Jährlicher Zuwachs erneuerbarer Energien muss sich bis 2030 verdreifachen

Der World Energy Transitions Outlook fordert einen jährlichen Zuwachs erneuerbarer Energien von 1.000 GW bis 2030, damit das 1,5°C-Klimaziel realistisch bleibt

Im ersten Teil des heute veröffentlichten World Energy Transitions Outlook (WETO) 2023 weist die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) den Weg für eine umgehende Kurskorrektur des Fahrplans zum 1,5°C-Ziel. Der Bericht fordert einen ehrgeizigeren globalen Einsatz erneuerbarer Energien, der durch die entsprechende physische Infrastruktur sowie politischen und regulatorischen Voraussetzungen ermöglicht wird, und unterstreicht dabei die Bedeutung institutioneller und personeller Kapazitäten. 

© Kanenori, pixabay.com
Der WETO 2023: 1.5°C Pathway führt Elektrifizierung und Effizienz als zentrale Triebkräfte der Energiewende auf, die durch erneuerbare Energien, sauberen Wasserstoff, und nachhaltige Biomasse ermöglicht werden, und skizziert die Umsetzung in allen Energiesektoren. Der jüngsten Ausgabe zufolge wurden zwar Fortschritte erzielt, vor allem im Stromsektor mit einem Rekordzuwachs an globalen erneuerbaren Kapazitäten von 300 Gigawatt (GW) im Jahr 2022, aber die Kluft zwischen Erreichtem und Erforderlichem wird immer größer. 

Wir brauchen ehrgeizigere Ziele für erneuerbare Energien; bis 2030 müssen weltweit durchschnittlich 1.000 GW pro Jahr an erneuerbaren Kapazitäten zugebaut und die direkte Nutzung erneuerbarer Energien in den Endverbrauchssektoren erheblich gesteigert werden. Angesichts der bevorstehenden globalen Bestandsaufnahme auf der COP28 in den Vereinigten Arabischen Emiraten führt der WETO die vorrangigen Maßnahmen in den kommenden Jahren klar vor Augen. 

Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA, dazu: "Die harte Realität ist, dass wir nicht auf dem richtigen Weg sind, um das Pariser Abkommen einzuhalten. Die einzige und zugleich aussichtsreichste Option, die uns bleibt, ist der wissenschaftlich fundierte Weg - ein Weg, der die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt der Lösung stellt und den Ländern Energiesicherheit, niedrigere Energiekosten und eine zukunftsorientierte industrielle Entwicklung bringt. Die Energiewende muss unser strategisches Instrument für eine gerechtere und inklusivere Welt werden. Die COP28 und die globale Bestandsaufnahme dürfen nicht nur vor Augen führen, dass wir vom Fahrplan zum 1,5°C-Ziel abgekommen sind, sondern müssen auch einen strategischen Plan vorlegen, der uns wieder auf den richtigen Weg bringt." 

Der designierte Präsident der COP28, Dr. Sultan al-Jaber, dazu: "Ein Ziel allein ist nicht genug. Dieser Bericht bietet uns einen soliden Weg zur Umsetzung, und ich begrüße die Empfehlungen der IRENA. Meine Forderungen nach einer Verdreifachung der erneuerbaren Energien bis 2030 stehen im Einklang mit dem 

WETO-Bericht der IRENA. Das Tempo der Energiewende hängt davon ab, wie schnell wir kohlenstofffreie Alternativen einführen und gleichzeitig Energiesicherheit gewährleisten können, damit niemand zurückbleibt. Wir brauchen auch den politischen Willen, die notwendigen Voraussetzungen für einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen. Dadurch müssen die Rahmenbedingungen für eine durchgängige Umsetzung geschaffen und die für die Projekt-Pipelines erforderlichen und erschwinglichen Finanzmittel bereitgestellt werden. Um unsere Ziele für 2030 zu erreichen, müssen wir dringend Maßnahmen ergreifen, um den Ausbau der Netzinfrastruktur zu beschleunigen, die Genehmigungsfristen zu verkürzen und die Kapitalkosten in Schwellen- und Entwicklungsländern zu senken. 

Ich freue mich, vor Kurzem die gemeinsame Verpflichtung mit der EU bekräftigt zu haben, auf der COP28 eine größtmögliche Unterstützung aller Parteien für die Verdreifachung der erneuerbaren Energien bis 2030 zu gewährleisten. Der COP28-Vorsitz kündigte zudem diese Woche an, dass sich Kenia in Afrika für eine Verdreifachung des Kapazitätszuwachses erneuerbarer Energien bis 2030 einsetzen wird." 

Durch die Schaffung der nötigen Voraussetzungen für ein System, das von erneuerbaren Energien getragen wird, können strukturelle Barrieren, die den Fortschritt der Energiewende behindern, beseitigt werden. Im WETO wurden die folgenden Hindernisse ermittelt, die dem Fahrplan zum 1,5°C-Ziel im Weg stehen:
  1. Mangelnde physische Infrastruktur 
  2. Fehlende politische und rechtliche Rahmenbedingungen 
  3. Ungleichgewicht bei Kompetenzen und institutionellen Kapazitäten.
Um die Energiewende zu beschleunigen und ihr eine größere Dimension zu verleihen, braucht es eine neue Form der internationalen Zusammenarbeit. Dies erfordert eine Evaluierung der Aufgaben und Zuständigkeiten nationaler und regionaler Stellen, internationaler Organisationen, internationaler Finanzinstitutionen und multilateraler Entwicklungsbanken, damit sie einen optimalen Beitrag zur Energiewende leisten. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Mittel auch wirklich die Bedürftigsten der Welt erreichen. 

Der WETO enthält die Analysen und das Narrativ für die COP28 sowie den Aufruf des designierten COP28-Präsidenten, Koalitionen zu bilden, die das gesamte Ökosystem der erneuerbaren Energien durchgängig unterstützen und eine Verdreifachung des Kapazitätszuwachses erneuerbarer Energien im Rahmen einer gerechten Energiewende ermöglichen, die niemanden zurücklässt. 

Die IRENA arbeitet eng mit den Ländern zusammen, um die Entwicklung und Umsetzung von politischen Maßnahmen und Strategien für erneuerbare Energien im Einklang mit dem im WETO skizzierten Fahrplan zum 1,5°C-Ziel zu fördern. Die Agentur bietet auch technische Unterstützung und Hilfe beim Aufbau von Kapazitäten an, um die Länder bei der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an ihrem Energiemix zu unterstützen. 

Kontakt: Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), Nicole Bockstaller | nbockstaller@irena.org | www.irena.org


Technik | Energie, 23.06.2023

     
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