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Eckard Christiani

Technik mit Zukunft

Wie Europas junge Generation beim Smart Green Island Makeathon auf Gran Canaria den Wandel gestaltet

Ein grünes T-Shirt, ein Schraubenzieher, ein Ziel: die Welt verändern. Was auf Gran Canaria geschieht, ist mehr als ein Technik-Event. Es ist ein europäisches Zukunftslabor – und ein Hoffnungsschimmer für Bildung, Nachhaltigkeit und die Fachkräfte von morgen.

Technik macht Spaß! Der SMART GREEN ISLAND MAKEATHON, initiiert von der ITQ GmbH und der Gerda Stetter Stiftung, begeistert Jung und Alt. Daraus entstehen Ideen und Lösungen für eine enkeltaugliche Zukunft. © ITQ GmbHWenn aus recycelten PET-Flaschen elektronische Bauteile entstehen, wenn Roboter eigenständig Müll erkennen und beseitigen oder Cobots (kollaborative Roboter) den Reifegrad von Tomaten analysieren – dann ist Smart Green Island Makeathon. Vier Tage, 986 Teilnehmende, 36 Nationen.
 
Auf Gran Canaria wird Technik nicht nur gedacht, sondern gemacht: geschraubt, programmiert, gelötet, getestet. Es ist ein Ort, an dem Begeisterung ansteckt – Generationen übergreifend, international vernetzt und getragen von einer Überzeugung: Bildung ist der
Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft.

Bildung als Innovationstreiber
Was wie ein Tekkie-Treff anmutet, ist in Wahrheit ein bildungspolitisches Statement. Die ITQ GmbH hat mit dem Makeathon ein Format geschaffen, das jungen Menschen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Selbstwirksamkeit. In interdisziplinären Teams arbeiten Studierende, Schüler*innen, Azubis und Industrievertreter*innen an realen Aufgaben aus den Bereichen Smart Farming, Circular Economy, Mobilität und Automatisierung. Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Bildung gelingt hier spielerisch und praxisnah.

28 Teams entwickelten in nur vier Tagen 22 Prototypen – darunter ein autonomes Robotersystem zur Müllbeseitigung, ein nachhaltiger Verpackungsprozess auf Bananenfaser-Basis und ein smartes Gewächshaus, das per KI den optimalen Erntezeitpunkt erkennt. Die Lösungen sind realitätsnah, die Motivation greifbar, die Energie elektrisierend.

Das Schneeballprinzip: Technikbegeisterung multiplizieren
Professoren, Studierende und Praktiker aus Unternehmen arbeiten gemeinsam an Lösungen für Morgen. Technik wird so zum Werkzeug für Zukunftsgestaltung. © ITQ GmbHBesonders eindrucksvoll: Neben den 546 „großen" Teilnehmenden – sie forschten unter anderem an nachhaltiger Logistik, Recyclingprozessen, smarter Mobilität und nachhaltiger Landwirtschaft – nahmen auch 440 Kinder und Jugendliche aus spanischen Schulen an Technik-Workshops teil. Sie programmierten Roboter, bauten Solarboote, lernten spielerisch vieles über erneuerbare Energien.
 
Möglich wurde das durch das Konzept der Technik-Coaches – Studierende, die ihr Wissen an Jüngere weitergeben. Ein Schneeballprinzip mit gewaltigem Potenzial: Innerhalb eines Jahres wurden so bereits 10.000 Kinder mit dem Tech-Virus infiziert, im zweiten Jahr sollen es über 30.000 werden. Ziel: 100.000 junge Menschen europaweit für Technik begeistern.

Gerade in einer Zeit, in der Bildungsdebatten oft von Strukturproblemen und Reformstau geprägt sind, zeigt dieser Ansatz, was möglich ist, wenn Leidenschaft, Kreativität und Verantwortung zusammenkommen. „Keine Volkswirtschaft kann mit weniger Arbeit mehr erreichen", sagt Dr. Rainer Stetter, Initiator der Initiative – und trifft damit einen Nerv.

Gran Canaria als Modellregion für nachhaltige Transformation
Warum Gran Canaria? Die Insel mit ihren 14 Mikroklimazonen ist ein ideales Testfeld für klimafreundliche Technologien. Wind, Sonne, Vielfalt – ideale Bedingungen für eine energieautarke Zukunft. Gleichzeitig ist die Insel ein Symbol: für europäische Zusammenarbeit, für Visionen jenseits der Routine, für die Kraft des gemeinsamen Tuns.

Was hier erprobt wird, soll kein Einzelfall bleiben. Schon jetzt laufen Planungen, das Format auf weitere Länder auszuweiten: Spanien, Deutschland, Österreich, bald auch Polen, Serbien, Großbritannien. Erste Projekte haben in Deutschland bereits stattgefunden – so zum Beispiel auf der internationalen Messe „TheSmarterE", bei der auch forum Medienpartner ist. Die Bildungsinitiativen sind Erasmus-gefördert, niederschwellig und skalierbar. Sie sprechen Kinder an – und Entscheider*innen.

Fazit: Technik kann Spaß machen. Und Zukunft.
Der Smart Green Island Makeathon ist kein Bildungs-Event wie jedes andere. Er ist ein Aufbruch. Ein Ort, an dem Technik zum Werkzeug für Zukunftsgestaltung wird, an dem junge Menschen nicht belehrt, sondern ermutigt werden. An dem Europa seine Stärke zeigt – nicht in Brüsseler Strategiepapieren, sondern im gemeinsamen Schaffen, im neugierigen Forschen, im Miteinander. Bildung wird hier erfahrbar und ist kein Selbstzweck, sondern ein starkes Werkzeug, um Hoffnung zu bauen.

Blue Green Fuerteventura – jetzt mitmachen
In einem nächsten Schritt wird sich der SMART GREEN ISLAND Makeathon am Projekt Blue-Green Fuerteventura beteiligen. Hier werden Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam an ganzheitlichen Lösungen für die Entwicklung von Inseln zu Modellregionen arbeiten.
 
Für Oktober 2025 ist dazu eine Konferenz geplant, die alle Bereiche einer nachhaltigen Entwicklung umfasst: Von Tourismus bis Landwirtschaft, von Abfallmanagement bis Kreislaufwirtschaft, von regenerativer Energieerzeugung über Meerwasserentsalzung bis hin zu e-Mobilität, Kultur und regionale Kooperation. Modellinseln als Leuchttürme für den globalen Wandel.

Machen Sie mit und kontaktieren Sie mich als Organisationspartner des Projektes unter f.lietsch@forum-csr.net.
 
Mehr Infos unter www.protect-the-planet.de

Hinweis: Eine ausführliche Version des Beitrages finden Sie auf : www.forum-csr.net/News/23738/How-to-infect-100000-kids-with-the-tech-virus.html
 
Eckard Christiani ist Journalist, Corporate Publisher und Herausgeber der Buchreihe „morgen – wie wir leben wollen". Er schreibt regelmäßig über gesellschaftlichen Wandel, neue Perspektiven und das Morgen. 


Quelle: Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH

Dieser Artikel ist in forum 03/2025 - Der Wert der Böden erschienen.

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