Franz Alt
Umwelt | Klima, 08.11.2025
Klimaschutz wird besser
Für Franz Alt kommt die Hoffnung aus dem Osten
Als vor 10 Jahren das Pariser Klimaschutzabkommen verabschiedet wurde, flossen Tränen der Begeisterung. Demnach sollte es nicht wärmer als 1.5 bis zwei Grad gegenüber dem Vorindustriezeitalter werden. Doch was ist inzwischen erreicht? Und was ist auf der 30. Weltklimakonferenz, die nächste Woche in Brasilien stattfindet, zu erwarten?
Hauptthema ist die finanzielle Unterstützung der Schwellen- und Entwicklungsländer durch die reichen Industriestaaten. Tatsächlich sind die Industriestaaten die Täter und die Entwicklungsländer die Opfer des Klimawandels. Die Armen tragen fast nichts zum Klimawandel bei, aber sie leiden schon heute am meisten darunter. Und in Zukunft noch viel mehr. Auch um riesige Flüchtlingsströme in die reichen Länder zu verhindern, müssen die Industriestaaten mit viel Geld die armen Länder beim Klimaschutz und das heißt beim Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen. Ein eventuelles Scheitern dieses Weltklimagipfels nennt UNO-Generalsekretär Guterres „ein moralisches Versagen und eine tödliche Fahrlässigkeit".Gut, dass der Bundeskanzler soeben in Brasilien auch deutsche Hilfe bei der Rettung der Regenwälder zugesagt hat.
Corona und Kriege haben das Thema Klimaschutz von der Agenda der Weltpolitik nach hinten gedrängt. Dennoch legt der Klimawandel keine Pause ein. Das Thema wird immer drängender. Und je länger wir es verdrängen, desto teurer wird es. Es gab aber auch Fortschritte seit Paris. 2015 zeigten die Klimaprognosen eine globale Erwärmung um die 3.5 Grad, heute sind wir bei circa 2.5 Grad. Das ist jedoch noch weit vom 1.5 Grad-Ziel entfernt. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn weltweit der Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt wird.
Die positive Meldung: Dieser Ausbau wird zur Zeit beschleunigt, vor allem in den Milliarden-Ländern China und Indien. Auf den Klimawandel-Leugner Trump kommt es dabei gar nicht mehr an. China und Indien haben die Führung bei den Zukunftsthemen übernommen. Die USA unter Trump sind abgehängt. Die Welt erlebt zurzeit einen beeindruckenden Boom beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Schwerpunt liegt allerdings heute in Asien. Vor 15 Jahren lag er noch in Deutschland.
Und Europa?
Die europäischen Umweltminister haben sich soeben auf einen Klima-Kompromiss einigen können. Danach sollen bis 2040 in der EU 90 Prozent weniger CO2 emittiert werden als noch 1990. Doch dieser Kompromiss lässt viele Fragen offen, es gäbe zu viele Schlupflöcher. Kritiker sagen, in Wirklichkeit seien es keine 90, sondern nur 77 Prozent CO2-Reduktion. Wichtig ist, dass die EU bei der Weltklimakonferenz in Belem/Brasilien mit China und Indien zusammenarbeitet und nicht mit den USA.
Die Welt ist heute beim Klimaschutz besser als noch vor 10 Jahren, aber noch nicht gut genug. Die Hoffnung kommt aus dem Osten.
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