Technik | Mobilität & Transport, 10.06.2026
Nachhaltige Logistik
Mit diesen Strategien werden Spediteure grüner
Ohne die Logistik auf der Straße würde das tägliche Leben in vielen Bereichen nicht stattfinden können. Der unverzichtbare Wirtschaftszweig hat jedoch einen schlechten Ruf, wenn es um die Klimabilanz geht. Lkws mit hohen Emissionen und eine stromintensive Lagerlogistik sind ein Dorn im Auge. Wir blicken auf aktuelle Trends, welche die Logistik grüner machen.
Tankkarten sorgen für mehr Transparenz beim Treibstoffverbrauch
Der hohe Kraftstoffverbrauch steht vielen Speditionen auch heute noch im Weg, wenn es um eine effektive Nachhaltigkeit geht. Elektrisch betriebene Zugmaschinen sind noch längst kein Standard und auch das Netz an passenden Ladesäulen ist in vielen Ländern Europas noch nicht flächendeckend. Vor allem im Fernverkehr erweist sich das nach wie vor als großes Problem, das nachhaltige Bemühungen oft grundlegend erschwert. Alternativ bietet es sich für viele Logistikdienstleister dann an, Transparenz in ihren aktuellen Kraftstoffverbrauch zu bringen. Über eine Radius Tankkarte werden alle Tankvorgänge aufgezeichnet und fälschungssicher an das Unternehmen übermittelt. So kann der Kraftstoffverbrauch in der jährlichen Nachhaltigkeitsbilanz transparent abgebildet werden. Zudem bringen Tankkarten auch finanzielle Vorteile. Bei vielen Anbietern profitieren Spediteure von Preisnachlässen sowie wöchentlichen Fixpreisen.
Sonnenstrom für die Lagerlogistik
Die Lagerlogistik wird immer weiter automatisiert, was zu einem erhöhten Stromverbrauch führt. Automatisierte Shuttle in intelligenten Regalsystemen sowie elektrische Flurförderfahrzeuge können den Stromverbrauch in die Höhe treiben. Doch Logistikdienstleister können auch hier ihre ökologischen Ziele erreichen, indem auf eigens produzierten Sonnenstrom zurückgegriffen wird. Dächer und Wände von Lagern lassen sich mit teils großen PV-Anlagen ausstatten, die den Strombedarf vollständig decken können. Auch in temperierten Lagern mit Kühl- oder Heizbedarf kann ein Teil der benötigten Energie so selbst gedeckt werden. Auf Dauer spart diese Investition in Sonnenstrom sogar noch Geld, da Unternehmen unabhängig von Stromversorgern und Preisschwankungen werden. In der Praxis bieten sich dafür häufig auch PV-Speicher an, die den tagsüber gesammelten Sonnenstrom abends und nachts verfügbar machen. Wenn nicht rund um die Uhr gearbeitet wird, ist der Stromverbrauch in den Abend- und Nachtstunden aufgrund der ladenden Flurförderfahrzeuge nämlich oft am höchsten.
Effizientes Routenmanagement dank Telemetriedaten
Leerfahrten kosten Spediteuren nicht nur Geld, sie sind noch dazu auch alles andere als nachhaltig. Jeder Kilometer ohne Ladung ist einer zu viel – für den Unternehmenserfolg und den jährlichen Klimaschutzbericht. Daher ist effizientes Routenmanagement aus zweierlei Gründen besonders wichtig. Möglich gemacht wird es über Telemetriedaten, die eine effiziente Routenplanung im Nah- und Fernverkehr ermöglichen. Immer mehr Tools nutzen künstliche Intelligenz dazu, um effizientere Strecken ausfindig zu machen. Das spart den Disponenten dann auch gleich noch Zeit bei der Routenplanung. Zusätzlich bietet es sich auch immer an, die Möglichkeit zu prüfen, den Verkehr auf die Schiene zu verlegen. Pro Tonnenkilometer (tkm) verursacht ein Lkw bis zu siebenmal mehr CO als ein Güterzug. In Schweiz, Österreich oder auch Frankreich ist das Schienennetz vergleichsweise sehr gut ausgebaut und auch Deutschland investiert weiterhin, um Güter von der Straße auf die Bahn lenken zu können.
Nachhaltige Verpackung ein zweischneidiges Schwert
Im Bereich der Logistik gibt es auch in puncto Verpackung viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu werden. Doch hier zeigen sich viele Unternehmen vorsichtig. Verrutschte Palletten aufgrund fehlender Umwicklung in Plastikfolie führen schnell zu einer Annahmeverweigerung. Das wiederzum zieht einen Rattenschwanz aus zeitlichen Verzögerungen und zusätzlichen Kosten mit sich. Nachhaltige Alternativen aus Glas sind zudem zerbrechlicher und schwerer – was den Transport am Ende teurer macht und auf den Endkunden abgewälzt wird.
Frau Reiche – es reicht!
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