#AlarmstufeGrün - Ein Bündnis für den Wandel

Aufruf zur Förderung einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft

Die Veranstaltungswirtschaft steht vor einer existentiellen Bedrohung und benötigt Unterstützung. Gleichzeitig verdeutlichen Corona- und Klimakrise, dass es ein einfaches „Weiter so" nicht geben kann! forum unterstützt den Aufruf und das Bündnis unter dem Hashtag #AlarmstufeGrün!, damit die Firmen und Selbstständigen der Kulturbranche überleben und sich gleichzeitig zukunftssicher aufstellen durch ein nachhaltiges Wirtschaften.

 
Um langfristig den Bestand der Veranstaltungswirtschaft zu sichern, brauchen wir jetzt zwei Dinge: den Erhalt der Firmen und Selbstständigen – wie von #AlarmstufeRot gefordert und der Bundesregierung vorgelegt – sowie die Förderung zur Umstellung der Branche auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität bis spätestens 2030.
 
Für die Umstellung auf eine zukunftsorientierte und nachhaltige Veranstaltungswirtschaft, die auch die Vorteile der Digitalisierung für den Klimaschutz nutzt, wird eine gezielte finanzielle Förderung benötigt. Die angekündigten Konjunkturpakete der Bundesregierung und die Initiativen des Europaparlamentes mit Klimapakt und Green Deal zeigen den Weg. Allerdings muss die Politik sofort aktiv werden – bevor es zu spät ist! 
 
Unsere Gesellschaft braucht eine nachhaltige und starke
Veranstaltungswirtschaft. Wir fordern deshalb von der Politik eine
sofortige und gezielte Förderung und Unterstützung.


Deshalb wird im Aufruf, die umgehende Erstellung eines gezielten Konjunkturprogramms zur Förderung einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft gefordert.
 
Die wichtigsten Ziele:
  1. Förderung der Investitionssummen (70%) für Forschung, Umstrukturierung, Überprüfung der Lieferketten, Einführung von Kreislaufwirtschaft, umweltfreundliche Mobilität und Logistik, Digitalisierung, Sachanlagen, nachhaltige Eventmaterialien und Technik, Ausbildung, Weiterbildungen, Zertifikate (z.B. ISO, EMAS, GWÖ, Ökoprofit, Deutscher Nachhaltigkeitskodex), die eine Transformation der Veranstaltungsbranche unterstützen – unter Einhaltung der Kriterien einer nachhaltigen Veranstaltungsorganisation analog des BMU-Leitfadens (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit). 

  2. Langfristige Sicherung der Veranstaltungswirtschaft als wichtiger Wirtschaftszweig bei gleichzeitiger Klimaneutralität (bis spätestens 2030) und maximierter Nachhaltigkeit, auf Grundlage der UN Sustainable Development Goals (SDG). 

  3. Erreichung der Klimaziele von Paris u.a. durch Selbstverpflichtung der Veranstaltungsbranche auf Klimaneutralität von Veranstaltungen bis spätestens 2030 und der Einhaltung der Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zum nachhaltigen Veranstaltungsmanagement. 

  4. Vergabe aller Veranstaltungen der öffentlichen Hand auf regionaler, Landes- und Bundesebene nur unter der Bedingung einer nachhaltigen Ausschreibung und klimaneutralen Umsetzung.
Die Selbstverpflichtung der Branche, Veranstaltungen bis spätestens 2030 klimaneutral durchzuführen, bezieht dabei auch die CO2-Emissionen von An- und Abreise (Mobilität) und Übernachtung (Hotellerie) mit ein. Damit würde ein Pilotmodell geschaffen für die nachhaltige Ausrichtung einer ganzen Branche mit großer Ausstrahlungskraft hinein in die Gesellschaft (durch Festivals, Konzerte) und in andere Wirtschaftszweige (durch Messen, B2B Events, Firmenveranstaltungen).

Massive Energieeinsparung, CO2-Reduktion und Ressourceneffizienz
Die Veranstaltungswirtschaft hat ein immenses Einsparpotenzial bei CO2-Emissionen, Rohstoffen, Ressourcen und Energie. Die Veranstaltungswirtschaft sollte deshalb ein fester Bestandteil bei künftigen öffentlichen Investitions- und Förderprogrammen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit werden. Moderne effiziente Techniken können und müssen endlich eingesetzt bzw. zur Marktreife gebracht werden (z.B. energieeffiziente Licht-, Ton- und Steuerungstechnik, nachhaltige Theatervorhänge auf Mietbasis, umweltfreundliche Generatoren, klimafreundliche Logistik, Einführung einer Kreislaufwirtschaft für Eventmaterialien). 

Investitionen in nachhaltige Lösungen dürfen nicht zu einem unkalkulierbaren Risiko werden.

Deadline für nicht-nachhaltige Veranstaltungen
Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft braucht die politische Unterstützung auf allen Ebenen. Ambitionierte Nachhaltigkeitskriterien wie das geplante Umweltzeichen für Veranstaltungen müssen so schnell als möglich fester Teil von allen öffentlichen Ausschreibungen werden, damit Best Practice im Umweltschutz nicht aus Kostengründen länger außen vor bleibt, sondern im fairen Wettbewerb zur Bedingung wird. 

Nach einer Übergangsfrist in Anlehnung an den EU-Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 und im Hinblick auf das Pariser Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad muss die Klimaneutralität von professionellen Veranstaltungen verbindlich werden. Eine Recyclingquote von mehr als 90 Prozent muss als Bedingung für alle Veranstaltungen gelten. Auch ein*e verantwortliche*r Ansprechpartner*in für das Umweltmanagement sollte bei professionellen Veranstaltungen verpflichtend sein, so wie es bei den Sicherheitskonzepten oder beim Datenschutz bereits vorgeschrieben ist. Das sorgt nicht nur für eine langfristige Daseinssicherung der Veranstaltungswirtschaft in Zeiten des Klimawandels, sondern gibt der Branche auch die Vorbildrolle für modernes, nachhaltiges und innovatives Wirtschaften.


Ein starkes Zeichen an die Politik

Um die genannten Ziele zu erreichen, wollen wir gemeinsam ein starkes Zeichen an die Politik, aber auch ausdrücklich an die Veranstaltungswirtschaft senden. Deshalb haben wir uns nicht nur innerhalb der Veranstaltungsbranche zusammengeschlossen, sondern kooperieren auch mit Verbänden und der Zivilgesellschaft.

Gemeinsam bilden wir eine Allianz der Auftraggebenden, Auftragnehmenden, öffentlichen Hand, Lieferanten, Kreativen, Verbände, Locations, Politiker*innen, Influencer*innen und weiteren Unterstützer*innen.

Die Initiator*innen:
  • Stefan Lohmann (Live Entertainment Konzepte und Gründer von Sustainable Event Solutions)
  • Fritz Lietsch (Verleger, Chefredakteur, Altop Verlag – forum Nachhaltig Wirtschaften)
  • Marcus Stadler (Experte für Nachhaltigkeitsmanagement DIN ISO & EMAS)
  • Verband der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO)
  • BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft
Erstunterzeichner*innen:
  • Jens Kerstan (Politiker, Bündnis 90/Die Grünen, Hamburger Umweltsenator)
  • Jan Delay (Künstler)
  • Prof. Dr. Claudia Kemfert (Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt des DIW Berlin)
  • Frank Otto (Vorstand Hamburger Klimawoche e.V.)
  • Stefan Schulze Hausmann (Rechtsanwalt, Initiator – Deutscher Nachhaltigkeitspreis)
  • Sascha Müller-Kraenner (Bundesgeschäftsführer - Deutsche Umwelthilfe e.V.)
  • Dr. Gregor Hagedorn (Initiator Scientists for Future, Sprecher NABU BAG Nachhaltigkeit)
  • Nico Ubenauf (Vorstand Satis&Fy, Mit-Initiator vom Bündnis Alarmstufe Rot)
  • Martin Oldeland (Vorstand B.A.U.M. e.V.)
  • Prof. Dr. Ulrich Holzbaur (Nachhaltigkeitsbeauftragter – Hochschule Aalen)
  • Louisa Dellert (Influencerin für die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Politik)
  • Alexandra Wandel (Vorstandsvorsitzende World Future Council)
  • Sabine Loos (CEO, Westfalenhallen Dortmund)
  • Mario Lodigiani (Geschäftsführer, UGA – Umweltgutachterausschuss - beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit – EMAS)
Von Lennart Zech

Wirtschaft | Green Events, 30.11.2021
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig 04/2021 stellt sich grundlegenden Fragen zur Veränderung - Systemwandel - wie wird die große Transformation zur Realität? erschienen.
     
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  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • PEFC Deutschland e. V.
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften