Franz Alt
Umwelt | Klima, 28.11.2025
Belem: Fortschritte beim Klimaschutz
Ein Kommentar von Franz Alt
Die Kommentare der deutschen Medien zur Weltklimakonferenz in Belem/Brasilien (COP 30) waren weitgehend negativ bis enttäuschend. Eine erfreuliche Ausnahme war der SPIEGEL mit seiner Überschrift: "2:1 für den Klimaschutz".
Die relativen Fortschritte in Belem
Erstens: Im Abschlussdokument wurde immerhin darauf hingewiesen, dass bereits vor zwei Jahren auf der COP 28 in Dubai beschlossen wurde, aus Kohle, Gas und Öl auszusteigen. Ich war 2024 mit Klimajournalisten in Dubai. Damals haben uns die heimischen Umweltpolitiker auf diese Tatsache hingewiesen.Zweitens: In Belem haben immerhin 80 Regierungen eine Allianz gegründet, die den Ausstieg aus den fossilen Energien weiter verfolgen werden, darunter auch die EU.
Drittens: Auch Brasiliens Präsident Lula schlug in seiner mutigen Eröffnungsrede vor, die Abhängigkeit von Kohle, Gas und Öl in raschen Schritten zu verringern und gab den Startschuss für die „80 Willigen".
Viertens: Die offiziell gar nicht anwesende US-Regierung ist der eigentliche Verlierer dieser Konferenz, die erneut bestätigt hat wie wichtig die internationale und globale Zusammenarbeit ist – gerade beim Klimaschutz. Durch ihre Abwesenheit hat die Regierung Trump wenigstens die kleinen Fortschritte nicht aufhalten können.
Die internationale Klimadiplomatie funktioniert also auch ohne die USA. Das ist der eigentliche Erfolg von Belem. Die Klimawandelleugner waren selten so isoliert wie heute. Zwei Arbeitsprozesse wurden auf der COP 30 am Rande des Regenwaldes beschlossen: Der Stopp der Entwaldung und die Abkehr von fossilen Energien durch die 80 Regierungen. Dafür gab es auf dieser Weltklimakonferenz den größten Applaus wie Teilnehmer berichten.
2026 findet die COP 31 in der Türkei unter australischer Präsidentschaft statt. Bis dahin wird auf der Welt nichts so schnell ausgebaut wie die preiswerte Energie aus Sonne und Wind und riesige Energiespeicher.
Im Jahr 2024 waren 92 Prozent der global neu aufgebauten Energiekapazitäten erneuerbar. Allein China hat im ersten Halbjahr 2025 doppelt so viel erneuerbare Energie zugebaut wie die gesamte übrige Welt zusammen. Die Internationale Energieagentur in Paris schätzt, dass wir weltweit bis 2030 eine Verdoppelung der erneuerbaren Energien gegenüber heute schaffen.
Dazu passt eine neue, sensationelle Meldung aus China und Indien: Die beiden Milliardenvölker der Erde konnten 2025 erstmals ihre CO2-Emissionen leicht senken – trotz Wirtschaftswachstum. Das liegt am rasanten Wachstum der erneuerbaren Energien.
Die solare Weltrevolution schreitet schneller voran als es die meisten deutschen Kommentatoren nach Belem diagnostizierten.
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