Transformative Politikansätze zur Krise

„Wir sind auf plötzliche Schocks kaum vorbereitet."

Mit einem gemeinsamen Aufruf internationaler Ökonom/innen und Organisationen für neue, resilienzorientierte Politikansätze zur Bewältigung der Klima-, Gesundheits- und Finanzkrise haben die Bürgerbewegung Finanzwende und die Heinrich-Böll-Stiftung am 14. Mai offiziell das Netzwerk- und Forschungs-Projekt "Transformative Responses to the Crisis" gestartet. In ihrem Aufruf fordern die Organisationen und Wirtschaftswissenschaftler/innen, mit zielgerichteten Strategien die massiven Risiken der Klima-, der Gesundheits- und der Finanzkrise zu minimieren: Dazu zählen eine schneller und konsequenter umgesetzte Energiewende, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, sich auf neue pandemische Szenarien vorzubereiten, massive Investitionen in und gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Gesundheitsstrukturen, eine Agrarwende und Ernährungssicherheit wie auch eine schärfere Risiko-Regulierung der Finanzmärkte, eine effektive Finanztransaktionssteuer und die Orientierung des Finanzsystems an Klima- und Nachhaltigkeitszielen (Aufruf hier).
 
Plenarsaal im Bundestag © Massimo Virgilio, Unsplash.comZum Start des Projektes sagte Gerhard Schick, Vorstand der Bürgerinitiative Finanzwende: „Klimakatastrophe, Finanzcrash und Pandemie, wir leben in einem Zustand ständiger Krisen. Ob sich jedoch Schocks wie ein neuartiger Virus oder einen Aktiencrash zu wirtschaftlichen und sozialen Krisen entwickeln, liegt in unserer Hand."
 
Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung sagte: „Die globale Corona-Pandemie hat schlagartig offenbart, wie verwundbar Gesellschaften sind: Wir sind auf plötzliche Schocks kaum vorbereitet. Krisen sind Momente der Entscheidung. Sie eröffnen Möglichkeiten tiefgreifenden Wandels. Das Projekt Transformative Responses will in der aktuellen Krise mit klugen Vorschlägen mithelfen, die Weichen für eine sozialökologische Transformation zu einer gerechten, nachhaltigen und resilienten Wirtschaft zu stellen."
 
Die kumulierten Krisen werden nur durch deutlich mutigere Politikansätze und sehr viel gezieltere Finanzierungspakete zu bewältigen sein. Die EU muss nun die notwendige Konsequenz zeigen, vor allem aber die Bundesregierung endlich über ihren ideologischen Schatten springen - zum Beispiel europaweit den sogenannten Corona-Bonds zustimmen und in Deutschland die Energiewende wiederaufnehmen und vollenden. Das lässt sich auch mit einem europäischen Green Deal verbinden - einer Investitionsoffensive in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und CO2-freie Mobilität.
 
Hinreichende Finanzmittel für diese riesigen Aufgaben lassen sich in fairer Lastenverteilung dort auftreiben, wo sie bislang für Instabilität und immanente Krisen gesorgt haben: Zum Beispiel über eine konsequente Finanztransaktionssteuer, die diesen Namen auch verdient.
 
Das Projekt "Transformative Responses to the Crisis" der Bürgerbewegung Finanzwende und die Heinrich-Böll-Stiftung zielt darauf ab, in einem internationalen Netzwerk von Organisationen und Wissenschaftler/innen über mehrere Jahre transformative Antworten auf die gegenwärtige Krise zu entwickeln, und dabei Finanzmärkte, Ökologie und Ungleichheit zusammenzudenken. Forschung und Debatten zu den drei Krisenbereichen sollen gebündelt und fokussiert werden, um Akteurinnen und Akteure aus diesen Feldern zu vernetzen und sie für gemeinsame Impulse und Arbeit an der sozial-ökologischen Transformation zu gewinnen.
 
Die konkreten Projekte und Vorschläge werden sowohl politischen Entscheidungsträger*innen wie auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen in der politischen Umsetzung vorangetrieben.
 
Im Rahmen des Projekts wurde bereits gemeinsam mit dem Forum New Economy die Konferenz "The Corona economic shock, the short-term urgency and long-term prospects" zum dem von der Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Schock organisiert. Der Aufruf der Ökonom*innen und Organisationen bildet zugleich den Auftakt des Projekts.
 
„Transformative Responses" wird außerdem unterstützt von der Hans-Böckler-Stiftung, der Open Society Foundation, der Fondation Charles Léopold Mayer pour le Progrès de l’Homme und den Partners for a new Economy.
 
Aktuelle Informationen zu neuen Publikationen und anstehenden Veranstaltungen im Rahmen des Projekts finden Sie der Website von „Transformative Responses to the crisis". Dort können Sie auch den Newsletter des Projekts abonnieren.
 
Kontakt: Heinrich-Böll-Stiftung | presse@boell.dewww.boell.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • circulee GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • ZamWirken e.V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • 66 seconds for the future
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH