Anabel Ternès von Hattburg
Gesellschaft | Politik, 22.01.2026
Was die Zukunft dringender braucht als Technologie
Zwei Signale aus Davos über KI, Ethik und globale Verantwortung
Beim AI + Future Forum in Davos wurde deutlich: Die KI-Zukunft entscheidet sich nicht an technologischer Geschwindigkeit, sondern an Führung, Governance und ethischer Verantwortung.
Davos 2026 steht unter dem Leitmotiv „A Spirit of Dialogue". In einer Welt, die zugleich von KI-Durchbrüchen, geopolitischen Spannungen und wachsender Fragmentierung geprägt ist, wird eines immer klarer: Die Zukunft entscheidet sich nicht an der Geschwindigkeit von Innovation – sondern an der Qualität unserer Führung.
Der Tagesbericht:
Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg ist forum-Kuratorin, Präsidentin des Club of Budapest Germany, CEO Nadure GmbH, Lavivee GmbH und Sustain Plus GmbH, Gründerin VYBE Future Agency und WeEmpower. Die Zukunftsforscherin verbindet als Journalistin, Aktivistin, TEDx-Speakerin, Bestsellerautorin und Impact-Unternehmerin Nachhaltigkeit, Innovation und (Self-)Leadership. Als Vorständin, Stiftungs- und Aufsichtsrätin von Impact Organisationen wie Plant for the Planet, Muhammad Yunus’ Friends of Social Business und Ustinov Foundation gestaltet sie gesellschaftlichen Wandel aktiv mit.
Davos 2026 steht unter dem Leitmotiv „A Spirit of Dialogue". In einer Welt, die zugleich von KI-Durchbrüchen, geopolitischen Spannungen und wachsender Fragmentierung geprägt ist, wird eines immer klarer: Die Zukunft entscheidet sich nicht an der Geschwindigkeit von Innovation – sondern an der Qualität unserer Führung.Beim AI + Future Forum im Wisdom House wurde genau diese Spannung sichtbar. Während die globale KI-Entwicklung rasant voranschreitet, ringen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft um eine Frage von historischer Tragweite: Wer kontrolliert die Systeme, die unser Denken, Entscheiden und Zusammenleben prägen – und nach welchen Regeln? Besonders deutlich wurde dabei: Die Zukunft braucht nicht mehr Technologie – sondern mehr Urteilskraft, Governance und ethische Reife.
Signal 1: Die Zukunft der Wirtschaft ist nicht nur digital – sie ist souverän
Im Zentrum der Diskussion stand die neue Realität eines multipolaren KI-Wettbewerbs. Während die USA auf proprietäre Plattformmodelle setzen und Europa um Regulierung ringt, zeigt China, dass offene, staatlich orchestrierte Innovationsökosysteme enorme Dynamik entfalten können.
Der Blick aus und auf China machte deutlich: Open-Source-Großmodelle wie Tencent Hunyuan oder Alibaba Tongyi Qianwen haben eine eigene Entwicklungslogik etabliert – offen, skalierbar und extrem anwendungsnah. Besonders eindrucksvoll: Das Hunyuan-3D-Modell, das den Prozess der Spieleentwicklung von einer Woche auf 60 Sekunden verkürzt.
Doch diese Geschwindigkeit wirft eine tiefere Frage auf: Ist technologische Souveränität eine Frage der Kontrolle – oder der gemeinsamen Regeln? Die Antwort aus Davos: Souveränität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch klare Governance-Architekturen, die Innovation ermöglichen, ohne Verantwortung zu verlieren.
Signal 2: Ohne ethische Leitplanken wird KI zur geopolitischen Waffe
Je leistungsfähiger KI wird, desto mehr verschiebt sie Macht – von Institutionen zu Plattformen, von Staaten zu Systemarchitekturen. Im Wisdom House wurde deutlich: Ethik ist kein Zusatz – sie ist die Voraussetzung für Vertrauen, Stabilität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Die zentrale Spannung: Open vs. Closed. Geschwindigkeit vs. Sicherheit. Wettbewerb vs. Menschenwürde. Führung in der KI-Ära bedeutet daher, nicht nur Systeme zu skalieren, sondern Werte zu institutionalisieren. Es geht nicht um Innovation um jeden Preis – sondern um Innovation mit Verantwortung.
Davos sendet damit ein klares Zeichen
Die Zukunft braucht weniger technologische Euphorie – und mehr politische, kulturelle und ethische Führung.
Oder anders gesagt:
Ohne Governance keine Souveränität.
Ohne Ethik kein Vertrauen.
Ohne Verantwortung keine Zukunft.
Der Tagesbericht:
KI, Ethik und die neue Weltordnung – Kernimpulse aus dem Wisdom House
Der heutige Tag im Wisdom House in Davos stand ganz im Zeichen der Frage, wie Künstliche Intelligenz in einer fragmentierten Welt verantwortungsvoll gestaltet werden kann.
Im Fokus: die geopolitische Dimension von KI. Während westliche Modelle oft auf proprietäre Plattformen setzen, zeigte die chinesische Delegation, wie Open-Source-Modelle neue Formen unsichtbarer Zusammenarbeit ermöglichen. Besonders eindrucksvoll war das Beispiel des Hunyuan-3D-Modells, das Designprozesse in Sekunden statt Tagen ermöglicht – ein Symbol für Chinas anwendungsorientierte Innovationskultur.
„True digital leadership is not about moving fastest, but about moving forward without abandoning our values."
Doch Geschwindigkeit allein ist kein Erfolgsmodell. Die Diskussionen machten deutlich: Technologische Macht braucht ethische Architektur. Offene Systeme, Datenzugang und algorithmische Entscheidungen müssen demokratisch legitimiert und kontrollierbar sein.
Was bedeutet das für Führung und Investments? Nicht das schnellste Modell wird gewinnen – sondern das vertrauenswürdigste. Wert entsteht dort, wo Technologie mit Verantwortung verbunden wird.
Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg ist forum-Kuratorin, Präsidentin des Club of Budapest Germany, CEO Nadure GmbH, Lavivee GmbH und Sustain Plus GmbH, Gründerin VYBE Future Agency und WeEmpower. Die Zukunftsforscherin verbindet als Journalistin, Aktivistin, TEDx-Speakerin, Bestsellerautorin und Impact-Unternehmerin Nachhaltigkeit, Innovation und (Self-)Leadership. Als Vorständin, Stiftungs- und Aufsichtsrätin von Impact Organisationen wie Plant for the Planet, Muhammad Yunus’ Friends of Social Business und Ustinov Foundation gestaltet sie gesellschaftlichen Wandel aktiv mit.
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