66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Eckard Christiani

Technik mit Zukunft

Wie Europas junge Generation beim Smart Green Island Makeathon auf Gran Canaria den Wandel gestaltet

Ein grünes T-Shirt, ein Schraubenzieher, ein Ziel: die Welt verändern. Was auf Gran Canaria geschieht, ist mehr als ein Technik-Event. Es ist ein europäisches Zukunftslabor – und ein Hoffnungsschimmer für Bildung, Nachhaltigkeit und die Fachkräfte von morgen.

Technik macht Spaß! Der SMART GREEN ISLAND MAKEATHON, initiiert von der ITQ GmbH und der Gerda Stetter Stiftung, begeistert Jung und Alt. Daraus entstehen Ideen und Lösungen für eine enkeltaugliche Zukunft. © ITQ GmbHWenn aus recycelten PET-Flaschen elektronische Bauteile entstehen, wenn Roboter eigenständig Müll erkennen und beseitigen oder Cobots (kollaborative Roboter) den Reifegrad von Tomaten analysieren – dann ist Smart Green Island Makeathon. Vier Tage, 986 Teilnehmende, 36 Nationen.
 
Auf Gran Canaria wird Technik nicht nur gedacht, sondern gemacht: geschraubt, programmiert, gelötet, getestet. Es ist ein Ort, an dem Begeisterung ansteckt – Generationen übergreifend, international vernetzt und getragen von einer Überzeugung: Bildung ist der
Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft.

Bildung als Innovationstreiber
Was wie ein Tekkie-Treff anmutet, ist in Wahrheit ein bildungspolitisches Statement. Die ITQ GmbH hat mit dem Makeathon ein Format geschaffen, das jungen Menschen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Selbstwirksamkeit. In interdisziplinären Teams arbeiten Studierende, Schüler*innen, Azubis und Industrievertreter*innen an realen Aufgaben aus den Bereichen Smart Farming, Circular Economy, Mobilität und Automatisierung. Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Bildung gelingt hier spielerisch und praxisnah.

28 Teams entwickelten in nur vier Tagen 22 Prototypen – darunter ein autonomes Robotersystem zur Müllbeseitigung, ein nachhaltiger Verpackungsprozess auf Bananenfaser-Basis und ein smartes Gewächshaus, das per KI den optimalen Erntezeitpunkt erkennt. Die Lösungen sind realitätsnah, die Motivation greifbar, die Energie elektrisierend.

Das Schneeballprinzip: Technikbegeisterung multiplizieren
Professoren, Studierende und Praktiker aus Unternehmen arbeiten gemeinsam an Lösungen für Morgen. Technik wird so zum Werkzeug für Zukunftsgestaltung. © ITQ GmbHBesonders eindrucksvoll: Neben den 546 „großen" Teilnehmenden – sie forschten unter anderem an nachhaltiger Logistik, Recyclingprozessen, smarter Mobilität und nachhaltiger Landwirtschaft – nahmen auch 440 Kinder und Jugendliche aus spanischen Schulen an Technik-Workshops teil. Sie programmierten Roboter, bauten Solarboote, lernten spielerisch vieles über erneuerbare Energien.
 
Möglich wurde das durch das Konzept der Technik-Coaches – Studierende, die ihr Wissen an Jüngere weitergeben. Ein Schneeballprinzip mit gewaltigem Potenzial: Innerhalb eines Jahres wurden so bereits 10.000 Kinder mit dem Tech-Virus infiziert, im zweiten Jahr sollen es über 30.000 werden. Ziel: 100.000 junge Menschen europaweit für Technik begeistern.

Gerade in einer Zeit, in der Bildungsdebatten oft von Strukturproblemen und Reformstau geprägt sind, zeigt dieser Ansatz, was möglich ist, wenn Leidenschaft, Kreativität und Verantwortung zusammenkommen. „Keine Volkswirtschaft kann mit weniger Arbeit mehr erreichen", sagt Dr. Rainer Stetter, Initiator der Initiative – und trifft damit einen Nerv.

Gran Canaria als Modellregion für nachhaltige Transformation
Warum Gran Canaria? Die Insel mit ihren 14 Mikroklimazonen ist ein ideales Testfeld für klimafreundliche Technologien. Wind, Sonne, Vielfalt – ideale Bedingungen für eine energieautarke Zukunft. Gleichzeitig ist die Insel ein Symbol: für europäische Zusammenarbeit, für Visionen jenseits der Routine, für die Kraft des gemeinsamen Tuns.

Was hier erprobt wird, soll kein Einzelfall bleiben. Schon jetzt laufen Planungen, das Format auf weitere Länder auszuweiten: Spanien, Deutschland, Österreich, bald auch Polen, Serbien, Großbritannien. Erste Projekte haben in Deutschland bereits stattgefunden – so zum Beispiel auf der internationalen Messe „TheSmarterE", bei der auch forum Medienpartner ist. Die Bildungsinitiativen sind Erasmus-gefördert, niederschwellig und skalierbar. Sie sprechen Kinder an – und Entscheider*innen.

Fazit: Technik kann Spaß machen. Und Zukunft.
Der Smart Green Island Makeathon ist kein Bildungs-Event wie jedes andere. Er ist ein Aufbruch. Ein Ort, an dem Technik zum Werkzeug für Zukunftsgestaltung wird, an dem junge Menschen nicht belehrt, sondern ermutigt werden. An dem Europa seine Stärke zeigt – nicht in Brüsseler Strategiepapieren, sondern im gemeinsamen Schaffen, im neugierigen Forschen, im Miteinander. Bildung wird hier erfahrbar und ist kein Selbstzweck, sondern ein starkes Werkzeug, um Hoffnung zu bauen.

Blue Green Fuerteventura – jetzt mitmachen
In einem nächsten Schritt wird sich der SMART GREEN ISLAND Makeathon am Projekt Blue-Green Fuerteventura beteiligen. Hier werden Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam an ganzheitlichen Lösungen für die Entwicklung von Inseln zu Modellregionen arbeiten.
 
Für Oktober 2025 ist dazu eine Konferenz geplant, die alle Bereiche einer nachhaltigen Entwicklung umfasst: Von Tourismus bis Landwirtschaft, von Abfallmanagement bis Kreislaufwirtschaft, von regenerativer Energieerzeugung über Meerwasserentsalzung bis hin zu e-Mobilität, Kultur und regionale Kooperation. Modellinseln als Leuchttürme für den globalen Wandel.

Machen Sie mit und kontaktieren Sie mich als Organisationspartner des Projektes unter f.lietsch@forum-csr.net.
 
Mehr Infos unter www.protect-the-planet.de

Hinweis: Eine ausführliche Version des Beitrages finden Sie auf : www.forum-csr.net/News/23738/How-to-infect-100000-kids-with-the-tech-virus.html
 
Eckard Christiani ist Journalist, Corporate Publisher und Herausgeber der Buchreihe „morgen – wie wir leben wollen". Er schreibt regelmäßig über gesellschaftlichen Wandel, neue Perspektiven und das Morgen. 


Quelle: Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH

Dieser Artikel ist in forum 03/2025 - Der Wert der Böden erschienen.

Weitere Artikel von Eckard Christiani:

Friedensnobelpreis für die Kinder der Welt?
Die Gestalter und Gestalterinnen der Zukunft
Wenn es nach Peter Spiegel geht, dann gehört die wichtigste Auszeichnung der Welt nicht Staatschefs, Diplomaten oder internationalen Organisationen – sondern den Kindern. Genauer: allen jungen Menschen bis 18 Jahre, weltweit.


Friedensnobelpreis für die Kinder der Welt?
Die Gestalter und Gestalterinnen der Zukunft
Wenn es nach Peter Spiegel geht, dann gehört die wichtigste Auszeichnung der Welt nicht Staatschefs, Diplomaten oder internationalen Organisationen – sondern den Kindern. Genauer: allen jungen Menschen bis 18 Jahre, weltweit.


Drei Grad bis 2050?
Was Kipppunkte für Wirtschaft und Politik bedeuten
Die Warnung von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) rückt ein Worst-Case-Szenario in den Fokus: plus drei Grad bereits zur Mitte des Jahrhunderts. Was hieße das konkret für Standorte, Versicherbarkeit und Planungssicherheit – und wie lassen sich positive Kippschwellen in Technik und Gesellschaft auslösen, damit der Wandel schneller wird als die Risiken?


Fahrt aufnehmen, Zukunft gestalten
Über die Mobilitätswende und mutige Städte
„Wir können nicht nur darüber sprechen, wie wir künftig fahren wollen – wir müssen uns fragen, wie wir leben wollen.“ Katja Diehl geht es beim Thema Mobilität um mehr als Technik oder neue Verkehrsmittel. Die Mobilitätsexpertin, Autorin und Aktivistin steht für eine andere, gerechtere Zukunft. Im forum-Interview spricht sie über Visionen, politische Versäumnisse, den Mut zur Veränderung – und über die Menschen, die heute schon beweisen, dass es anders geht.


Und der Oktopus stirbt leise
Hannes Jaenicke im Interview über Konsum, Korruption und den Mut zum Widerstand
Wale und Delfine verenden durch Plastikmüll, der Klimawandel vernichtet Korallenriffe, die Ozeane werden leer gefischt, Pestizide und Zivilisationsmüll vergiften diesen Lebensraum. Dazu kommt die wachstumsbedingte Zerstörung durch Aquakultur, wie etwa das problematische Farming von Lachsen und Oktopussen.




     
        
Cover des aktuellen Hefts

forum Nachhaltig Wirtschaften heißt jetzt forum future economy

forum 01/2026

  • Zukunft bauen
  • Frieden kultivieren
  • Moor rockt!
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
29
JAN
2026
Symposium Bau Innovativ 2026 - Zukunft gestalten, heute handeln!
Das Branchen-Event für alle, die Innovationen mitgestalten wollen.
92339 Beilngries
29
JAN
2026
VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SME)
Gerade jetzt so viel mehr als nur ein ESG-Bericht
Online
10
FEB
2026
E-world energy & water
Der Branchentreffpunkt der europäischen Energiewirtschaft
45131 Essen
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Hinterzimmer in Davos
Christoph Quarchs Plädoyer für das persönliche Gespräch ohne Zuschauer als Königsdisziplin der Diplomatie
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

PFAS-Regulierung in Frankreich für bestimmte Produktgruppen seit Januar in Kraft

„Wer die Nordsee für die europäische Energieversorgung nutzen will, muss sie schützen“

Klimaschutz ohne hohe Kosten – Contracting macht’s möglich

Circular Design Summit 2026, 25. März in Stuttgart

Growth Alliance Networking Summit 2026 (GANS26)

Starker Start 2026

Start-up Your Dream

Mehrweg beim Pflanzentransport ab 2030 verpflichtend

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • circulee GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • toom Baumarkt GmbH
  • WWF Deutschland
  • NOW Partners Foundation
  • TÜV SÜD Akademie
  • Global Nature Fund (GNF)