Unterschied: Wird Stromlieferant, wir nicht. Laut Radar „der wahrscheinlichste Kandidat für einen künftigen § 42c-nahen Vorstoß im MFH-Segment", Zeitfenster 12 bis 18 Monate. 

gridX (Aachen)

Energiemanagement-Plattform XENON plus Gateway, über 50 integrierte Hersteller, White-Label an Versorger und Ladepunktbetreiber.
Dahinter: E.ON SE, 100 Prozent. Mehrheit im September 2021, Komplettübernahme laut electrive zum 01.04.2023.
Unterschied: Kein Wettbewerber, sondern „der Nachbar oberhalb der Naht". Das Modul „Energy billing" klingt nach Abrechnung, ist aber ein Datenexport. „gridX misst und steuert, exportiert dann Daten und übergibt an fremde Abrechnungssysteme. Der Flottenpfad wird auf den geprüften Seiten nicht adressiert.

HeyCharge (München)

Ladelösungen für Mehrfamilienhäuser, patentiert offline über Bluetooth und Zigbee, geliefert als SaaS an andere Ladepunktbetreiber.
Dahinter: BMW i Ventures als Lead der Seed-Runde über 4,7 Mio. USD im Januar 2022, dazu Statkraft Ventures und Y Combinator. Im Februar 2026 zusätzlich 2,5 Mio. Euro EIC-Zuschuss.
Unterschied: Andere Schicht derselben Kette. „HeyCharge löst die Konnektivitäts- und Authentifizierungsschicht am Ladepunkt. Linkvolt löst die Vermittlungs- und Vergütungsschicht." Kein Beleg für Erzeugervergütung.

Linkvolt (Grünwald bei München)

Plattform für automatisierte lokale Stromvermittlung und Abrechnung. Misst am vorhandenen Ladepunkt, ordnet jede Kilowattstunde dem Richtigen zu und rechnet automatisch ab. Zwei Umsatzpfade: Arbeitgeber mit Dienstwagen, die zuhause geladen werden, sowie Eigentümer und Verwaltungen von Mehrfamilienhäusern mit eigener Erzeugung.
Dahinter: Holding-Struktur seit Dezember 2025, Holding UG und Operations UG (HRB 313332) beim AG München eingetragen, Geschäftsführer Tobias Weber. Kein Energieversorger, kein Netzbetreiber, kein Automobilkonzern und kein Hardwarehersteller im Gesellschafterkreis.
Unterschied: Technischer Intermediär, kein Stromlieferant und kein Zahlungsempfänger für Energie. Der Erzeuger wird je Kilowattstunde vergütet. Zugeordnet wird der einzelne Ladevorgang im Gebäude, nicht ein Haushaltsprofil in der Nachbarschaft.

Hinweis: Alle Angaben basieren auf Auskünften von Linkvolt. forum übernimmt für die Richtigkeit kein Garantie.


     
        
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