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"Was heute vermieden wird, muss später unter massivem Zeit- und Kostendruck nachgeholt werden."

BNW kritisiert klimapolitische Geisterfahrt der DIHK

Die DIHK hat in einem neuen Positionspapier eine gefährliche Richtung beim Klimaschutz eingeschlagen. Statt verbindlichen Zielen soll der europäische Emissionshandel die CO2-Reduktion de facto Alleingang sichern. Das ist fahrlässig, kritisiert der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW). 

© Sebastien Marty, pixabay.com„Das beschlossene DIHK-Positionspapier zum Klimaschutz ist grob fahrlässig: Klima- und wirtschaftspolitisch. Es schickt Deutschland auf eine Geisterfahrt, die zentrale Erkenntnisse der Wissenschaft ignoriert und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit für kurzfristige Entlastung opfert. Die Stimmen der Wirtschaft sind zum Thema „Energie und Klimaziele" so heterogen, dass eine so weitreichende Demontage nicht die einzige Antwort sein kann" so Prof. Dr. Katharina Reuter, BNW-Geschäftsführerin.

Das Klima kostet BIP
Die Erderhitzung ist das Hauptrisiko der Wirtschaft. Darin sind sich der IPCC sowie das Weltwirtschaftsforum einig. Die DIHK aber votiert mehrheitlich, die Klimaziele an "wirtschaftlichen Wettbewerbern auszurichten" und lehnt „jahresscharfe" Ziele bei der Emissionsreduktion ab.

„Am Ende werden die gleichen Emissionen im gleichen Zeitraum eingespart" – so die DIHK weiter. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die DIHK allerdings verpflichtet, das Klimaschutzgesetz „bei ihren Planungen und Entscheidungen […] und die zu seiner Erfüllung festgelegten Ziele zu berücksichtigen". Und das Klimaschutzgesetz beinhaltet verbindliche Klimaziele 2030 und 2040.

Planungssicherheit bei der Energiewende
Wenig Verbindliches schwebt der DIHK auch für die Rolle des Staates bei der Energiewende vor. So soll der Staat „als Rahmensetzer, nicht als Technologielenker" auftreten, gleichzeitig aber die Kosten für das Wasserstoffkernnetz ‚tragen und absichern‘. Ein Milliardeninvestment in die Wasserstoffinfrastruktur inklusive einkalkulierten Abnahmen durch die frisch ausgeschriebenen Reservekraftwerke dürften über den Staat als ‚Rahmensetzer‘ hinausgehen.

Deutschland, traditionell energiearm, hat durch Erneuerbare erstmals die Chance, unabhängiger zu werden. Bereits jetzt senkt jeder in Erneuerbare investierte Euro den Börsenstrompreis einer Megawattstunde um 1,90€. Gegenüber dem Status Quo gewinnt Deutschland durch Erneuerbare – an günstigem Strom, an Autarkie. Diese Chance gehört genutzt – und nicht als Kostentreiber fehlinterpretiert.

Der Weltmarkt wartet nicht
Ein ‚atmendes System‘ mit Energieimporten und weniger staatlicher Steuerung, spart nicht die gleichen Emissionen in der gleichen Zeit. Es ist ein Freibrief für Verzögerung, der Planungssicherheit opfert und den notwendigen Wandel nur aufschiebt

Der Weltmarkt wartet nicht. Die Exporte der deutschen Autoindustrie nach China sind seit 2022 um 70 Prozent eingebrochen. Fast jedes zweite verkaufte Auto dort ist elektrisch. Was heute vermieden wird, muss später unter massivem Zeit- und Kostendruck nachgeholt werden. Ansonsten droht die Auslagerung ans Ausland, Wettbewerbs- und Jobverluste - die auch die DIHK fürchtet.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) bringt die Stimme der progressiven Unternehmen direkt ins politische Berlin. Seit der Gründung 1992 setzt sich der BNW e.V. als unabhängiger Unternehmensverband für Umwelt-, Klimaschutz und soziale Nachhaltigkeitsaspekte ein. Mit seinen 700 Mitgliedsunternehmen steht der Verband für mehr als 200.000 Arbeitsplätze; Großunternehmen sowie Mittelstand sind in dem branchenübergreifenden Netzwerk genauso vertreten wie Cleantech-Startups und Social-Entrepreneurs. 

Kontakt: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Joscha Frost | presse@bnw-bundesverband.de | www.bnw-bundesverband.de/


Quelle: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)



     
        
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