Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Blaupause für nachhaltige Mobilitätsentwicklung

Ergebnisse des Forschungsprojekts SuMo-Rhine geben Impulse für die Verkehrswende in der Dreiländerregion Oberrhein

Mit einem Kolloquium an der Universität Freiburg hat am 17. November 2021 das vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte deutsch-französische Verbundprojekt SuMo-Rhine seinen Abschluss gefunden. Neun Projektpartner und mehr als 20 assoziierte Partner haben in den vergangenen drei Jahren daran gearbeitet, die Grundlagen für nachhaltige Mobilität am Oberrhein zu verbessern. Die Ergebnisse, namentlich das "Kommunale Informationssystem für Nachhaltige Mobilität", könnten auch für andere Regionen richtungweisend sein.

Erfolgreiche Kollaboration: Das deutsch-französische Verbundprojekt SuMo-Rhine hat Wissen und Anwendungen für mehr nachhaltige Mobilität am Oberrhein hervorgebracht. © Lydia Albrecht, KITWas brauchen Kommunen und Regionen, um den Sektor Mobilität nachhaltig zu entwickeln? Am Beispiel der dynamischen, trinationalen Metropolregion Oberrhein wurde diese Frage nun beantwortet. Beteiligt waren das KIT mit seinem Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung (DFIU) und seinem Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), die Straßburger École d'architecture (ENSAS), das Laboratoire image, ville, environnement (LIVE-UNISTRA) der Universität Straßburg, das Centre national de la recherche scientifique (CNRS), die Universität Haute-Alsace, die Professur für Fernerkundung und Landschaftsinformationssysteme (FeLis) der Universität Freiburg, die Universität Koblenz-Landau, die Stadt Lörrach sowie weitere Einrichtungen. Im Verbundprojekt "SuMo-Rhine - Förderung der nachhaltigen Mobilität in der Region Oberrhein" entwickelten sie unter anderem das datengetriebene Kommunale Informationssystem für Nachhaltige Mobilität (KINaMo). Unter 61 Gesichtspunkten (Indikatoren) erfasst und bewertet KINaMo kommunale Mobilitätsangebote. Zugleich zeigt es auf, wie die Angebote nachhaltiger - das heißt sicherer, wirtschaftlicher, umweltfreundlicher und bedarfsgerechter - gemacht werden können.

Mit Unterstützung des Online-Geodatendienstes HERE gelang es, Kommunen und Öffentlichkeit die erforderlichen empirischen Daten - etwa zu Fahrplänen, Verkehrsinfrastrukturen, Lärm- und Schadstoffbelastungen oder Unfallstatistiken -erstmals stetig, vergleichbar und automatisiert zur Verfügung zu stellen. "Mit SuMo-Rhine könnte die Region Oberrhein zu einer Blaupause für die nachhaltige Mobilitätsentwicklung anderer europäischer Grenzregionen werden", sagt Professor Wolf Fichtner, Leiter des Deutsch-Französischen Instituts für Umweltforschung am KIT und Leiter des nach dreijähriger Laufzeit zu Ende gegangenen Projekts.

Neben der Entwicklung von KINaMo wurden empirische Analysen durchgeführt. Diese geben Aufschluss über politische Agenden und Herausforderungen in der Oberrheinregion. Deutlich wurde, dass verkehrspolitische Maßnahmen auf kommunaler Ebene die Verlagerung der Verkehrsnachfrage hin zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln fokussieren. Verkehrsvermeidung spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Untersucht wurden zudem die Verkehrsmittelwahl beim Arbeitsweg, die Gründe für diese Wahl sowie, situationsbedingt, die verkehrsbezogene Wahrnehmung der Coronakrise. Nicht zuletzt ermöglichen diese Analysen einen Vergleich zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz, den drei Ländern in der Oberrheinregion.

Lokale und grenzüberschreitende Anwendungen
Im zweiten zentralen Handlungsfeld des Projekts wurde das neue Indikatorensystem in realen Zusammenhängen erprobt und optimiert. Ein Schauplatz war dabei das südbadische Lörrach, welches durch seine Tallage vor den Toren Basels vor besonderen Mobilitätsherausforderungen steht. Bei der Entwicklung von KINaMo brachten städtische Praktikerinnen und Praktiker die kommunale Perspektive von Beginn an ein.

Am Beispiel der Stadt Straßburg wurden hingegen Stadtentwicklungsprojekte evaluiert - mithilfe eines Modells auf Grundlage des Indikatorensystems. Für den Gemeindeverband Straßburg-Eurometropole entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwei unterschiedliche, nachhaltige Mobilitätsszenarien, um den Wert des Indikatorensystems für die Beurteilung von Zukunftsentwürfen zu testen. Im Teilprojekt "SuMo Atlas" entstand, ebenfalls auf Grundlage des Indikatorensystems, eine Kartierung, die den aktuellen Mobilitätszustand am Oberrhein aufzeigt.

Als ein prägnantes Projekt grenzüberschreitender Mobilität wurde schließlich eine 2017 in Betrieb genommene Straßenbahnlinie analysiert, die das schweizerische Basel und die rund fünf Kilometer entfernte französische Gemeinde St. Louis verbindet. "In der Oberrheinregion ist grenzüberschreitende Mobilität kein seltenes Phänomen und darf keine Barriere für nachhaltige Mobilitätskonzepte sein", stellt Nora Baumgartner (DFIU), wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, fest. "Gerade in Grenzregionen sollten Synergien gehoben, Potenziale genutzt und gemeinsames Lernen forciert werden, um auf eine Minderung der Umweltwirkungen hinzuwirken."

Kontakt: Karlsruher Institut für Technologie | info@kit edu | www.kit.edu

Technik | Mobilität & Transport, 18.11.2021
     
Cover des aktuellen Hefts

Ist die Party vorbei?

forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2022 mit dem Schwerpunkt: Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft

  • Regeneratives Wirtschaften
  • Kapital für nachhaltiges Bauen
  • Der Champagner der Energiewende
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
28
NOV
2022
Master Classes & Innovation Workshops at ISPO Munich
Solutions NOW for Sustainable Business Success
81823 München
01
DEZ
2022
Corporate Responsibility Day
Verleihung des „Real Estate Social Impact Investing Award 2022" (SII-Award)
10435 Berlin
12
DEZ
2022
Nachhaltigkeitskongress
Der Zukunftskongress für Wirtschaft mit Weitsicht
40217 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...
Text

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Bildung

Eichenbänke klären auf
Der Naturpark Rhein-Westerwald vermittelt in Bad Hönningen Rastenden einen Einblick in den persönlichen CO2-Anteil
Zero Waste Vision. Mit der DIN SPEC 91436 Zertifizierung von TÜV SÜD Müll- und Abfallmengen nachhaltig reduzieren. Informieren Sie sich jetzt!
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Nachhaltigkeit in der Industrie – auch hier spielt Second Hand eine Rolle

dormakaba erreicht Prime Status im ISS ESG Corporate Rating

Warum sich die Investition in Mitarbeiterzufriedenheit rentiert

Gebrauchtmaschinen für die Industrie: Unternehmen wollen Nachhaltigkeit

Endlich ein eigenes Gewächshaus: Das ist zu beachten

Die Bedeutung einer WLAN-Lösung für Hotels und wie man die beste auswählt

Haben wir in Katar unsere Werte verraten?

"Hochwertige Ausgleichsprojekte sind ein zentraler Bestandteil zur Erreichung der Klimaziele."

  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • TourCert gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • PEFC Deutschland e. V.