Das Online-Dating und die KI – Algorithmen für die große Liebe?

Fraglos boomt das Online-Dating – und auch die Entwicklung der KI schreitet unaufhaltsam voran.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Was braucht es, um die große Liebe oder wenigstens einen heißen Flirt zu finden? Reichen bereits zwei, drei gezielte Klicks und schon steht dank der cleveren Anwendung von Algorithmen das perfekte Gegenüber für die jahrzehntelange Partnerschaft vor der Tür? Fraglos boomt das Online-Dating – und auch die Entwicklung der KI schreitet unaufhaltsam voran. Eine gute Gelegenheit, sich etwas intensiver damit zu beschäftigen, inwiefern sich beide etwa auf Singlebörsen ab 50 gegenseitig in die Karten spielen können und was der aktuelle Stand dabei ist.
 

Kommt künstliche Intelligenz beim Online-Dating schon zum Einsatz?

Durchaus. So zeigt sich etwa bei Tinder und Bumble, dass sich die KI für den Einsatz im Bereich der Sicherheitsabteilung anbietet. Da bei beiden Dating-Communitys Wert darauf gelegt wird, dass alle Nachrichten mit den Richtlinien der Plattformen konform gehen, ist die KI für einen entsprechenden Check verantwortlich. Und auch bei Bildanalysen spielt sie inzwischen eine Rolle – man denke etwa an die Ermittlung von Fakes (bei Parship) oder die Zensur von Nacktbildern (bei Bumble).
  
Bleibt natürlich die Frage, inwiefern schon bei der Erkennung von kompletten Fake-Profilen auf Singlebörsen ab 50 und Co. möglich ist. In der Tat wird daran unter anderem von britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gearbeitet. Das Projekt ist allerdings bislang nicht abgeschlossen – was auch für den Einsatz der KI bei der präzisen Ermittlung von Beziehungsmatches gilt. Aber noch Luft nach oben zu haben, bedeutet ja nicht, dass die Zwischenergebnisse nicht doch schon vielversprechend sein könnten. Es bleibt also spannend - auch im Hinblick auf das Verbesserungspotenzial.

Welche weiteren KI-Aspekte sind beim Online-Dating bereits von Relevanz?

Ohne Zweifel spielen der Komfort bei der App-Nutzung und die damit verbundene Sicherheit beim Online-Dating eine wesentliche Rolle. Letztere wird umso relevanter als die Erstellung von Bild- und Textmaterial mittels der künstlichen Existenz bei so manchen Userinnen und Usern von Dating-Communitys – vorrangig von jenen, die singlebörsen ab 50 nutzen – Bedenken bezüglich der Authentizität des Gegenübers aufkommen. Im Hinblick darauf gilt es aktuell (und weiterhin),
  • sich im Vorfeld ausgiebig mit den einzelnen Communitys sowie ihren Datenschutzleistungen vertraut zu machen,
  • selbst aufmerksam zu kommunizieren und
  •  eigene Bilder und Texte mit Bedacht zu teilen.
 Was allerdings den Aspekt „passgenaue Matches" betrifft, stellen sich verschiedene Institutionen und Organisationen der Herausforderung, dem Ganzen mithilfe der KI näher auf die Spur zu kommen. Beispiele dafür stellen:
  • der US-amerikanische AIMM-Dienst mit seinem Spracherkennungstool und
  • eine Kooperation der Universitäten Kopenhagen und Helsinki
dar. Letztere nutzte eine Gehirnwellen-Untersuchung von Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern dazu, bestimmte Vorlieben bei den Gesichtsmerkmalen herauszuarbeiten. Diese wiederum können später für das Ergründen von Matches zum Einsatz gebracht werden.

Wie hilfreich ist die KI denn nun bereits beim Finden von dauerhaften Matches?

Das kommt auf den Blickwinkel an. Hinsichtlich der Arbeit mit Sicherheitsaspekten erweist sie sich bereits als hilfreich. Geht es jedoch darum, mithilfe verschiedener Angaben Schlüsse daraus zu ziehen, ob das Interesse zweier Personen füreinander das Potenzial für eine mehrjährige Beziehung mitbringt? Dann muss die KI aktuell noch passen. Amüsanter Side-Kick: Das sieht sogar ChatGPT selbst so – immerhin handele es sich um eine sehr komplexe Angelegenheit. 
 
Und in der Tat tut sich die künstliche Intelligenz mit der menschlichen Beziehungsdynamik noch schwer. Ähnliches gilt für einen ausgeprägten Sinn für Humor, eine gesunde Mischung aus Sachlichkeit und Empathie sowie die Fähigkeit, Konflikte mittels Kompromissen beizulegen. Wer über die gerade genannten Punkte und ihre Bedeutung für das Offline- wie Online-Dating etwas mehr erfahren möchte, für den ist vielleicht unter anderem die 2017 publizierte Studie Is Romantic Desire Predictable von Interesse. 
 

Fazit?

An der Anwendung von KI wird man im Zuge eines digitalen Lebensstils auch beim Online-Dating nicht vorbeikommen. Das zeigt sich sowohl auf Singlebörsen ab 50 als auch auf anderen Plattformen. Dabei besteht die berechtigte Aussicht, dass die damit verbundenen Systeme immer weiter verbessert und passgenauer eingesetzt werden können. Inwiefern sie allein aber Prognosen darüber treffen können, wie lange eine potenzielle Partnerschaft halten könnte, ist bisher nicht abzusehen. Doch vielleicht sollte man sich genau über diesen Umstand freuen, weil man so selbst beim Online-Dating noch etwas zu tun hat. Etwa selbst über seine eigenen Vorstellungen nachzudenken und sich von seiner empathischen und absolut menschlich-authentischen Seite zu präsentieren. Schließlich bringt genau das den meisten Sex-Appeal mit.


     
        
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