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Technik | Energie, 22.01.2026

Wasserkraft stärkt Energiesicherheit

Resilienz braucht regionale und dezentrale Lösungen

Angesichts wachsender Risiken für die Stromversorgung und einer steigenden Abhängigkeit von Stromimporten rückt die Frage der Resilienz des Energiesystems immer stärker in den Fokus. Extremwetterereignisse, Cyberrisiken und geopolitische Spannungen zeigen: Eine sichere Energieversorgung braucht robuste, regionale und verlässliche Strukturen. Die heimische Wasserkraft spielt dabei eine Schlüsselrolle.

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser beim Besuch des E-Werks Schweiger Oberding © Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V. (BDW)
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Wasserkraft sind ihre großen rotierenden Massen. Sie stellen sogenannte Momentanreserve bereit und stabilisieren damit unmittelbar die Netzfrequenz. Diese physikalische Netzstützung ist für die Systemsicherheit unverzichtbar – und in dieser Form nur bei Wasserkraft und konventionellen Großkraftwerken vorhanden. Auch die Kleinwasserkraft kann in dezentralen, zellularen Stromnetzen einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie dort wirksam Momentanreserve zur lokalen Frequenzstabilisierung bereitstellt.

„Eine zukunftsfähige Energieversorgung braucht Resilienz. Und Resilienz entsteht durch verlässliche, regionale Erzeugungsstrukturen mit physikalischer Netzstützung", erklärt Hans-Peter Lang, Präsident des Bundesverbands Deutscher Wasserkraftwerke (BDW).

Die Wasserkraft erfüllt genau diese Anforderungen: Sie ist grundlastfähig, Tag und Nacht verfügbar, planbar, flexibel einsetzbar und schwarzstartfähig. Während Photovoltaik und Windenergie wichtige Beiträge zur Energiewende leisten, jedoch auf funktionierende Netze angewiesen sind, können Wasserkraftwerke nach einem Stromausfall selbstständig wieder hochfahren und lokale Strominseln aufbauen. Diese Schwarzstart- und Inselbetriebsfähigkeit macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder regionalen Notstromstrategie.

Gerade vor dem Hintergrund jüngster Störungen der kritischen Infrastruktur – etwa in Berlin – zeigt sich, wie wichtig es ist, diese Fähigkeiten frühzeitig in die Krisenmanagement- und Vorsorgekonzepte von Kommunen, Netzbetreibern und Ländern einzubeziehen. Die Absicherung kritischer Infrastruktur darf nicht aufgeschoben werden.

v.l. Fritz Schweigger, Ursula Heinen-Esser, Hans-Peter Lang © Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V. (BDW)Auch die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Ursula Heinen-Esser, unterstreicht die wachsende Bedeutung dieses Ansatzes:
„Resilienz wird die nächste Stufe der Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit braucht Versorgungssicherheit. Ein Energiesystem ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn es auch in Krisen funktioniert. Dezentrale, regionale Lösungen werden für die Energieversorgung der Zukunft entscheidend sein."

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt das Notstromkonzept der Gemeinde Oberding bei München. Beim Besuch von Frau Heinen-Esser im Wasserkraftwerk Oberding stellte Fritz Schweiger, Vorsitzender der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V., das Konzept vor, mit dem vier lokale Wasserkraftanlagen im Krisenfall die kritische Infrastruktur der Gemeinde versorgen können.

„Unsere Wasserkraftwerke können innerhalb kürzester Zeit ein stabiles Inselnetz aufbauen. Damit ließe sich die Stromversorgung für wichtige Einrichtungen auch bei einem großflächigen Blackout sicherstellen. Solche Konzepte gehören in jede regionale Krisenvorsorge", so Schweiger.

Die Energiewende braucht nicht nur neue Erzeugungskapazitäten, sondern vor allem ein stabiles, widerstandsfähiges und dezentrales Energiesystem. Die heimische Wasserkraft vereint Klimafreundlichkeit, Regionalität, Netzstabilität, Speicherfähigkeit und Notstromfähigkeit – und ist damit ein unverzichtbarer Baustein der Energiezukunft Deutschlands.

Wasserkraft ist Resilienz.

Kontakt: Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V. (BDW), Dr. Helge Beyer | helge.beyer@wasserkraft-deutschland.de | www.wasserkraft-deutschland.de



     
        
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