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Elektrosmog im Büro

Ständig verfügbar, allzeit bereit, die Welt auf Knopfdruck – unsere moderne Arbeits- und Lebenskultur rast mit High Speed. Und wir mit.

Berauscht von den ungeheuren Möglichkeiten, vielleicht verunsichert oder schon aus der digitalen Kurve fliegend, stellt sich die Frage: Ist das noch gesund und was kann man dagegen tun?

© memon bionic instruments GmbHZu viele Strahlungsquellen im Arbeits- und Wohnumfeld könnten nach Ansicht von Experten Ursache für gesundheitliche Belastungen sein.
Ob und wie krank uns die digitale Wunderwelt macht, mag abhängen von Bewusstheit, Prioritätenmanagement und der Fähigkeit zur Abgrenzung. Auf alle Fälle erfordert eine Welt auf Knopfdruck eine vollständige Elektrifizierung, aufwändige Haustechnik, kilometerlange Verkabelung, Computer, Server, drahtlose Netzwerke, Smartphones und Mobilfunk. Ohne Ende und vor allem ohne Pause. Nicht einmal nach Feierabend. Denn unser Zuhause, unsere Mobilität und Freizeiträume sind inzwischen ebenfalls von technischen elektromagnetischen Feldern (EMF) durchdrungen. Diese unsichtbaren Felder werden umgangssprachlich gerne als Elektrosmog zusammengefasst.

Unternehmen Mensch
Unsere Körper sind riesige Unternehmen. Konzerne mit über 80 Billionen Zell-Mitarbeitern. Und jeder einzelne arbeitet im Unternehmen Mensch für den Erfolg des Ganzen. Stoffwechselprozesse und Kommunikation innerhalb der Zelle und untereinander funktionieren mit feinsten elektromagnetischen Signalen und sind zudem ständig eingebunden in die elektromagnetische Informationsstruktur von Erdmagnetfeld und Sonnenlichtspektrum. Abgestimmt darauf haben sich die Regulationsprozesse in Millionenjahren auf dieser Erde erfolgreich entwickelt ebenso wie die Fähigkeit sich abzugrenzen. So hat jede Zellmembran, wie der Pförtner im Unternehmen, die Aufgabe zu selektieren, was in die Zelle hinein darf und was draußen bleiben muss (Bruce Lipton, „Intelligente Zellen"). Das Problem: Technische EMF, die es evolutionsgeschichtlich erst seit kürzester Zeit gibt, sind offenbar in der Lage, diese natürlichen Prozesse empfindlich zu stören. Dies weisen über 1.600 wissenschaftliche Studien seit rund zwei Jahrzehnten nach.

(Quellen: http://www.diagnose-funk.org, http://www.emf-portal.de, http://www.biointiative.org )

Wen schützen eigentlich die Grenzwerte?
Keine Frage: Allein der Mobil- und Kommunikationsfunk ist ein gigantisches Geschäft. Spätestens mit dem 50-Milliarden-Deal für UMTS-Frequenzen hat die Politik der einschlägigen Industrie in Deutschland das Feld überlassen, indem die gesetzlich legitimierte Festsetzung der gesundheitsrelevanten Grenzwerte 2001 dem „Informationszentrum Mobilfunk e.V." überlassen wurde. Ein Schelm wer da Interessenskonflikte argwöhnt: Gründungsmitglieder des IZMF sind alle großen deutschen Mobilfunkbetreiber. Wissenschaftliche Grundlage dieser Grenzwerte sind lediglich thermische Effekte, die, mit den sogenannten SAR-Werten klassifiziert, im Kleingedruckten jedes Mobiltelefons ausgewiesen sind. Weitere Gesundheitsrisiken werden nicht thematisiert.

Ein plausibler Wirkmechanismus der Zellschädigung wurde unter anderen durch den Biophysiker Dr. Ulrich Warnke von der Universität Saarbrücken dokumentiert. Er prognostiziert eine steigende Burnout-Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil- und Kommunikations­funks.

Wie reagieren wir auf Gefahren?
Wenn eine Institution wie die WHO nach über 30 Jahren intensiver Forschung verlautbart: „Dieselabgase sind definitiv krebserregend!" ; ändern wir anschließend unser Fahrverhalten? Wenn die gleiche WHO 2013 nach nur ca. 10 Jahren Forschung ihre Klassifizierung auf „Mobilfunk ist möglicherweise krebserregend" anhebt, hören wir dann auf mobil zu telefonieren? Vermutlich niemand außer vielleicht die laut Bundesumweltamt rund 10 Prozent elektrosensiblen Deutschen. Noch schwieriger wird es, die Effekte von künstlichen EMF – vor allem in Wechselwirkung mit weiteren Belastungsfaktoren – mit alltäglichen Beschwerden wie Konzentrationsschwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, chronischer Müdigkeit, Immunschwäche, Burnout und auch deutlich heftigeren Krankheitsbildern in Zusammenhang zu bringen.

Wer soll das bezahlen?
Immerhin – beim Geld hört der Spaß auf. Wie ist sonst die Risikoanalyse des weltweit zweitgrößten Rückversicherers zu verstehen? Mit „Unvorhersehbare Folgen elektromagnetischer Felder" klassifiziert die Swiss-RE in ihrem Report „SONAR" 2013 die Risiken und Nebenwirkungen von Mobilfunk & Co. in ihre intern höchste Risikostufe. Im Klartext: Für die Kunden der Swiss-RE, etwa große Versicherungsgesellschaften, ist die Absicherung von Gesundheitsrisiken damit unrentabel bzw. unbezahlbar.

Spannend im Rahmen des Arbeitsschutzes dürfte sich das 2010 endgültig rechtskräftige Urteil des Oberlandesgerichts Brescia in Norditalien auswirken: Einem leitenden Angestellten mit Gehirntumor wurde Schadenersatz zugesprochen. Die Richter urteilten, dass die Ursache nachweislich auf die stundenlange Nutzung eines Schnurlostelefons am Arbeitsplatz zurückzuführen sei. Seither können Beschäftigte in Italien schnurgebundene Telefone verlangen, bzw. ihre Arbeitgeber auf volle Haftung im Schadensfall verantwortlich machen. In den USA entwickeln sich gerade ähnliche Rechtsprechungen. Nun mögen drohende Schadenersatzforderungen Geschädigter für mehr Sensibilität sorgen. Sind jedoch nicht vielmehr nachhaltige Lösungen gefragt, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen vor Risiken bewahren?

Eigenverantwortung ist gefragt
Unternehmer treffen tagtäglich Entscheidungen nach Chancen-Risiko-Bewertungen. Auf der Basis möglichst valider Informationen. Was können sie tun, um in einer immer intensiver technisierten Umgebung Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitsklima zu stärken? Zunächst gilt es, die Ist-Situation und den tatsächlichen Bedarf zu prüfen: Tun es vielleicht verkabelte Alternativen zu den schnurlosen Geräten? Warum nicht strahlungsintensive Energiesparlampen durch LEDs mit natürlichem Lichtspektrum ersetzen?

Auch finden sich in den letzten Jahren eine ganze Reihe technischer und energetischer Produkte auf dem Markt. Diese sollen – zum Beispiel mit Hilfe von Schwingung, Resonanz und Polarität – vor nieder- und hochfrequentem Elektrostress durch biologische Neutralisierung oder Harmonisierung schützen. Längst kommen entsprechende Systeme in Industrie- und Gewerbeimmobilien, in Wohneinheiten, Fahrzeugen sowie an mobilen Endgeräten schon zur Anwendung. Physikalische Messungen weisen Verbesserungen von gesundheitlich relevanten Störungen aus, wie sie insbesondere durch Vertikalgradienten von Magnetfeldern und Wechselfeldspitzen verursacht werden. Interessanter noch mögen die positiven Effekte sein, die sich mittels medizinischer Diagnostik direkt am lebenden Organismus aufzeigen lassen: Stresshormonparameter, Herzratenvariabilität oder Blutbilder sprechen nach Angaben der Anbieter eine deutliche Sprache. Wenn zum Beispiel vitales Blut nach wenigen Minuten Handytelefonat, Computerarbeit oder auch Autofahrt heftig verklumpt, sind Ver- und Entsorgungsprozesse in den Organen entsprechend beeinträchtigt. Wenn nun mit dem Einsatz energetischer Präventiv-Systeme die Mirkrozirkulation wieder einwandfrei floriert, Stresshormonmarker und HRV-Werte sich erheblich verbessern, könnte das in eine ermutigende Richtung weisen – frei nach dem Lyriker Friedrich Hölderlin „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch."

Glaubenssache oder nachvollziehbarer Mehrwert?
Andreas Küttel, Geschäftsführer der IT-Firma K-Tronik aus Garching bei München investierte in präventive Umwelttechnologie wegen konkreter Befindlichkeitsprobleme im Team. "Ich habe den Unterschied nach dem Einbau sofort bemerkt, es fühlte sich an, als hätte jemand den Schalter umgelegt", so ein leitender Mitarbeiter der vorher an Schmerzen in Gelenken, Zahnwurzeln und im Kopf litt. Klinikchef Dr. Gerhard Beck vom Revital Gesundheitszentrum Aspach in Oberösterreich dokumentierte nach der Installation vor drei Jahren einen nachhaltigen Rückgang der betriebsinternen Krankheitstage von über 20%. Im Wiener Regierungsgebäude Schloss Schönbrunn profitieren täglich rund 3.000 Mitarbeiter von der Präventivmaßnahme, während die Athleten des Österreichischen Skiverbands diese Möglichkeiten für eine Optimierung ihrer Regeneration und damit Leistungssteigerung nutzen. Top-Hotels und Spa Resorts bieten ihren Gästen nicht mehr nur wie selbstverständlich kostenfreies WIFI, sondern auch gleich die präventive Gegenmaßnahme, um erholsamen Schlaf zu gewährleisten. Unternehmen wie Brillenhersteller Silhouette, die Andechser Molkerei oder REWE-Merkur setzen auf elektrostressfreie Atmosphäre und natürliches Raumklima für Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen. „Jetzt bin ich glücklich, diese Investition getätigt zu haben", so Merkur-Vorstand Manfred Denner „Wir haben durchwegs positive Rückmeldungen von unseren Mitarbeitern erhalten."

Der Trend zu täglich immer noch mehr Überlagerung unserer Biosphäre mit technischen Frequenzen scheint zwar bis auf weiteres ungebrochen. Wer akuten oder präventiven Handlungsbedarf für Entlastung sieht, verfügt zumindest über Optionen.

 
von Gayando Stephan Bus

Gayando Stephan Bus
engagiert sich seit der Geburt seines Sohnes und den Erfahrungen mit seinem ersten Handy im Jahr 1996 für belastungsfreie Lebens- und Arbeitsumfelder sowie den Schutz elementarer Ressourcen wie gute Atemluft, Trinkwasser und die Schaffung elektrostressfreier Oasen.
 

Technik | Green IT, 01.01.2015
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2015 - Grünes Reisen im Trend erschienen.
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