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Dekarbonisierung als Wettbewerbsfaktor und Innovationstreiber aktiv steuern

Dekarbonisierung mit Hilfe eines individuellen CO2-Budgets, der Modellierung von Szenarien und digitalen Tools

Eine CO2-Strategie sollte integraler Bestandteil aller Geschäftsprozesse sein; ein unternehmenseigener Index macht die CO2-Emissionen greifbar und Fortschritte transparent. ©Pangsiri / adobestock.com
Eine ganzheitliche, in alle Geschäftsprozesse integrierte CO2-Strategie kann wesentlich zu Nachhaltigkeitszielen beitragen – beweist das Projekt bei einem europäischen Batteriezellenhersteller.
Von Alexander Appel, Manager Sustainability Transformation, MHP

Die Reduktion von CO2-Emissionen ist zentral, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und Klimaziele zu erreichen. Unternehmen sind verpflichtet, ihren Beitrag zu leisten. Neben der ökologischen Notwendigkeit werden inzwischen auch ökonomische Vorteile sichtbar. Laut dem Sustainability Barometer 2026 sehen knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen in Nachhaltigkeit einen Treiber für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

Ein wichtiges Handlungsfeld ist das Carbon Management, bestehend aus einer ganzheitlichen CO2-Strategie, digitalen Steuerungssystemen und effektiven Carbon Footprint Tools. Um den Carbon Footprint zu ermitteln und Emissions-Hotspots zu identifizieren, sollten alle drei Geltungsbereiche des Greenhouse Gas Protocols betrachtet werden: Scope 1 bis 3. Da ein Großteil des Carbon Footprints eines Unternehmens auf Scope-3-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette entfallen, empfiehlt es sich, den Fokus insbesondere hierauf zu legen.

Als Standard für Dekarbonisierungsstrategien sollten zudem ein Instrument gewählt werden, das konform mit dem 1,5-Grad-Ziel und CSRD ist. Besonders verlässliche Modelle wie das XDC Model berechnen ein individuelles CO2-Budget und ermöglichen eine aktive CO2-Steuerung entlang des 1,5-Grad-Pfades; dabei übersetzen sie die Klimawirkung in eine anschauliche °C-Zahl. Damit kann jeder im Unternehmen sofort verstehen, ob es klimafreundlich wirtschaftet oder nicht – und wird motiviert, einen Beitrag zu leisten. Außerdem können verschiedene Zukunftsszenarien betrachtet werden. Die Grundlage für die Berechnung sind valide und prüfungssichere Daten aus einheitlichen Datenquellen und einem digitalen, automatisierten Datenerfassungsprozess in Echtzeit.

Nachhaltigkeitsstrategie mit Leben füllen
Wie die Umsetzung einer ganzheitlichen CO2-Strategie in der Praxis gelingt, zeigt das Projekt von MHP bei einem europäischen Batteriezellenhersteller. Es wurde in fünf Schritte unterteilt: Die Berechnung und das Forecasting des Corporate Carbon Footprints, die Ableitung eines 1,5-Grad-Dekarbonisierungspfads, das Ableiten von Maßnahmen und Verzielungen, der Aufbau eines Governance- und Steuerungsmodells sowie die Definition eines 1,5 Grad Climate Transition Plans.

Im ersten Schritt sammelte das Team über 2.000 relevante Datenpunkte und erstellte eine vollständige automatisierte Emissionsbilanz nach dem GHG Protocol sowie ein Forecasting zum erwarteten globalen CO2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren. Danach berechnete es das unternehmensspezifische CO2-Budget auf Basis ausgewählter wissenschaftlicher Klimamodelle und der Wirtschaftsleistung. Parallel baute es unter Beteiligung von 20 Fachabteilungen einen unternehmenseigenen Index als digitales, datengetriebenes Steuerungs- und Governancemodell für eine ganzheitliche Dekarbonisierung auf. Abschließend leitete das Team einen 1,5-Grad-konformen Klimatransformationsplan mit über 60 Maßnahmen ab und operationalisierte den Index in allen Geschäftsbereichen. CO2-Ziele für Produkte, Geschäftsprozesse und Lieferanten sind von nun an mit dem verfügbaren CO2-Budget und internen CO2-Preisen verknüpft.

Im Ergebnis ermöglicht CO2 als etablierte Kennzahl für Entscheidungen, dass Dekarbonisierung als Wettbewerbsfaktor und Innovationstreiber verstanden wird. Das Projekt zeigt eindrücklich, worauf Unternehmen in künftig stärker ihren Fokus richten sollten: auf eine konsequente zielgerichtete Umsetzung einer CO2-Strategie, die mit den richtigen Steuerungsmöglichkeiten wie CO2-Budgets, Modellierung von Szenarien und digitaler Unterstützung auch gelingt.

Weitere Erklärung zum Bild oben: Eine CO2-Strategie sollte integraler Bestandteil aller Geschäftsprozesse sein; ein unternehmenseigener Index macht die CO2-Emissionen für alle Mitarbeitenden greifbar und Fortschritte transparent. Bei der Wahl eines Modells empfiehlt sich eine Metrik, welche die Klimawirkung in der gleichen Einheit misst, wie das Ziel, nämlich in Grad Celsius.

Kontakt: MHP Management- und IT-Beratung GmbH | info@mhp.com | www.mhp.com/de



     
        
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