Technik | Energie, 21.02.2026
"Das darf so nicht durchkommen"
Bürgerwerke warnen Ministerin Reiche: Netzpaket verhindert Energiewende
Seit September letzten Jahres ahnte man, wohin die aktuelle Energiepolitik steuern wird. Dennoch kann man in der Bürgerenergie-Bewegung kaum glauben, was die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aktuell plant. Vergangene Woche wurde ihr „Netzpaket" geleakt. Der Spiegel berichtete. Seitdem bläst der Ministerin ein immer stärker werdender Gegenwind entgegen.
Die Bürgerenergie-Bewegung ist eine Erfolgsgeschichte. Seit Jahrzehnten bereits ist sie Pionierin und Treiberin der Energiewende in Deutschland. Über 1.000 Energiegenossenschaften machen das, was große Konzerne nicht tun: Sie beteiligen die Menschen vor Ort und suchen gemeinsam mit Kommunen und Nachbarn die besten Lösungen für das Energiesystem der Zukunft.Das alles scheint Bundesministerin Katherina Reiche ein Dorn im Auge zu sein. Mit ihren Gesetzesentwürfen verfolgt sie die Strategie, es der bürgergetriebenen Energiewende so schwer wie nur menschenmöglich zu machen. Stattdessen will sie große Konzerne stärken. Das nun geleakte Netzpaket macht offensichtlich, was bisher vor allem in Andeutungen vorlag: Beteiligung und eine dezentrale Energieversorgung sollen verhindert werden, Frau Reiche setzt auf Konzerne und Gas – vereinfacht gesagt.
Für Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke, ist das der völlig falsche Ansatz: „Wir sind mitten in einem umfassenden Umbau unserer Energieversorgung. Dezentrale Versorgung aus erneuerbaren Quellen ist sicherer, resilienter und unabhängiger von autokratischen Lieferländern", führt er aus. Davon, nun den Ausbau der Erneuerbaren durch die Hintertür auszubremsen, hält er nichts: „Die Erneuerbaren Energien sind die kostengünstigste und klimaschonendste Art, unseren steigenden Stromverbrauch zu decken. Sie sind längst im Markt angekommen. Hier mit Absicht zu blockieren ist ein enormer Rückschritt."
Die Bürgerwerke wollen die Pläne nicht hinnehmen. „Vor kurzem wurden die Ausbauziele, die im Koalitionsvertrag festgehalten wurden, noch einmal bekräftigt", sagt Juna Schönborn, Referentin für Unternehmenskommunikation. „Wir sind überzeugt, dass bei Umsetzung der geleakten Maßnahmen die Ausbauziele bei Weitem nicht zu erreichen wären. Das würde einen Verstoß gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Januar 2026 zur Nachbesserung des Klimaschutzprogramms bedeuten. Das Netzpaket kann und darf so nicht durchkommen."
Für die Bürgerwerke ist klar: Das Wichtigste ist nun, die Genossenschaften zu stärken. „Wir werden unser Netzwerk unterstützen und mobilisieren", so Schönborn. „Es ist ermutigend zu sehen, wie die Bürgerenergie gerade geschlossen aufsteht. Die Botschaft ist klar: So nicht, Frau Reiche!"
Die Bürgerwerke ermöglichen Menschen, die Energiewende in Gemeinschaft umzusetzen.
Seit zehn Jahren zählen wir zu den wenigen echten Ökostrom-Anbietern in Deutschland. Mittlerweile haben wir uns zum größten deutschen Netzwerk von Energiegenossenschaften entwickelt. Mit mehr als 65.000 Menschen in über 125 Energiegenossenschaften arbeiten wir auf ein Ziel hin: Die Umsetzung der Energiewende in Bürgerhand.
Kontakt: Bürgerwerke eG, Christopher Holzem | presse@buergerwerke.de | www.buergerwerke.de
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