Stefan Baumeister
Technik | Mobilität & Transport, 30.09.2017
Gut zu wissen
Klimafreundlich in den Urlaub
Hurra, der große Urlaub steht vor der Tür! Haben wir uns auch redlich verdient und die Fernreise schon lange gebucht! OK, beim Langstreckenflug entstehen eine Menge CO2-Emissionen, aber beim Urlaub darf die Nachhaltigkeit dann doch ein paar Wochen zurückstecken... Wir sind ja sonst schon sehr umweltfreundlich unterwegs, oder?
Nun, die Fakten sehen, insbesondere im Bereich Verkehr, leider noch etwas anders aus: Mit einem Anteil von 18 Prozent an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland im Jahr 2015 ist der Verkehr laut Umweltbundesamt der einzige Sektor, dessen Emissionen seit 1990 auf gleich hohem Niveau geblieben sind.
Frau Merkel hat wohl das Ziel eine Million Elektroautos bis 2020 schon aufgegeben und wegen zu hoher Stickoxyd-Werte bei Diesel-Autos droht ab 2018 ein Fahrverbot in großen Städten. Die Politik gibt – mit Rücksicht auf die Interessen der Autoindustrie – den Ordnungsrahmen für nachhaltige Mobilität nicht mutig genug vor. Und: Sie bietet zu wenig ambitionierte Anreizsysteme.
China und Norwegen liegen vorn
Schauen wir hier auf Beispiele aus anderen Ländern:
- China investiert laut Roland Berger über dreimal mehr in die Forschung und Entwicklungsförderung von E-Mobilität als Deutschland; ab 2019 wird es dort eine vorgeschriebene Quote von 8 Prozent für Elektro-Autos geben, mit einem geplanten Anstieg von 2 Prozent jährlich.
- Norwegen fördert E-Autos mehr als jedes andere Land, das Ergebnis: Im Jahr 2017 eine E-Auto Quote von fast 30 Prozent bei Neuzulassungen.
- Indien plant gar ab 2032 eine 100 Prozent-Elektrifizierung des kompletten Autoparks.
- Städte wie Kopenhagen und Amsterdam machen uns vor, wie vorbildliche Radwegesysteme aussehen und wie eine entsprechende Infrastruktur das Mobilitätsverhalten der Mehrheit zu ändern vermag.
Nachhaltige Mobilität bedeutet eben nicht nur den Umstieg auf E-Autos, sondern verlangt neben der Energiewende noch deutlich mehr. Die AGORA Verkehrswende hat kürzlich 12 Thesen formuliert, in denen eindrucksvoll beschrieben wird, wie eine solche Verkehrswende in Deutschland aussehen kann.
Und jetzt zurück zum anstehenden Urlaub: Genießen Sie Ihre Fernreise. Aber meine Anregung: Übernehmen Sie Verantwortung für die entstehenden CO2-Emissionen und kompensieren Sie diese, es ist ganz einfach. Und vielleicht liegt Ihr Ferienziel für nächstes Jahr in Europa, in Deutschland. Ich soll vom Klima ein herzliches Dankeschön ausrichten.
Ein Kommentar von Stefan Baumeister
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2017 - Tierische Geschäfte erschienen.
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Gut zu wissen
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht!
Bei uns die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. In anderen Ländern schaut es dagegen düster aus. Dabei können sauberes Wasser und Klimaschutz Hand in Hand gehen.
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Gebt den Kindern das Kommando
In der Shell-Jugendstudie 2015 und der europaweiten Studie 'Generation What?' 2017 wurden Jugendliche zu ihren Ängsten gefragt: Der Klimawandel landete auf Platz Nr. 1 bzw. Nr. 2. Es ist Zeit, zu handeln.
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Weniger Fleisch für ein besseres Klima
Unser Essen geht uns alle an, denn laut Weltklimarat ist die Landwirtschaft für 31 Prozent des globalen Ausstoßes von Treibhausgasen (THG) zuständig. Rechnet man den Transport, die Verarbeitung und die Entsorgung dazu, trägt sie sogar Verantwortung für fast 40 Prozent der klimaschädlichen Emissionen.
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