B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!

Wie können wir dafür sorgen, dass die nachhaltigen Entwicklungsziele tatsächlich nachhaltig sind?

Der aus den nachhaltigen Entwicklungszielen hervorgehende Flächenbedarf übersteigt unsere Landressourcen.

Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der vorgeschlagenen 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (engl. Sustainable Development Goals – SDGs) in Bezug auf den immensen und immer noch steigenden Bedarf an Ressourcen wie Land und Biomasse sind in zwei Studien untersucht worden, die am Montag, 20. April, bei der Global Soil Week 2015 vorgestellt wurden. Das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), das UNEP International Resource Panel (IRP) und das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) zogen während der Präsentation ihrer Studien übereinstimmend die Schlussfolgerung, dass der immense Landbedarf, der in den Zielen impliziert ist, die künftige Verfügbarkeit von Land beeinflussen und potenziell die Verwirklichung der Ziele behindern wird: Der aus den nachhaltigen Entwicklungszielen hervorgehende Flächenbedarf übersteigt unsere Landressourcen.
 

Die IIASA-Studie untersucht die wirtschaftlichen Verknüpfungen, positiven Nebeneffekte und Konflikte der verschiedenen Ziele, besonders in Bezug auf Land-, Nahrungs- und Wasserressourcen. Schutzbemühungen, die auf eine Ressource oder Region fokussiert sind, können die Preise hochtreiben, was zu Ernährungsunsicherheit und verstärkter Nutzung anderer Ressourcen führt. „Die Konkurrenz um Ressourcen betrifft alle 17 nachhaltigen Entwicklungsziele", warnte Michael Obersteiner, Programmdirektor Ecosystem Services and Management des IIASA. „Wenn die Nationen jetzt Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele entwickeln, kann nur ein systematischer Ansatz helfen, kritische Interdependenzen zu offenbaren und ein Nullsummenspiel zu verhindern", argumentierte er während der Präsentation der vom IRP in Auftrag gegebenen IIASA-Studie.
 
Zwölf der vorgeschlagenen SDGs betreffen die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und mehrere sind abhängig von der Nutzung zusätzlicher Landressourcen, zum Beispiel die Ziele zu Ernährungssicherheit (Ziel 2), Energieversorgung (Ziel 7), Produktion und Konsum (Ziel 12) und zur nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme (Ziel 15). „Die 17 SDGs sind dadurch eben nicht konsistent. Sie stellen viel mehr Anspruch an Biomasse und Böden, als wir tatsächlich zur Verfügung haben. Wir müssen hier Prioritäten setzen, etwa bei der Nahrungssicherung", sagte IASS-Exekutivdirektor Klaus Töpfer. Die IASS-Studie betont die Notwendigkeit, während der Umsetzung der Ziele auf der nationalen Ebene demokratische Wege zu finden, den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, die aus den nachhaltigen Entwicklungszielen hervorgehen. Dabei komme auch den Konsumenten eine wichtige Rolle zu. Die Entscheidungen, die wir treffen, seien von großer Bedeutung: nicht nur, was wir konsumieren, sondern auch Lebensmittel so zu kaufen, dass sie letztlich nicht doch verderben.
 
Ernst Ulrich von Weizsäcker, bis vor kurzem Co-Vorsitzender und nun Mitglied von UNEP IRP, sagte: „Bei den SDGs stoßen die ökologischen Ziele naturgemäß auf feste Grenzen, während die sozialen und ökonomischen Ziele immer mehr Wachstum verlangen. Es ist ein massiver Konflikt und folglich ein Verteilungsproblem: Wir haben einen endlichen Erdball, also müssen die Reichen etwas abgeben, sonst bleibt es ungerecht.”
 
Die IIA Mette Wilkie, Direktorin der UNEP-Abteilung Environmental Policy and Implementation, zog das Fazit: „Beide Studien zeigen, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher. Wir müssen unseren Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und deren Nutzung ändern und uns auf nachhaltigere Produktions- und Konsummuster zubewegen."
 
Das IASS Working Paper "The Role of Biomass in the Sustainable Development Goals: A Reality Check and Governance Implications” zum Download.

Im Internationalen Jahr des Bodens der Vereinten Nationen wird die Global Soil Week vom 19.4-23.4. als internationale Wissensplattform mehr als 500 Teilnehmer aus 78 Ländern mit unterschiedlichen kulturellen und beruflichen Hintergründen in den Dialog bringen: hochranginge politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Farmer, Akteure der Zivilgesellschaft und Künstler.
Titel der Veranstaltung ist „Soil. The Substance of Transformation". Informationen und das Programm finden Sie unter: www.globalsoilweek.org

Umwelt | Wasser & Boden, 20.04.2015
     
Cover des aktuellen Hefts

SOS – Rettet unsere Böden!

forum 01/2021

  • Eine Frau, die es wissen will
  • Eine neue Vision für den Tourismus
  • Jetzt oder nie
  • Models for Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
22
JUN
2021
Klimafreundlich Leben: CO2-Fußabdruck senken - gemeinsam.konkret.wirkungsvoll
Ein Angebot für Multiplikator*innen, Unternehmen und Organisationen
online
22
JUL
2021
Kinostart „Now" - „If you fail, we will never forgive you!"
A Film for Climate Justice by Jim Rakete
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Green Building

Recyclingbeton – nur eines von 80 Mainzer Klimaschutz-Projekten
„Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ ist 168 Seiten stark / Vorbildfunktion der Kommune soll sichtbarer werden
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Fair Finance

Kyocera und Handel schmieden Klimaallianz

Nachhaltigkeit im Retail-Bereich

Gemeinsam für gesündere Böden: Kommt mit auf die Living Soil Journey

#ActionOverWords: Die Chiesi Gruppe ruft zum Kampf gegen den Klimawandel auf

European Green Award wirft Lichter auf den Horizont - der ist grün!

Thüringen wird fünfter Länder-Partner des PIUS Info-Portals

50 Zukunftsmanager*innen gesucht!

  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • TourCert gGmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen