Technik | Energie, 13.04.2026
Erste senkrechte Photovoltaik auf städtischem Gründach
Neue Ausrichtung mit vielen Vorteilen
Photovoltaik und Begrünung auf Flachdächern sind seit über 10 Jahren guter Standard auf städtischen Gebäuden wie Schulen oder Kindergärten. Nun erfolgte mit der Inbetriebnahme eines Pilotprojektes ein weiterer Schritt durch die Stadtverwaltung: Erstmals wurde auf einem vorhandenen Gründach, nämlich auf der Kindertagesstätte "les petits amis", eine Photovoltaik errichtet und in Betrieb genommen, deren Module senkrecht statt flach stehen.
Projektleiter Oleg Mininkov erklärt: „Das System hat viele Vorteile gegenüber der bisherigen leicht geneigten Aufstellung der Module: Die Anlage wiegt nur etwa die Hälfte der bisherigen Systeme. Dadurch ist sie für mehr Dächer geeignet. Sie besteht aus kleineren, leichter montierbaren Metallprofilen und Solarmodulen, was die Errichtung vereinfacht."Der größte Vorteil ist jedoch, dass die senkrecht stehenden Photovoltaikmodule von beiden Seiten gleichermaßen die Sonne von Osten und Westen in Strom verwandeln können. „Damit fangen wir mehr Energie am Vormittag und Nachmittag ein und können damit mehr Strom im Gebäude selbst nutzen", unterstreicht Mininkov. Das neue System vermeidet eine maximale Erzeugung zur Mittagszeit, die meist nicht genutzt werden kann, und erspart der Stadtkasse dadurch noch mehr Kosten für den Strombezug aus dem Netz.
Vorteile für dich Grünpflege
Katrin Helmchen, stellvertretende Leiterin des Gartenbauamtes, sieht ebenso Vorteile: „Das senkrechte Stellen der Module ermöglicht eine bessere Zugänglichkeit der Dachbegrünung für unsere Unterhaltungspflege, die jedes Gründach regelmäßig benötigt. Mit dieser Lösung muss niemand mehr unter Solarmodulen mühsam aufwachsendes Grün bearbeiten."
Die in kurzer Zeit fertiggestellte Anlage besteht aus insgesamt 150 senkrechten Modulen, die zusammen eine elektrische Leistung von 24 Kilowatt erzeugen können. In einem Jahr kann diese Anlage damit bis zu 21.000 Kilowattstunden Strom bereitstellen – etwas mehr, als eine Einrichtung in dieser Größe verbraucht.
Weitere drei Projekte sind bereits für den Ausbau mit vertikal stehenden Modulen auf Gründächern bestimmt und in Planung. Diese Lösung wird den bereits jetzt überplanmäßigen Photovoltaik-Zuwachs der Stadtverwaltung Karlsruhe sinnvoll verbessern. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft hat mit einer installierten Leistung von 845 Kilowatt im Jahr 2025 ähnlich wie bereits 2024 seine vorherige Ausbaurate pro Jahr mehr als vervierfacht und die Selbstverpflichtung aus dem „Klimaschutzkonzept 2030" deutlich übertroffen.
Weitere Informationen
Kontakt: Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin | buergerdienste@oa.karlsruhe.de | www.karlsruhe.de
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