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Technik | Green IT, 21.01.2015

Macht IT im Büro krank?

forum im Gespräch mit Andreas Hentschel, stellvertretender Chefredakteur von CHIP

Haben Sie sich schon überlegt, ob die technischen Geräte im Büro sich auf Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter auswirken? In Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift CHIP sind wir für Sie dieser Frage nachgegangen.

Strahlung, Lärm, Schadstoffe – das Technikmagazin CHIP hat gecheckt, welche Grenzwerte der Gesetzgeber vorsieht und ob aktuelle Geräte sie einhalten. Den kompletten Beitrag von Robert Marcoberardino lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von forum Nachhaltig Wirtschaften.

forum im Gespräch mit Andreas Hentschel, stellvertretender Chefredakteur von CHIP.

Andreas Hentschel, CHIPWelche weiteren Möglichkeiten sehen Sie, Strahlung, Schmutz und Lärm in Büros und Unternehmen zu reduzieren?
Oft hilft bereits ein bisschen Aufmerksamkeit, die nicht einmal mit Kosten verbunden sein muss. In vielen Büros stehen beispielsweise Drucker direkt auf dem Schreibtisch. Platziert man solche Geräte auf dem Gang oder in einem eigenen Raum, sinken Lärm- und Feinstaubbelastung. Alte Rechner können durch laute Lüfter oder vibrierende Festplatten für einen stetigen, dröhnenden Geräuschteppich sorgen, der extrem nervt – neue Hardware ist meist deutlich leiser. In manchen Büros stehen sogar noch alte Röhren-Monitore, die sollten in jedem Fall durch moderne TFT-Bildschirme ausgetauscht werden. Diese kosten nicht die Welt, sorgen mit ihren flimmerfreien Bildern aber für ein wesentlich angenehmeres Arbeiten – und im Gegensatz zu den alten Röhrenmonitoren strahlen sie überhaupt nicht mehr.

Wie werden Belastungs-Grenzwerte ermittelt? Welche sind am wichtigsten?
Grenzwerte werden in der Regel aus langfristigen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeleitet. Allerdings gibt es häufig gar keine Grenzwerte, man denke nur an den Lärmpegel oder die Feinstaub-Belastung in Büros – hier gibt es lediglich Empfehlungen. Der wichtigste Grenzwert für unseren Alltag ist sicher der SAR-Wert, die spezifische Absorptionsrate von Mobiltelefonen. Dieser Wert beschreibt, wie stark sich Teile des Körpers durch die Einwirkung elektromagnetischer Strahlung (wie sie zum Beispiel Handys oder auch WLAN-Basisstationen aussenden) erwärmen. Für Handys liegt dieser Wert bei 2 Watt pro Kilogramm. Das bedeutet: Der Gebrauch eines Handys erwärmt Körperteile um weniger als 0,1 Grad – auch dann, wenn man es eine Woche am Stück benutzen würde. Die meisten Smartphones erreichen nicht einmal einen SAR-Wert von 1 Watt/kg. Neben dieser thermischen Wirkung gibt es natürlich noch eine nichtthermische Wirkung solcher Strahlung. Allerdings ist nicht erforscht, wie diese sich auf den Organismus auswirkt – daher auch die sehr kontrovers geführte Debatte um die Schädlichkeit von Mobilfunkstrahlung.

Die Grenzwerte beziehen sich auch auf das Körpergewicht. Sind kleine, zierliche Frauen stärkeren Risiken ausgesetzt als große, schwere Männer?
Nein, kleine zierliche Frauen sind nicht mehr gefährdet als stämmige Männer. Die elektromagnetische Strahlung eines Handys erwärmt nur das Gewebe in direkter Umgebung – also nur eine wenige Millimeter dicke Schicht. Die Wirkung der Strahlung lässt schon nach wenigen Zentimetern so stark nach, dass zumindest keine thermischen Effekte auf Körpergewebe mehr nachweisbar sind.

Wer überprüft die Grenzwerte? Ist die Einhaltung von Grenzwerten Voraussetzung für die Zulassung eines Produkts auf dem Markt?
Es gibt einheitliche Normen für die Bestimmung des SAR-Wertes, den Wert selbst bestimmen die Hersteller – entweder in eigenen oder in zertifizierten Labors. Diese Werte werden für jedes Gerät von zuständigen Zulassungsstellen geprüft, in Deutschland zum Teil sogar nochmals von den Telefonprovidern. Nur, wenn die Grenzwerte eingehalten werden, erhält ein Gerät auch eine Zulassung – was in der Praxis aber fast immer der Fall ist.

Wie kann man sichergehen, dass kumulative Belastungen begrenzt werden?
Eigentlich nur, in dem man die Anzahl der Strahlenquellen reduziert oder die Funkleistung, wenn möglich, herunterfährt. Das ist nicht schwer: Viele Menschen nutzen zum Beispiel Funktastaturen oder Funkmäuse, obwohl sie einen stationären Rechner haben – hier tut es auch eine Maus oder ein Keyboard mit Kabel. Ähnlich verhält es sich mit kabellosen DECT-Telefonen, die sich vielleicht auch hier und da durch konventionelle Apparate ersetzen lassen. WLAN-Router funken oft in maximaler Stärke, obwohl manchmal weniger Leistung vollkommen ausreichend ist – die kann ein IT-Mitarbeiter sehr leicht herunterregeln. Und dann gibt es natürlich noch ein paar übliche Tricks, mit denen man zumindest die thermische Belastung des Körpers reduzieren kann: Mit einem Headset (nicht unbedingt ein Funk-Headset!) hält man die Strahlungsquelle Handy relativ weit weg vom Körper – das entlastet. Wer kein Headset nutzt, sollte das Handy während des „Wählvorgangs" nicht am Ohr haben, dann nämlich ist die Funkleistung am höchsten. Und im Auto oder Zug sollte man möglichst auf den Einsatz des Smartphones verzichten: In diesen abgeschirmten Fahrzeugen muss das Gerät die Sendeleistung praktisch bis zum Anschlag erhöhen.

Wir danken für das Gespräch.

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2015 - Grünes Reisen im Trend erschienen.



     
        
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