Franz Alt
Gesellschaft | Politik, 24.10.2025
Nicht Migranten belasten das Stadtbild, sondern der Klimawandel
Franz Alt empfiehlt dazu den raschen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und weniger Autos
Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Frau Charlotte haben drei Kinder, davon zwei Töchter und sieben Enkelkinder. Der Bundeskanzler hat ein Problem mit Ausländern, die hierzulande ohne Aufenthaltsgenehmigung leben.
Er sagte: „Fragen Sie Ihre Kinder, fragen Sie Ihre Töchter, fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis herum, alle bestätigen, dass das ein Problem ist." Dieses Problem hat für den Kanzler und Vorsitzenden einer sich christlich nennenden Partei etwas mit Integration zu tun. Es gebe ein Problem im „Stadtbild". Bei einer aktuellen Umfrage stimmen ihm 63 Prozent der Deutschen zu, mehr Ältere als Jüngere.Es gibt freilich für deutsche Lokalpolitiker noch ganz andere Probleme als die, die der Kanzler im „Stadtbild" ausgemacht haben will. Doch diese werden von ihm und seiner gegenwärtigen Regierung weitgehend ignoriert oder verdrängt.
Zum Beispiel sind in unseren Städten immer mehr Flächen so stark versiegelt und zubetoniert, dass sie bei Starkregen, der wegen des Klimawandels immer häufiger und heftiger vorkommt, vor Hochwasser und Überschwemmungen nicht mehr geschützt sind. Die Kosten und die Schäden hierfür steigen Jahr für Jahr, haben die Versicherungen errechnet. In den Städten sterben immer mehr Bäume, die Schatten und Kühlung bieten könnten. Wir bräuchten Pflanzen auf den Häusern, Bäume in den Städten und mehr Grün an unseren Fassaden. Doch damit befasst sich die Bundesregierung immer weniger.
Immer mehr Autoverkehr im deutschen Stadtbild
Tatsächlich prägt der zunehmende Autoverkehr immer mehr das deutsche Stadtbild. 2024 hat allein der Verkehrssektor in Deutschland mehr als 125 Millionen Tonnen CO2 verursacht. Der klimaschädliche Verkehr nimmt in Deutschland immer mehr Raum ein. Das hat auch der Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung errechnet und schreibt: Das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 würde, wenn diese Entwicklung nicht gebremst wird, deutlich verfehlt. Bisher hatte die Bundesregierung festgeschrieben, dass die Emissionen schrittweise sinken müssen, bis 2030 um 65 Prozent und bis 2045 um 88 Prozent – im Vergleich zum Jahr 1990.
Auch der SPIEGEL schreibt: „Im Sinne von Töchtern und Kindern wäre es, ihnen einst eine Erde zu überlassen, auf der es sich gut leben lässt." Doch die Bundesregierung macht zur Zeit das Gegenteil. Der um das Stadtbild so besorgte Bundeskanzler will, dass die EU das Verbrenner-Verbot des Jahres 2035 aufschiebt. Doch damit würde das Stadtbild noch weiter verdüstert und verschlechtert.
Wenn „die Töchter" dem Kanzler so sehr am Herzen liegen, wie er gerade gesagt hat, dann könnte er als Regierungschef eines großen Industrielandes dafür sorgen, dass Töchter und Söhne auch morgen noch ein gutes Klima haben. Dazu gehören der rasche Ausbau des öffentlichen Verkehrs und weniger Autos. Es gibt keine Energiewende ohne Verkehrswende. Andere Großstädte wie Paris, Amsterdam, Stockholm, Oslo oder London haben vorgemacht, dass und wie es besser geht als bisher in Deutschland.
Herr Bundeskanzler, nicht Migranten belasten das Stadtbild, sondern primär die fehlende, klimafreundliche Verkehrspolitk hierzulande. Diese fehlende Verkehrswende ist tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben von sehr vielen Menschen. Gesundheit in unseren Städten meint primär gesunde Luft, sauberes Wasser und nahrhaftes Essen. Das sagen keine Ökospinner, sondern namhafte und schlaue Ökonomen. Was wirklich unsere Gesundheit gefährdet und unseren Wohlstand ruinieren wird, das sind Verlust an Artenvielfalt, Extremwetterereignisse und der Klimawandel.
Wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel zu stoppen, dann werden künftig tatsächlich so viele Millionen Klimaflüchtlinge zu uns kommen, dass wir unser „Stadtbild" wirklich nicht mehr erkennen können.
- Was die beiden Töchter von Friedrich Merz, Carola (34) und Constanze (37), zu den Stadtbild-Visionen ihres Vaters meinen, ist bisher nicht bekannt.
Unter "Der aktuelle Kommentar" stellen wir die Meinung engagierter Zeitgenossen vor und möchten damit unserer Rolle als forum zur gewaltfreien Begegnung unterschiedlicher Meinungen gerecht werden. Die Kommentare spiegeln deshalb nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider, sondern laden ein zur Diskussion, Meinungsbildung und persönlichem Engagement. Wenn auch Sie einen Kommentar einbringen oder erwidern wollen, schreiben Sie an kommentar@forum-csr.net.
Kontakt: Dr. Franz Alt | bigialt@sonnenseite.com | www.sonnenseite.com
Weitere Artikel von Franz Alt:
Und wieder schießt Trump ein Eigentor
Der US-Präsident ist vergangenheitsbesessen und zukunftsvergessen
Nicht nur mit seiner Zollpolitik, sondern erst recht mit seiner Klimapolitik schießt US-Präsident Trump ein Eigentor nach dem anderen.
Der US-Präsident ist vergangenheitsbesessen und zukunftsvergessen
Nicht nur mit seiner Zollpolitik, sondern erst recht mit seiner Klimapolitik schießt US-Präsident Trump ein Eigentor nach dem anderen.
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist
Zurzeit findet real und global das größte militärische Aufrüsten der Menschheitsgeschichte statt. Ein Kommentar von Franz Alt
Wir geben über drei Billionen Dollar, das sind über 3.000 Milliarden, für Kriegsvorbereitung aus und zur gleichen Zeit verhungern jedes Jahr Millionen Menschen. Das heißt konkret: Wir ermorden sie. Noch immer gilt die altrömische Formel: "Si vis pacem, para bellum – Wer Frieden will, muss den Krieg vorbereiten."
Zurzeit findet real und global das größte militärische Aufrüsten der Menschheitsgeschichte statt. Ein Kommentar von Franz Alt
Wir geben über drei Billionen Dollar, das sind über 3.000 Milliarden, für Kriegsvorbereitung aus und zur gleichen Zeit verhungern jedes Jahr Millionen Menschen. Das heißt konkret: Wir ermorden sie. Noch immer gilt die altrömische Formel: "Si vis pacem, para bellum – Wer Frieden will, muss den Krieg vorbereiten."
UN warnt vor einem „globalen Wasser-Bankrott“
Aktueller Wasser-Report der UN ruft zu einem neuen Umgang mit dem Wasser auf
Wasser ist unser Grundnahrungsmittel. Ohne Essen kann ein Mensch einige Wochen überleben, aber ohne Wasser nur wenige Tage. Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht. Doch wir leben seit Jahren auf Pump. Seit Jahrzehnten entnehmen wir der Erde mehr Wasser als nachkommt. Und der Klimawandel verschärft das Problem noch dramatisch.
Aktueller Wasser-Report der UN ruft zu einem neuen Umgang mit dem Wasser auf
Wasser ist unser Grundnahrungsmittel. Ohne Essen kann ein Mensch einige Wochen überleben, aber ohne Wasser nur wenige Tage. Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht. Doch wir leben seit Jahren auf Pump. Seit Jahrzehnten entnehmen wir der Erde mehr Wasser als nachkommt. Und der Klimawandel verschärft das Problem noch dramatisch.
UNO: Für eine Welt ohne Atomwaffen
Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft
Endlich war es so weit: Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft, der Atomwaffenverbotsvertrag, der AVV. Mehrere Staaten, aber hauptsächlich zivilgesellschaftliche Gruppen in der ganzen Welt hatten viele Jahre dafür gekämpft, auch in Deutschland.
Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft
Endlich war es so weit: Am 22. Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft, der Atomwaffenverbotsvertrag, der AVV. Mehrere Staaten, aber hauptsächlich zivilgesellschaftliche Gruppen in der ganzen Welt hatten viele Jahre dafür gekämpft, auch in Deutschland.
Energiewende als Job-Motor
Ein Kommentar von Franz Alt zu Chancen am Arbeitsmarkt durch die Energiewende
Die erneuerbaren Energien bieten einen Weg zur Energiesouveränität und Klimaneutralität. Ein weiterer Vorteil: trotz Krisen und einer schwächelnden Wirtschaft bietet der Sektor einen Zuwachs an Arbeitsplätzen. Diese Chance sollten wir ergreifen!
Ein Kommentar von Franz Alt zu Chancen am Arbeitsmarkt durch die Energiewende
Die erneuerbaren Energien bieten einen Weg zur Energiesouveränität und Klimaneutralität. Ein weiterer Vorteil: trotz Krisen und einer schwächelnden Wirtschaft bietet der Sektor einen Zuwachs an Arbeitsplätzen. Diese Chance sollten wir ergreifen!
Zukunft braucht Frieden
forum 02/2026
- Militär & Märkte
- Grüner Wasserstoff
- Moorschutz als Invest
- ESG loves KI
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
APR
2026
08
JUN
2026
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Anzeige
Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht
Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol
Megatrends
Deutsche wünschen starke FührungChristoph Quarch analysiert die neue Sehnsucht nach Macht und Herrschaft
Jetzt auf forum:
Innovation und Kreativität brauchen Spielräume
4. Süddeutscher Holzbau Kongress (SHK) am 01./02. Juli 2026 in Stuttgart-Fellbach
Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit
Keine Transformation ohne Frauen
Circular Valley Convention 2026 erfolgreich gestartet
Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen
Gemeinsamer Appell an den Koalitionsausschuss zum Klimaschutzprogramm



















