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Ein individueller Arbeitsplatz als Schlüssel zu mehr Effizienz?

Welche Ansprüche stellen Büroangestellte eigentlich an die Ausstattung ihres Arbeitsplatzes?

(Übliche Büroeinrichtung/kate.sade/unsplash)
Die beruflichen Aufgabenfelder werden immer komplexer, gleichzeitig wird vom Einzelnen gleichzeitig viel Flexibilität wie Effizienz verlangt. Parallel dazu schreitet die Weiterentwicklung der IT-Systeme kontinuierlich voran. Doch wie sieht es mit den Büromöbeln aus? Immerhin wirkt sich die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes nicht unwesentlich auf die eigene Produktivität aus. Und auch andere Faktoren wie Licht, Deckenhöhe oder die Anordnung der Schreibtische in Gemeinschaftsbüros dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Was bedeutet das für die Produktivität? Und mithilfe welcher cleveren, aber eigentlich recht simplen Tricks lassen sich ein größeres Wohlbefinden und mehr Motivation erzeugen?
 
Nein, ein Schreibtisch allein entscheidet nicht ober Wohl oder Wehe, was die berufliche Zufriedenheit betrifft. Dennoch sollte seine Bedeutung nicht unterschätzt werden, wie unter anderem eine Steelcase-und-Ipsos-Untersuchung aus dem Jahr 2014 bezüglich der unterschiedlichen Arbeitsplatz-Idealbilder von verschiedenen Generationen zeigte.
 
Schließlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass individuell gestaltbare und nachhaltige Büromöbel durchaus zum Wohlbefinden und zur Produktivität am Arbeitsplatz beitragen. Dies belegte beispielsweise eine Untersuchung, die der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) in Auftrag gab. Die Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH interviewte in diesem Zuge 2019 zu drei verschiedenen Zeitpunkten jeweils 1.000 bis 1.500 Büroangestellte. Und deren Antworten dürften von den Büromöbel-Herstellern wie Vepa, aber auch von den Unternehmen selbst mit Aufmerksamkeit wahrgenommen worden sein. Hier drei der wesentlichen Aspekte in der Zusammenfassung.
  1. Rund drei Viertel der Befragten waren mit ihrer Büroeinrichtung nicht rundum zufrieden; lediglich 25 % zeigten sich wunschlos glücklich. Besonders unzufrieden waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kleineren Unternehmen, wenn ihnen Arbeitsplätze zur temporären Nutzung zugestanden wurden. Am besten schnitten die Arbeitsplatzangebote von größeren Unternehmen ab, die über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten.

  2. In Bezug auf die Ergonomie der Büromöbel schien zumindest 2019/20 laut 39 % der Umfrage-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer noch deutlicher Verbesserungsbedarf bestehen. Nicht einmal die Hälfte der Befragten konnte auf einen Drehstuhl zurückgreifen, nur 28 % hatten die Auswahl zwischen Steh- und Sitzarbeitsplätzen.

  3. Gleichzeitig erwiesen sich die Ausstattung des Arbeitsplatzes und die Arbeitsatmosphäre für die Teilnehmergruppe als besonders wichtig. Fast 90 % bewerteten sie und die Arbeitsatmosphäre insgesamt als relevanter als die individuellen Karrierechancen, flache Hierarchien oder die Option, im Homeoffice zu arbeiten.
Will heißen: Am funktionalen Arbeitsplatz zu sparen, heißt eindeutig, am falschen Ende zu sparen. Doch natürlich ist Technik allein nicht alles – auch in diesem Fall nicht.

Welche weiteren Faktoren tragen zu mehr Wohlbefinden und Effizienz am Arbeitsplatz bei?

Es mag banal klingen, doch einer südkoreanischen Studie an der Chung-Ang-University in Seoul zufolge scheinen Büroangestellte bereits davon zu profitieren, dass sie ihre Schreibtische so im Raum positionieren und gestalten dürfen, wie sie wollen. Das legt jedenfalls eine Befragung von 400 Personen, die in Büros von US-amerikanischen Firmen arbeiteten, nahe. Ganze 30 % von ihnen hatten den Eindruck, produktiver als im Standard-Büro zu sein. Ebenfalls interessant: Forscherinnen und Forscher der schwedischen Universität in Uppsala und der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität fanden heraus, dass sich im Halbkreis stehende und von mehreren Kolleginnen und Kollegen genutzte Schreibtische offenbar positiv auf die Neugier, die Kreativität und den Einsatzwillen auswirken.

Die Relevanz des Erfolgsfaktors Raum betont auch eine 2019 publizierte Studie des Fraunhofer IAO. Sie trägt den Titel „Raumpsychologie für eine neue Arbeitswelt = Environmental Psychology for a New World of Work" und zeigt auf, welche Rollen die Beleuchtung, der Geräuschpegel, die gewählte Temperatur und Deckenhöhen spielen. So tragen Decken ab drei Metern Höhe wohl zu abstrakteren Gedanken bei, während flachere Decken (Standardhöhe 2,50 Meter) konkretere, aber detailreichere Lösungen begünstigen.

Apropos begünstigen: Wer nicht auf dem Präsentierteller sitzt, arbeitet angeblich ebenfalls effizienter. Das könnte daran liegen, dass Rückzugsmöglichkeiten individuell unterschiedliche Phasen der Konzentration und Entspannung begünstigen. Wie chaotisch es zwischendurch (oder prinzipiell) auf dem Schreibtisch aussieht, lässt allerdings keine Rückschlüsse auf die Produktivität zu – weder bei angestellter noch bei selbstständiger Tätigkeit. Zwischendurch einmal aufzuräumen und ein cleveres Ordnungssystem zu nutzen, schadet aber sicherlich nicht. Nicht einmal einem Genie wie einem Wirtschaftsingenieur …


     
        
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